{"id":160807,"date":"2017-03-10T09:33:21","date_gmt":"2017-03-10T08:33:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=160807"},"modified":"2017-03-10T09:33:21","modified_gmt":"2017-03-10T08:33:21","slug":"literatur-im-stadtschloss-mit-hochkaraetigen-autoren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=160807","title":{"rendered":"\u201eLiteratur im Stadtschloss\u201c mit hochkar\u00e4tigen Autoren"},"content":{"rendered":"<p>Sie ist eine echte Erfolgsgeschichte: die j\u00e4hrliche Reihe \u201eLiteratur im Stadtschloss\u201c, die es nun bereits zum 28. Mal in Folge schafft, namhafte Autoren nach Fulda zu locken \u2013 und damit allen Interessierten ein besonderes Literaturvergn\u00fcgen zu erm\u00f6glichen. Und auch in diesem Jahr werden zwischen dem 18. April und dem 31. Mai wieder so bekannte Namen wie Feridun Zaimoglu oder Hanns-Josef Ortheil im F\u00fcrstensaal des Fuldaer Stadtschlosses zu erleben sein.<br \/>\nDass dieses Vergn\u00fcgen f\u00fcr die Zuh\u00f6rer kostenlos angeboten werden kann, daf\u00fcr sorgen nicht zuletzt die Sponsoren, die schon seit vielen Jahren die Reihe begleiten: die Jubil\u00e4umsstiftung der Sparkasse Fulda, die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Th\u00fcringen sowie Parzellers Buchverlag in Fulda.<br \/>\nBei der Vorstellung des diesj\u00e4hrigen Programms und des neuen Flyers dankte Fuldas Oberb\u00fcrgermeister Dr. Heiko Wingenfeld dem Organistorenteam \u2013 bestehend aus Wingenfelds Amtsvorg\u00e4nger Gerhard M\u00f6ller, Kulturamtsleiter Dr. Thomas Heiler und Gerlinde Erb vom Kulturamt sowie aus der Agentur \u201eKulturperle\u201c \u2013 f\u00fcr die gelungene Auswahl, die sicher Literaturinterssierte aller Altersstufen ansprechen werde. Generell sei es \u2013 gerade auch f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler \u2013 wichtig, in Zeiten von \u201eFake news\u201c und Oberfl\u00e4chlichkeiten die Auseinandersetzung mit tiefgr\u00fcndiger Literatur zu erm\u00f6glichen, so OB Wingenfeld. \u201eIch pers\u00f6nlich freue mich besonders auf Hanns-Josef Ortheil, der ja schon vor vielen Jahren in der Reihe zu Gast war \u2013 ein Punkt, der daf\u00fcr spricht, dass unsere Literaturreihe von Anfang an\u00c2\u00a0 unter dem damaligen Oberb\u00fcrgermeister Dr. Wolfgang Hamberger qualitativ sehr hohe Standards gesetzt hat.\u201c<br \/>\nHier das komplette Programm 2017: Alle Lesungen finden im F\u00fcrstensaal des Fuldaer Stadtschlosses jeweils um 20 Uhr statt und sind f\u00fcr die Besucher\u00c2\u00a0 kostenfrei.<br \/>\nArnold Stadler liest am 18. April 2017 aus \u201eRauschzeit\u201c Arnold Stadler, geboren 1954 in Me\u00dfkirch. Er studierte katholische Theologie in M\u00fcnchen, Rom und Freiburg, anschlie\u00dfend Literaturwissenschaft in Freiburg, Bonn und K\u00f6ln. Es folgte die Promotion zum Dr. phil., 2006 erhielt er \u00fcberdies die Ehrendoktorw\u00fcrde der Freien Universit\u00e4t Berlin. Arnold Stadler erhielt f\u00fcr sein umfangreiches Werk zahlreiche Literaturpreise, darunter 1999 den Georg-B\u00fcchner-Preis. Stadler ist Mitglied u.a. der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz und der Deutschen Akademie f\u00fcr Sprache und Dichtung.