{"id":160264,"date":"2017-02-15T20:37:09","date_gmt":"2017-02-15T19:37:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=160264"},"modified":"2017-02-15T20:37:09","modified_gmt":"2017-02-15T19:37:09","slug":"aktuelle-studie-verdeutlicht-anpassungsbedarf-bei-wohnungsbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=160264","title":{"rendered":"Aktuelle Studie verdeutlicht Anpassungsbedarf bei Wohnungsbau"},"content":{"rendered":"<p>Ministerin Priska Hinz: \u201eAm hessischen Wohnungsmarkt muss zielgerichtet gebaut werden. Die Studie bietet allen Akteuren im Wohnungsbau einen Wegweiser, wie sie bedarfsgerecht auch in kleinere Wohnungen investieren k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDer Wohnungsmarkt in Teilen Hessens bleibt angespannt. Umso wichtiger ist nicht nur zu wissen, wie viele Wohnungen in welchen St\u00e4dten und Gemeinden fehlen, sondern auch welche Art von Wohnungen. Darum wurde im Auftrag der Allianz f\u00fcr Wohnen eine Bedarfsanalyse f\u00fcr Wohnformen durchgef\u00fchrt\u201c, sagte die f\u00fcr Wohnungsbau zust\u00e4ndige Ministerin Priska Hinz heute in Wiesbaden. \u201eDie Ergebnisse der Studie sind deutlich: Der Bedarf an Wohnraum in S\u00fcdhessen nimmt weiter zu, weil es viele in den Ballungsraum zieht \u2013 j\u00fcngere und \u00e4ltere Menschen. Hier wird bezahlbarer Wohnraum immer wichtiger, noch dazu steigen die Anforderungen an Barrierefreiheit und Energieeffizienz\u201c, sagte Ministerin Hinz weiter. Die Studie richtet sich an alle Beteiligten am hessischen Wohnungsmarkt: ob Investoren, Mieterbund, Wohnungsbaugesellschaften, Kommunen oder Landkreise und hilft dabei, zielgerichtet zu planen. Sie wurde heute allen Mitgliedern der \u201eAllianz f\u00fcr Wohnen\u201c vorgestellt.<\/p>\n<p>Die Bedarfsanalyse zu den Wohnformen zeigt, dass die Zahl der Seniorenhaushalte bis 2040 stark ansteigen wird. Damit ver\u00e4ndert sich auch die Anforderung an den Wohnraum\u201c, so die Ministerin. \u201eIch sehe unsere Politik best\u00e4tigt: Wir erm\u00f6glichen Wohnungsbaugesellschaften, Kommunen und Investoren der Wohnungswirtschaft mit einer Vielfalt unserer F\u00f6rderprogramme, dem Bedarf entsprechend Bauprojekte in Angriff zu nehmen. Dazu geh\u00f6ren sowohl der altersgerechte Neubau als auch der barrierefreie Umbau von Wohnungen.\u201c<\/p>\n<p>Mehr junge Haushalte in S\u00fcdhessen<\/p>\n<p>Die Studie \u201eWohnraumbedarfe in Hessen nach ausgew\u00e4hlten Zielgruppen und Wohnformen\u201c wurde vom Institut f\u00fcr Umwelt (IWU) erstellt. In der Analyse berechnet das IWU einen Anstieg von Seniorenhaushalten von 60 Prozent. Zudem werden bis 2040 doppelt so viele Menschen in Hessen leben, die \u00e4lter als 85 Jahre sind, als heute. Gleichzeitig wird der Anteil an Familien- und Mehrpersonenhaushalten hessenweit um mehr als 20 Prozent zur\u00fcckgehen.