{"id":160815,"date":"2017-03-10T09:36:14","date_gmt":"2017-03-10T08:36:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=160815"},"modified":"2017-03-10T09:36:14","modified_gmt":"2017-03-10T08:36:14","slug":"keine-nummer-fuer-jede-bagatelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=160815","title":{"rendered":"(K)eine Nummer f\u00fcr jede Bagatelle"},"content":{"rendered":"<p>Zehn Rettungswachen, vier Notarztstandorte, eine Leitstelle \u2013 so lautet die Kurzformel der hiesigen Rettungsdienststruktur. Tats\u00e4chlich verbirgt sich hinter den n\u00fcchternen Zahlen und den verschiedenen Einrichtungen ein komplexes Gebilde aus Zahnr\u00e4dern, die wie geschmiert ineinandergreifen m\u00fcssen. Denn wenn Menschen im Notfall auf medizinische Hilfe angewiesen sind, z\u00e4hlt oft jede Minute.<\/p>\n<p>Als Rettungsdiensttr\u00e4ger ist der Landkreis Fulda daf\u00fcr verantwortlich, dass die Notfallversorgung nicht nur fl\u00e4chendeckend sichergestellt wird, sondern auch innerhalb einer vorgegeben Frist erfolgt: In neun von zehn Notf\u00e4llen sollen ein Rettungswagen in der Regel innerhalb von zehn Minuten und ein Notarzt innerhalb von 15 Minuten am Einsatzort sein. Verankert sind die Fristen im hessischen Rettungsdienstgesetz. Dass dieses Gesetz und dessen Durchf\u00fchrungsverordnung umgesetzt werden, daf\u00fcr sorgt der Landkreis mit seinem Fachdienst Gefahrenabwehr. Im vergangenen Jahr wurde die 90-Prozent-Zielmarke bei den vorgeschriebenen Hilfsfristen im Landkreis Fulda nur ganz knapp verfehlt.<\/p>\n<p>\u201eUnser Erreichungsgrad lag in 2016 bei 87 Prozent, das ist schon gut\u201c, sagt Fachdienstleiter Frank Reith, der sich t\u00e4glich mit der Leitstellen-Statistik des Vortags auseinandersetzt und den daraus abzuleitenden Handlungsbedarf in zuk\u00fcnftige Planungen einflie\u00dfen l\u00e4sst. \u201eWir schauen uns genau an, ob und wie schnell ein Rettungswagen zur Einsatzstelle ausr\u00fcckt. Wir ber\u00fccksichtigen die Bev\u00f6lkerungsdichte in einem bestimmten Umkreis, und wir pr\u00fcfen, zu welchem Zeitpunkt die meisten Eins\u00e4tze stattfinden. Da der Landkreis f\u00fcr die Planung der Rettungswachen, die Ausstattung der Fahrzeuge sowie f\u00fcr die Fort- und Weiterbildung im Rettungsdienst zust\u00e4ndig ist, liefern statistische Auswertungen, die \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum betrachtet werden, unter anderem die Grundlage f\u00fcr Standortentscheidungen\u201c, so Reith.<\/p>\n<p>Rettungswachen befinden sich in Fulda-Neuenberg, am Klinikum Fulda, in Petersberg, Gro\u00dfenl\u00fcder-Kleinl\u00fcder, Neuhof, Gersfeld, Tann-Lahrbach, H\u00fcnfeld, Eiterfeld-Leibolz und Hofbieber. Notarztstandorte sind am Klinikum Fulda, an der Feuerwache St. Florian in Fulda, an der Helios-Klinik in H\u00fcnfeld sowie in Hilders-Dietges. Die Leitstelle Fulda ist bei der Feuerwache An St. Florian in Fulda angesiedelt. Dort gehen alle Notrufe ein, die unter der Telefonnummer 112 abgesetzt werden, und hier wird auch entschieden, wer alarmiert wird und welches Rettungsmittel zum Einsatz kommt. \u201eDaf\u00fcr gibt es vier verschiedene Einsatzstichworte. Der Buchstabe K bedeutet qualifizierter Krankentransport, R 0 hei\u00dft Notfalleinsatz ohne\u00c2\u00a0 und R 2 steht f\u00fcr Notfalleinsatz mit Notarztsystem, denn bei diesem Einsatz geht es um eine akut lebensbedrohliche Situation\u201c, erkl\u00e4rt Frank Reith.<\/p>\n<p>Die an den Rettungswachen stationierten Mehrzweckfahrzeuge k\u00f6nnen laut Reith sowohl f\u00fcr Krankentransporte als auch f\u00fcr Notfalleins\u00e4tze genutzt werden. Besetzt sind sie \u00fcblicherweise mit einem Rettungssanit\u00e4ter und einem Rettungsassistenten oder Notfallsanit\u00e4ter. Das Notarzteinsatzfahrzeug wird neben einem Notarzt durch eine qualifizierte Person aus dem Rettungsdienst besetzt. Erbracht werden die rettungsdienstlichen Leistungen im Landkreis vom DRK Fulda, dem DRK H\u00fcnfeld sowie dem Malteser Hilfsdienst, der Feuerwehr der Stadt Fulda sowie dem Klinikum Fulda und dem ADAC f\u00fcr die Luftrettung. Als Rettungsdiensttr\u00e4ger beauftragt der Landkreis die Leistungserbringer, deren Finanzierung erfolgt \u00fcber die Kostentr\u00e4ger.<\/p>\n<p>Die Zahl der Eins\u00e4tze ist nach Angaben von Frank Reith in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Waren es in 2014 noch insgesamt 33.690 Eins\u00e4tze, so hat sich die Zahl in 2015 auf 34.951 erh\u00f6ht. Im letzten Jahr wurden 36.078 Eins\u00e4tze registriert. Die Ursache sieht der Fachdienstleiter nicht nur im demografischen Wandel oder in strukturellen Herausforderungen, sondern vor allem in einem ver\u00e4nderten Patientenverhalten. Die Patienten, so Reith, w\u00fcrden den Rettungsdienst schlichtweg immer h\u00e4ufiger auch bei Bagatellverletzungen rufen, anstatt den klassischen Weg zum Hausarzt zu nehmen oder den \u00e4rztlichen Bereitschaftsdienst zu kontaktieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Zehn Rettungswachen, vier Notarztstandorte, eine Leitstelle \u2013 so lautet die Kurzformel der hiesigen Rettungsdienststruktur. Tats\u00e4chlich verbirgt sich hinter den n\u00fcchternen Zahlen und den verschiedenen Einrichtungen ein komplexes Gebilde aus Zahnr\u00e4dern, die wie geschmiert ineinandergreifen m\u00fcssen. Denn wenn Menschen im Notfall auf medizinische Hilfe angewiesen sind, z\u00e4hlt oft jede Minute. 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