<\/p>\n<p>Was ist Gl\u00fcck? Sp\u00e4ter wei\u00df man es.<br \/>\nArnold Stadler erz\u00e4hlt in seinem dichten Buch die Geschichte von Alain und Mausi, beide vierzig und seit 15 Jahren verheiratet, in der Mitte des Lebens angekommen. Aber nicht nur ihr Leben, auch die Liebe ist in die Jahre gekommen. Fast scheinen sie die Liebe hinter sich zu haben \u2013 jetzt droht \u201edie vegetarische Zeit\u201c. \u201eRauschzeit\u201c ist ein Buch \u00fcber das Gl\u00fcck und dar\u00fcber, wie schwer es ist, es halten zu k\u00f6nnen. \u00dcber das Leben, wie es geworden ist. Und \u00fcber die Sehnsucht, dass es doch noch einmal werden k\u00f6nnte, wie es gewesen ist.<\/p>\n<p>Feridun Zaimoglu liest am 25. April 2017 aus \u201eEvangelio. Ein Luther-Roman\u201c Feridun Zaimoglu, geboren 1964 im anatolischen Bolu und lebt seit etwa 45 Jahren in Deutschland. Er studierte Kunst und Humanmedizin in Kiel. Als Journalist schreibt er Literaturkritiken und Essays u.a. f\u00fcr Die Zeit, Die Welt und die FAZ. 1999\/2000 war er am Nationaltheater Mannheim als Theaterdichter besch\u00e4ftigt. F\u00fcr sein umfangreiches schriftstellerisches Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Hebbel-Preis, den Preis der Jury beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt und den Adelbert-von-Chamisso-Preis. Im Jahr 2005 war er Stipendiat der Villa Massimo in Rom.<br \/>\nFeridun Zaimoglu erz\u00e4hlt in \u201eEvangelio\u201c von einer Zeit im Umbruch und der Macht und Ohnmacht des Glaubens: Mai 1521 auf der Wartburg. Martin Luther, der vom Kurf\u00fcrsten von Sachsen in Gewahrsam genommen wurde, sieht sich gr\u00f6\u00dften Anfechtungen ausgesetzt, vollbringt aber auch sein gr\u00f6\u00dftes Werk: In nur zehn Wochen \u00fcbersetzt er das Neue Testament ins Deutsche. Der Landsknecht Burkhard, aus dessen Perspektive der Roman erz\u00e4hlt wird, ist Martin Luther zum Schutze an die Seite gestellt.<\/p>\n<p>Zsuzsa B\u00e1nk liest am 2. Mai 2017 aus \u201eSchlafen werden wir sp\u00e4ter\u201c Zsuzsa B\u00e1nk, geboren 1965, studierte in Mainz und Washington Publizistik, Politikwissenschaft und Literatur. Heute lebt sie als Autorin in Frankfurt am Main. F\u00fcr ihren ersten Roman \u201eDer Schwimmer\u201c wurde sie mit dem aspekte-Literaturpreis, dem Deutschen B\u00fccherpreis, dem J\u00fcrgen-Ponto-Preis, dem Mara-Cassens-Preis sowie dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet. F\u00fcr die Erz\u00e4hlung \u201eUnter Hunden\u201c aus ihrem Erz\u00e4hlungsband \u201eHei\u00dfester Sommer\u201c erhielt sie den Bettina-von-Arnim-Preis.<\/p>\n<p>Zsuzsa B\u00e1nks neuer Roman feiert das gro\u00dfe Fest der Freundschaft zweier Frauen: Die Lehrerin Johanna lebt allein in einem kleinen Ort im Schwarzwald. Die K\u00fcnstlerin M\u00e1rta wohnt in einer Gro\u00dfstadt und hat drei Kinder und einen Mann. Beide kennen sich seit Kindheitstagen, in Briefen und E-Mails von gro\u00dfer Tiefe und Offenheit halten sie engen Kontakt. Jetzt, mit Mitte vierzig, herrscht der Alltag, und ein Richtungswechsel scheint in ihrem Leben nicht mehr vorgesehen. Ihr Austausch ist aufrichtiger Lebensbericht, bewegende Beichte, Beweisst\u00fcck einer langen Freundschaft und eines unstillbaren Lebenshungers. Aber was machen sie jetzt mit diesem Leben, dessen Weg sie zur H\u00e4lfte schon gegangen sind? Und was macht das Leben mit ihnen?