{"id":161583,"date":"2017-03-29T21:16:23","date_gmt":"2017-03-29T19:16:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=161583"},"modified":"2017-03-29T21:16:23","modified_gmt":"2017-03-29T19:16:23","slug":"kkv-lehnt-das-ansinnen-der-spd-zur-ehe-fuer-alle-ab-diskriminierungsvermeidung-heisst-nicht-foerderung-durch-privilegierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=161583","title":{"rendered":"KKV lehnt das Ansinnen der SPD zur \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c ab &#8211; &#8220;Diskriminierungsvermeidung hei\u00dft nicht F\u00f6rderung durch Privilegierung&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWie man auf die Idee kommen kann, den Begriff der Ehe auch auf andere Formen menschlicher Gemeinschaften oder Partnerschaften zu \u00fcbertragen, bleibt wohl das Geheimnis ihrer Erfinder. Letztlich tr\u00e4gt man mit dieser Forderung dazu bei, dass der besondere Schutz von Ehe und Familie, wie er im Artikel 6 unserer Verfassung grundgelegt ist, immer mehr ausgeh\u00f6hlt ja geradezu auf den Kopf gestellt wird.\u201c Mit diesen Worten pl\u00e4diert der geb\u00fcrtige Fuldaer Bundesvorsitzende des KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, Bernd-M. Wehner, erneut f\u00fcr den besonderen Stellenwert von Ehe und Familie. Er unterst\u00fctzt damit gleichzeitig die ablehnende Haltung der deutschen Bisch\u00f6fe gegen Pl\u00e4ne der SPD f\u00fcr eine \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c.<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen hat auch das Bundesverfassungsgericht den Begriff \u201eEhe und Familie\u201c wie folgt definiert: \u201eEhe ist auch f\u00fcr das Grundgesetz die Vereinigung eines Mannes und einer Frau zu einer grunds\u00e4tzlich unaufl\u00f6slichen Lebensgemeinschaft, und Familie ist die umfassende Gemeinschaft von Eltern und Kindern, in der den Eltern vor allem Recht und Pflicht zur Pflege und Erziehung der Kinder erwachsen. Dieser Ordnungskern der Institute ist f\u00fcr das allgemeine Rechtsgef\u00fchl und Rechtsbewusstsein unantastbar\u201c (BVerfGE 10,59\/66).<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich seien Ehe und Familie keine Erfindung des Staates, die er somit nach Belieben ver\u00e4ndern k\u00f6nne. Letztlich sch\u00fctze der Staat schon aus Eigeninteresse die Ehe als Rechtsinstitut von Mann und Frau, weil sie mindestens potentiell auf Nachwuchs angelegt ist. Es gebe schon deshalb keinen Grund, dieses Eigenprofil der Ehe in Frage zu stellen oder es auch nur zu relativieren. \u201eEhe und gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind nicht das gleiche und werden auch durch plakative Forderungen einer &#8216;Ehe f\u00fcr alle&#8217; nicht gleich\u201c, unterstreicht der KKV-Bundesvorsitzende. In diesem Sinne habe auch Papst Franziskus in seinem Schreiben \u201eAmoris laetitia\u201c festgehalten, dass Partnerschaften von Personen gleichen Geschlechts nicht einfach mit der Ehe gleichgestellt werden k\u00f6nnten, weil ihnen die Weitergabe des Lebens verschlossen sei, die die Zukunft der Gesellschaft sichere.<\/p>\n<p>Staat hat keine Kompetenz, andere Partnerschaften zur Ehe zu erkl\u00e4ren<br \/>\nDeshalb stehe auch dem Staat nicht die Kompetenz zu, andere Partnerschaften quasi zur Ehe zu erkl\u00e4ren. Dies sei auch keine spezifisch katholische Sicht der Ehe, da auch die katholische Kirche ihre moralischen und sozialethischen Lehren traditionell nicht nur aus der Sicht des Evangeliums sehe, sondern immer auch mit Blick auf die Sch\u00f6pfungsordnung, also die der Natur zugrundeliegenden Sinnzusammenh\u00e4nge, betont Wehner. So geh\u00f6re die Ehe von Mann und Frau zu den Wirklichkeiten, von denen der ehemalige Bundesverfassungsrichter Ernst Wolfgang B\u00f6ckenf\u00f6rde gesagt habe, dass der s\u00e4kularisierte Staat \u201evon Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht garantieren kann\u201c, die ihm also vorgegeben sind.