{"id":162192,"date":"2017-04-18T08:03:22","date_gmt":"2017-04-18T06:03:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=162192"},"modified":"2017-04-18T08:03:22","modified_gmt":"2017-04-18T06:03:22","slug":"zweimal-jaehrlich-kostenlose-schadstoffsammlung-im-landkreis-fulda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=162192","title":{"rendered":"Zweimal j\u00e4hrlich kostenlose Schadstoffsammlung im Landkreis  Fulda"},"content":{"rendered":"<p>Seit Anfang der achtziger Jahre werden im Landkreis Fulda schadstoffhaltige Abf\u00e4lle aus Haushalten, von denen eine Gefahr f\u00fcr Gesundheit und Umwelt ausgehen kann, vor Ort gesammelt. Durch das Angebot einer zweimal j\u00e4hrlichen kostenlosen Schadstoffsammlung soll verhindert werden, dass solche Stoffe in der Restm\u00fclltonne oder beim Sperrm\u00fcll landen.<\/p>\n<p>Im Laufe der Jahre wurde das auch gesetzlich vorgegebene System der Schadstoffsammlung immer st\u00e4rker ausgeweitet. So war in der Vergangenheit ein Spezialfahrzeug mehrere Wochen von montags bis freitags im ganzen Kreisgebiet unterwegs, um an Haltepunkten in fast jedem gr\u00f6\u00dferen Ortsteil halbe Stunde lang schadstoffhaltige Abf\u00e4lle einzusammeln. Hinzu kamen die Einrichtung einer station\u00e4ren Abgabem\u00f6glichkeit und Sonderaktionen wie zum Beispiel f\u00fcr Schulchemikalien. Wegen des damit verbundenen logistischen, organisatorischen sowie finanziellen Aufwands von \u00fcber einer Viertelmillion Euro mussten zwischenzeitlich Anpassungen vorgenommen werden. Das Fahrzeug ist jetzt nur noch zu b\u00fcrgerfreundlichen Zeiten freitags und samstags mit Standzeiten von drei bis vier Stunden in den gr\u00f6\u00dferen Kommunen im Einsatz. Zus\u00e4tzlich gibt es weiter die station\u00e4re Annahme an nunmehr f\u00fcnf statt bisher zwei Tagen im Monat.<\/p>\n<p>Mit j\u00e4hrlich 60 Tonnen blieb das Aufkommen aus der Schadstoffsammlung in den letzten Jahren relativ konstant. Im Vergleich zu den kreisweit 40.000 Tonnen Siedlungsabf\u00e4lle handelt es sich um eine geringe Menge, die aber ein gro\u00dfes Gef\u00e4hrdungspotential birgt. Immerhin konnten die Kosten durch neue Entsorgungswege und die zwischenzeitliche Abschaffung des Entsorgungsmonopols der Hessischen Industriem\u00fcll GmbH f\u00fcr gef\u00e4hrliche Abf\u00e4lle auf aktuell rund 100.000 Euro pro Jahr reduziert werden. In den Anfangsjahren lag das Aufkommen h\u00f6her, als viele Keller \u201eleerger\u00e4umt\u201c wurden. Was sich ge\u00e4ndert hat, ist die Zusammensetzung der Abf\u00e4lle. Bisher gebr\u00e4uchliche Artikel werden durch die Umwelt weniger belastende ersetzt, daf\u00fcr treten neue Probleme auf. Claus Blachnik, Leiter der Abfallwirtschaft des Landkreises Fulda, nennt ein Beispiel: \u201eAn die Stelle der Entsorgung von Fotochemikalien sind im Zeitalter der digitalen Fotografie Hochenergie-Batterien getreten.\u201c<\/p>\n<p>Am h\u00e4ufigsten werden Lacke, Farben, Klebstoffe und L\u00f6sungsmittel gesammelt. Manches davon, wie beispielsweise eingetrocknete Farben, k\u00f6nnte bedenkenlos in den Hausm\u00fcll gegeben werden, oder es besteht eine R\u00fccknahmepflicht des Handels wie bei Alt\u00f6l und Batterien. Hin und wieder tauchen auch reichlich merkw\u00fcrdige Dinge auf. Hierzu z\u00e4hlte vor einigen Jahren eine Sammlung von ausgestopften und mit Chemikalien konservierten Greifv\u00f6geln. Weniger skurril, daf\u00fcr umso gef\u00e4hrlicher wird es bei hochgiftigen und explosiven Stoffen beziehungsweise bei an sich harmlosen Stoffen, die aber heftig reagieren k\u00f6nnen, wenn sie mit anderen zusammentreffen. Zum Gl\u00fcck ist in all den Jahren noch nichts Ernsthaftes passiert. Dazu hat wesentlich das Fachpersonal beigetragen, das die Abf\u00e4lle bereits bei der Entgegennahme erkennen, ihre Gef\u00e4hrlichkeit einstufen und die Gefahrg\u00fcter voneinander getrennt in speziellen Beh\u00e4ltnissen verpacken und sichern muss.<\/p>\n<p>Beim Landkreis k\u00fcmmern sich Claus Blachnik und Mechthild Heres um die Schadstoffsammlung. Dies beginnt mit der Ausschreibung und Vergabe, geht \u00fcber die Ver\u00f6ffentlichung der Termine und endet beim F\u00fchren der Entsorgungsnachweise und Transportbelege f\u00fcr jede einzelne Anlieferung zur Entsorgungsanlage. Vor allem bei der Festlegung und Reservierung der Standorte f\u00fcr das Sammelfahrzeug werden sie von den zust\u00e4ndigen Sachbearbeitern in den St\u00e4dten und Gemeinden unterst\u00fctzt. Claus Blachnik und Mechthild Heres formulieren die Bitte: \u201eGeben Sie schadstoffhaltige Abf\u00e4lle pers\u00f6nlich und m\u00f6glichst in der Originalverpackung ab.\u201c Dadurch w\u00fcrden die richtige Klassifizierung und das weitere Handling erleichtert. Die Annahmezeiten seien nutzerfreundlich und gro\u00dfz\u00fcgig bemessen, so dass nichts unkontrolliert abgestellt werden m\u00fcsse und so zur Gefahr f\u00fcr spielende Kinder oder die Umwelt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Seit Anfang der achtziger Jahre werden im Landkreis Fulda schadstoffhaltige Abf\u00e4lle aus Haushalten, von denen eine Gefahr f\u00fcr Gesundheit und Umwelt ausgehen kann, vor Ort gesammelt. 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