<\/p>\n<p>Marcel Beyer liest am 16. Mai 2017 aus \u201eDas blindgeweinte Jahrhundert\u201c Marcel Beyer, geboren 1965 in Tailfingen\/W\u00fcrttemberg. Er studierte Germanistik, Anglistik und Literaturwissenschaft an der Universit\u00e4t Siegen. Er ist Romanautor, Lyriker und Essayist. 2016 erhielt er den Georg B\u00fcchner-Preis: \u201eOb Gedicht oder Roman, zeitdiagnostischer Essay oder Opernlibretto, f\u00fcr Marcel Beyer ist Sprache immer auch Erkundung. Er widmet sich der Vergegenw\u00e4rtigung deutscher Vergangenheit mit derselben pr\u00e4zisen Hingabe, mit der er die Welten der Tiere und Pflanzen erforscht.\u201c<br \/>\nIst Literatur im exterministischen 20. Jahrhundert, in dem Tod ein Meister aus Deutschland geworden ist, noch m\u00f6glich? Ist ihre Daseinsberechtigung entfallen, da nach Auschwitz jede kulturelle Produktion nur Ausdruck der Barbarei sein kann? Ist Literatur gerade wegen der Gr\u00e4ueltaten notwendig, gar unumg\u00e4nglich? Welcher Verfahren hat sich solche Literatur zu bedienen? Diese Fragen verfolgt der Georg-B\u00fcchner-Preistr\u00e4ger des Jahres 2016 in seinen poetischen Untersuchungen \u2013 und hat eine ebenso knappe wie weitreichende Antwort parat: durch Detailarbeit am Material der Realit\u00e4t wie der Literatur.<br \/>\nBei Literatur im Stadtschloss liest Marcel Beyer nicht nur aus seinem neuen Buch, sondern auch aus seinem lyrischen Werk.<\/p>\n<p>Hanns-Josef Ortheil liest am 31. Mai 2017 aus \u201eWas ich liebe &#8211; und was nicht\u201c Hanns-Josef Ortheil, geboren 1951 in K\u00f6ln. Er ist Schriftsteller, Pianist und Professor f\u00fcr Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universit\u00e4t Hildesheim, 2009 wurde er dort erster Direktor des neu gegr\u00fcndeten \u201eInstituts f\u00fcr Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft\u201c. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Thomas-Mann-Preis, dem Nicolas-Born-Preis, dem Stefan-Andres-Preis und zuletzt dem Hannelore-Greve-Literaturpreis. Seine Romane wurden in \u00fcber zwanzig Sprachen \u00fcbersetzt.<br \/>\nIn seinem neuen Buch erz\u00e4hlt Hanns-Josef Ortheil von seinen Lebensthemen. Entlang zentraler Stichworte wie Wohnen, Reisen, Essen und Trinken, Film, Jahreszeiten oder Musik geht er den vielf\u00e4ltigen Facetten einer literarischen Lebenskunst auf den Grund, die so etwas wie die Basis f\u00fcr seine literarischen Werke bildet. In kurzen, erz\u00e4hlenden und essayistischen Texten werden diese Passionen nicht nur beschrieben, sondern auch nach ihrer Herkunft und vor allem danach befragt, was sich hinter ihnen verbirgt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Sie ist eine echte Erfolgsgeschichte: die j\u00e4hrliche Reihe \u201eLiteratur im Stadtschloss\u201c, die es nun bereits zum 28. Mal in Folge schafft, namhafte Autoren nach Fulda zu locken \u2013 und damit allen Interessierten ein besonderes Literaturvergn\u00fcgen zu erm\u00f6glichen. Und auch in diesem Jahr werden zwischen dem 18. April und dem 31. 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