{"id":161910,"date":"2017-04-11T08:17:03","date_gmt":"2017-04-11T06:17:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=161910"},"modified":"2017-04-11T08:17:03","modified_gmt":"2017-04-11T06:17:03","slug":"oeffentlicher-personennahverkehr-im-landkreis-fulda-elektronisches-tarifsystem-als-zukunftsmodell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=161910","title":{"rendered":"\u00d6ffentlicher Personennahverkehr im Landkreis Fulda: Elektronisches Tarifsystem als Zukunftsmodell"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/174-E_Ticketing_2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-161919\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/174-E_Ticketing_2-265x176.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/174-E_Ticketing_2-265x176.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/174-E_Ticketing_2-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/174-E_Ticketing_2-600x399.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/174-E_Ticketing_2.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Zwar w\u00e4re es schon aus Umweltgr\u00fcnden w\u00fcnschenswert, \u00f6fter das Auto stehen zu lassen und daf\u00fcr h\u00e4ufiger \u00f6ffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Der zumindest bei einigen durchaus vorhandene gute Wille, das eigene Mobilit\u00e4tsverhalten zu \u00fcberdenken, scheitert nicht nur an dem gerade im l\u00e4ndlichen Raum nachfragebedingt eingeschr\u00e4nkten Angebot im \u00d6PNV. Auch die vermeintlich zu hohen Fahrpreise k\u00f6nnen abschreckend wirken.<\/p>\n<p>Ulrich St\u00fcttgen, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft Fulda (LNG-Fulda), zu der sich der Landkreis und die kreisangeh\u00f6rigen St\u00e4dte und Gemeinden zusammengeschlossen haben, kennt das Dilemma: \u201eWir bewegen uns in einem Spannungsfeld der Akzeptanz.\u201c Einerseits gehe es um die angemessene Verg\u00fctung von Bef\u00f6rderungsleistungen. Anderseits d\u00fcrfe die Schere zwischen der Nutzung \u00f6ffentlicher und privater Verkehrsmittel nicht zu stark auseinanderklaffen. Dabei handele es sich um einen subjektiven Abw\u00e4gungsprozess, weil kaum jemand echte Preisvergleiche vornehme, in die dann auch die indirekt anfallenden Kosten, wie beispielsweise Steuer, Versicherung und Verschlei\u00df des Autos, einbezogen werden m\u00fcssten.<\/p>\n<p>Ohnehin ist die Lokale Nahverkehrsgesellschaft bei der Preisgestaltung an die Vorgaben des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) gebunden, die nur geringe Spielr\u00e4ume zulassen. Grunds\u00e4tzlich gilt im RMV ein verkehrsmittel\u00fcbergreifender fl\u00e4chenbezogener Tarif mit sieben Stufen. Dies bedingt, dass im gesamten Verbundgebiet die Preise innerhalb der einzelnen Zonen einheitlich sind und die weiteren Strecken bevorteilt werden. G\u00e4be es diesen Tarifverbund nicht, w\u00fcrden die Fahrpreise zum Beispiel im Landkreis Fulda um ein Vielfaches h\u00f6her liegen, weil f\u00fcr jeden Betreiber eigene Fahrpreise zu entrichten w\u00e4ren. Der Nachteil ist, dass bei einer linearen Anhebung unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Preisspr\u00fcnge auftreten, weshalb die LNG versucht gegenzusteuern.<\/p>\n<p>So wurde in 2015 mit Zustimmung des RMV in der Gemeinde Hofbieber ein Pilotprojekt gestartet, um durch die Zusammenlegung von Tarifzonen zu einer attraktiveren Preisgestaltung zu kommen. Mit Erfolg: Bei entsprechend niedrigeren Fahrpreisen stieg die Zahl der Fahrg\u00e4ste um 180 (!) Prozent. Seit vergangenen\u00c2\u00a0 Dezember wird ein \u00e4hnliches Verfahren auch in den anderen kreisangeh\u00f6rigen Gemeinden praktiziert. Weitere Einsparungen f\u00fcr die Kunden verspricht sich St\u00fcttgen von der Einf\u00fchrung eines elektronischen Tarifsystems, das den Fahrpreis mittels Chipkarte in Abh\u00e4ngigkeit von Parametern wie Streckenl\u00e4nge, Fahrh\u00e4ufigkeit und Tageszeit ermittelt. Dadurch k\u00f6nnten Vielfahrer und\/oder Nutzungen zu verkehrsarmen Zeiten beg\u00fcnstigt werden.<\/p>\n<p>Jedoch warnt der LNG-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer vor dem Trugschluss, \u00f6ffentlichen Personennahverkehr k\u00f6nne es quasi zum Nulltarif geben. \u201eWas nichts kostet, ist auch nichts wert.\u201c Das Gebot der Stunde sei vielmehr eine noch st\u00e4rker angebotsorientierte und an den speziellen Bed\u00fcrfnissen der Fahrg\u00e4ste ausgerichtete Tarifdifferenzierung, wovon auch die Menschen im l\u00e4ndlichen Raum profitieren w\u00fcrden. Bei allen Berechnungsmodellen aber verbleibe ein finanzieller Aufwand, der nicht aus den Fahrpreisen gedeckt werden k\u00f6nne. Deshalb m\u00fcssten letztlich die politischen Entscheidungstr\u00e4ger festlegen, welche Kosten bei einer sinnvollen und von vielen gew\u00fcnschten Umsteuerung der Verkehrsstr\u00f6me auf den \u00d6PNV entstehen d\u00fcrften.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Zwar w\u00e4re es schon aus Umweltgr\u00fcnden w\u00fcnschenswert, \u00f6fter das Auto stehen zu lassen und daf\u00fcr h\u00e4ufiger \u00f6ffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Der zumindest bei einigen durchaus vorhandene gute Wille, das eigene Mobilit\u00e4tsverhalten zu \u00fcberdenken, scheitert nicht nur an dem gerade im l\u00e4ndlichen Raum nachfragebedingt eingeschr\u00e4nkten Angebot im \u00d6PNV. 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