<\/p>\n<p>Geradezu kurios sei es zudem, dass noch vor etwa zehn Jahren insbesondere von einem Gro\u00dfteil derer, die heute die \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c fordern, gesagt wurde, die Ehe sei ein Ausdruck der patriarchalischen Machtstrukturen, die es zu bek\u00e4mpfen gelte. \u201eVon daher ist es schon merkw\u00fcrdig, dass auf einmal diese Lebensform f\u00fcr alle m\u00f6glichen Arten des Zusammenlebens gefordert wird.\u201c Sp\u00e4testens hier sollte man hellh\u00f6rig werden und merken, dass es im Kern offenbar nicht um Gleichstellung geht, sondern letztlich um die Abschaffung der Ehe. Wenn allerdings das \u201ef\u00fcreinander einzustehen und Verantwortung zu \u00fcbernehmen\u201c ein Kriterium f\u00fcr die Ehe sei, wie es Annkathrin Kammeyer, Fachsprecherin f\u00fcr Lesben und Schwule der SPD-Fraktion in der Hamburgischen B\u00fcrgerschaft, formuliere, dann m\u00fcsse man logischerweise k\u00fcnftig auch die Vielehe oder die Geschwisterehe zulassen, denn auch hier werde Verantwortung f\u00fcreinander \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Diskriminierungsvermeidung hei\u00dft nicht F\u00f6rderung durch Privilegierung<br \/>\nNat\u00fcrlich nehme auch der KKV zur Kenntnis, dass die Ver\u00e4nderungen in unserer Gesellschaft und der Wertewandel neue und alternative Lebensformen hervorgebracht h\u00e4tten, unterstreicht der KKV-Bundesvorsitzende. Insofern respektiere er auch das Recht eines jeden B\u00fcrgers, diese frei zu w\u00e4hlen. Das gelte selbstverst\u00e4ndlich auch f\u00fcr gleichgeschlechtliche Partnerschaften, die &#8211; wie andere gesellschaftliche Minderheiten &#8211; vor Diskriminierung und Ausgrenzung gesch\u00fctzt werden m\u00fcssten. Er wehre sich aber dagegen, dass solche Gemeinschaften immer mehr mit der Ehe gleichgesetzt w\u00fcrden bzw. das besondere Schutzversprechen f\u00fcr Ehe und Familie als Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften diskreditiert w\u00fcrden. &#8220;Diskriminierungsvermeidung hei\u00dft aber nicht F\u00f6rderung durch Privilegierung&#8221;, so Wehner w\u00f6rtlich. Im \u00dcbrigen biete die \u201eeingetragene Lebenspartnerschaft\u201c einen ausreichenden rechtlichen Rahmen f\u00fcr solche Gemeinschaften.<\/p>\n<p>Der katholische Sozialverband ruft daher alle B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger und besonders die Politiker auf, schon aus Gr\u00fcnden des Gemeinwohls und der Gerechtigkeit am besonderen Schutz von Ehe und Familie, wie ihn die Verfassung bekr\u00e4ftigt, ohne Wenn und Aber festzuhalten.<\/p>\n<p>Der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e.V. ist ein katholischer Sozialverband mit rund 70 Ortsgemeinschaften in ganz Deutschland. Informationen zum KKV erhalten Sie im Internet unter www.kkv-bund.de, oder unter 0201 87923-0.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eWie man auf die Idee kommen kann, den Begriff der Ehe auch auf andere Formen menschlicher Gemeinschaften oder Partnerschaften zu \u00fcbertragen, bleibt wohl das Geheimnis ihrer Erfinder. 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