{"id":160949,"date":"2017-03-15T05:52:27","date_gmt":"2017-03-15T04:52:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=160949"},"modified":"2017-03-11T09:53:07","modified_gmt":"2017-03-11T08:53:07","slug":"der-waldkauz-vogel-des-jahres-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=160949","title":{"rendered":"Der Waldkauz \u2013 Vogel des Jahres 2017"},"content":{"rendered":"<p>Eulen und K\u00e4uze gelten in der Mythologie und im Volksglauben als Totenv\u00f6gel und Sinnbilder der Weisheit. Der Waldkauz besiedelt das mittlere und s\u00fcdliche Europa mit angrenzenden Gebieten. Weltweit gibt es etwa 1,2 Millionen Brutpaare. Der deutsche Bestand wird auf mindestens 64.000 Paare gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Der Waldkauz kann \u00fcber 20 Jahre alt werden. Er ist mit etwa 40 Zentimeter K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe, 95 Zentimeter Fl\u00fcgelspannweite und 440 bis 560 Gramm Gewicht eine mittelgro\u00dfe Eule von gedrungener Gestalt. Im \u00fcbergro\u00dfen Kopf sitzen die gro\u00dfen, braunschwarzen Augen. Sie sind vor allem f\u00fcr das Sehen in der D\u00e4mmerung mit 56.000 gleichm\u00e4\u00dfig auf der Netzhaut verteilten, sehr empfindlichen Sehzellen (Mensch: 38.000) ausgestattet. Beide Augen sind starr nach vorne gerichtet, daf\u00fcr ist der Kopf um 270 Grad drehbar. Der Gesichtsschleier b\u00fcndelt den Schall der Ger\u00e4usche seiner Beutetiere und leitet ihn zu den asymmetrisch angeordneten Ohr\u00f6ffnungen.<\/p>\n<p>Dadurch l\u00e4sst sich Beute sehr genau orten. Das locker sitzende Gefieder ist rinden\u00e4hnlich gef\u00e4rbt. In Westeuropa dominieren braune bis rostbraune V\u00f6gel, im \u00f6stlichen und n\u00f6rdlichen Verbreitungsgebiet graue Tiere. Durch ein besonders weiches Gefieder und kammf\u00f6rmige Z\u00e4hnchen am \u00e4u\u00dferen Rand der Handschwingen kann der Waldkauz sehr leise fliegen. So h\u00f6rt ihn seine Beute nicht, und er wird nicht selber bei seiner Wahrnehmung gest\u00f6rt.<\/p>\n<p>Der Waldkauz bewohnt vor allem alte h\u00f6hlenreiche Laubmischw\u00e4lder. Als wenig spezialisierte, anpassungsf\u00e4hige Art besiedelt er auch Parkanlagen, Alleen, G\u00e4rten oder Friedh\u00f6fe mit altem Baumbestand. Ein Revier ist je nach Nahrungsangebot 8 bis 75 Hektar gro\u00df und wird f\u00fcr den Rest des Lebens verteidigt. Als Ganzjahresvogel ist eine hohe Vertrautheit mit dem Revier wesentliche Voraussetzung f\u00fcr das \u00dcberleben. Die Balz im Februar\/M\u00e4rz ist begleitet von extrem lauten, schrillen Rufen, wodurch die Geschlechter im Dunkeln zueinander finden. Am bekanntesten sind der langgezogene, heulende Ruf des M\u00e4nnchens \u201eHuh-Huhuhu-Huuuh\u201c und der k\u00fcrzere, grell-gellende Weibchenruf \u201eKuwitt\u201c.<\/p>\n<p>Der Waldkauz br\u00fctet in ger\u00e4umigen Baumh\u00f6hlen, Nistk\u00e4sten, Scheunen oder Schornsteinen alter H\u00e4user, seltener in Kr\u00e4hen- und Greifvogelhorsten oder auf dem Waldboden. Nur bei gutem M\u00e4useangebot werden ab Mitte M\u00e4rz ein bis sieben wei\u00dfliche Eier gelegt. Nach einem Monat schl\u00fcpfen die Jungen, die vier bis f\u00fcnf Wochen in der Bruth\u00f6hle bleiben. Etwa Anfang August sind sie selbstst\u00e4ndig und suchen sich ein eigenes Revier. Au\u00dferhalb der Brutzeit haben die Partner getrennte Reviere.<\/p>\n<p>Mit seinen nadelspitzen Krallen f\u00e4ngt der Waldkauz Kleins\u00e4uger, Flederm\u00e4use, V\u00f6gel, Amphibien, Reptilien oder Insekten. Er jagt gelegentlich am Tage, vor allem aber in der D\u00e4mmerung und Nacht. Im Winter nimmt er auch Aas an. Beute\u00fcberschuss wird ganzj\u00e4hrig deponiert. Der Waldkauz trinkt gerne, im Winter frisst er Schnee. Seinen Tagesruheplatz w\u00e4hlt er in guter Deckung, um den Bel\u00e4stigungen durch Kleinv\u00f6gel zu entgehen. Der Waldkauz badet gerne in Staub, Asche, Sand, Wasser, Regen und in der Sonne.<\/p>\n<p>Verluste entstehen durch eine hohe nat\u00fcrliche Jugendsterblichkeit, im Stra\u00dfenverkehr, an Bahntrassen oder Freileitungen. Im Siedlungsraum kommt es zum Tod an Fensterfronten, in Sch\u00e4chten oder Hauskaminen. Marder, Eichh\u00f6rnchen und Waschb\u00e4r k\u00f6nnen als Eierr\u00e4uber auftreten. Uhu, Habicht und M\u00e4usebussard schlagen Jung- und Altv\u00f6gel, der Fuchs greift Jungv\u00f6gel am Boden. H\u00f6hlenkonkurrenz mit Dohlen oder anderen Arten kommen vor. Der Waldkauz wiederum kann kleineren Eulen wie Raufu\u00df- und Sperlingskauz gef\u00e4hrlich werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Eulen und K\u00e4uze gelten in der Mythologie und im Volksglauben als Totenv\u00f6gel und Sinnbilder der Weisheit. Der Waldkauz besiedelt das mittlere und s\u00fcdliche Europa mit angrenzenden Gebieten. Weltweit gibt es etwa 1,2 Millionen Brutpaare. Der deutsche Bestand wird auf mindestens 64.000 Paare gesch\u00e4tzt. Der Waldkauz kann \u00fcber 20 Jahre alt werden. 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