<\/p>\n<p>Allerdings sind die Entwicklungen in Hessen nicht einheitlich: F\u00fcr S\u00fcdhessen ist ein in Teilen gegenl\u00e4ufiger Trend zu beobachten. Das IWU geht davon aus, dass im Regierungsbezirk Darmstadt die Zahl an j\u00fcngeren Haushalten zunehmen wird (plus 17 Prozent). Im Regierungsbezirk Gie\u00dfen hingegen wird ein R\u00fcckgang von 16 Prozent prognostiziert. Auch der Zuwachs an Single- und Paarhaushalten mittleren Alters wird in S\u00fcdhessen laut IWU am st\u00e4rksten sein: plus acht Prozent im Vergleich zum Regierungsbezirk Gie\u00dfen, wo ein R\u00fcckgang von sieben Prozent erwartet wird. Im Regierungsbezirk Darmstadt wird zudem mit der st\u00e4rksten Zunahme an Seniorenhaushalten sowie Single- und Paarhaushalten h\u00f6heren Alters gerechnet.<\/p>\n<p>Diese Entwicklung hat eine starke Ver\u00e4nderung der ben\u00f6tigten Wohnformen und Wohnungsgr\u00f6\u00dfen zur Folge: Der Trend bis 2040 ergibt eine erh\u00f6hte Nachfrage nach Mehrfamilienh\u00e4usern von 14 Prozent. Der Mehrbedarf an selbstgenutzten Eigenheimen, vor allem an Einfamilienh\u00e4usern, steigt hingegen nur um etwa f\u00fcnf Prozent. In der Prognose l\u00e4sst sich also feststellen, dass es eine strukturelle Verschiebung gibt: von Haushalten, die vorwiegend Eigenheime nutzt, hin zu Haushalten, die das Wohnen in Mehrfamilienh\u00e4usern bevorzugt. Dies bedeutet, dass ein h\u00f6herer Bedarf an kleineren Wohneinheiten entsteht. Allerdings wird dieser Entwicklung noch nicht Rechnung getragen: Derzeit werden noch vermehrt Ein- und Zweifamilienh\u00e4user oder Gro\u00dfwohnungen mit mehr als f\u00fcnf Zimmern gebaut. Nach einer neueren Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft K\u00f6ln entstehen noch fast 90 Prozent der Wohnungen in Ein- und Zweifamilienh\u00e4usern.<\/p>\n<p>\u201eNeben der wichtigen Bereitstellung von passgenauen Wohnungen m\u00fcssen wir auch aus \u00f6kologischen Gr\u00fcnden mit der Ressource Boden verantwortungsvoll umgehen. Die Versieglungen durch Einfamilienh\u00e4user je Wohneinheit sind deutlich h\u00f6her als durch den Geschosswohnungsbau. Gerade im Ballungsraum sind Freifl\u00e4chen ein wichtiger Faktor f\u00fcr die Entstehung von Kaltluftstr\u00f6men\u201c, so die Ministerin.<\/p>\n<p>Auch der derzeitige Wohnungsbestand ist dieser Entwicklung am Wohnungsmarkt nur sehr unzureichend gewachsen. Vor allem in l\u00e4ndlichen Gebieten, die \u00fcberwiegend durch Einfamilienhaussiedlungen gepr\u00e4gt sind, werden gute Konzepte gebraucht, wie Seniorinnen und Senioren l\u00e4nger in ihrem Eigenheim wohnen beziehungsweise kleinere Wohnungen f\u00fcr \u00e4ltere B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger bereit gestellt werden k\u00f6nnen. \u201eDie aktuelle Analyse gibt wichtige Hinweise: Der derzeit stattfindende Generationenwechsel sollte dazu genutzt werden, \u00fcber eine ver\u00e4nderte Wohnungsstruktur nach zu denken\u201c, betonte die Ministerin. \u201eDiese Ergebnisse sollten auch die hessischen Wohnungsbauunternehmen ernst nehmen: Es besteht in den kommenden Jahren ein Anpassungsbedarf mit erheblichen Investitionen im Bestand, vor allem in Nord- und Mittelhessen. Bei der aktuellen Knappheit an Wohnungen k\u00f6nnen wir Leerst\u00e4nde nicht verantworten\u201c, appellierte die Ministerin an die Wohnungswirtschaft. \u201eNeue Wohnprojekte wiederum bieten die Chance, sich schon bei der Planung auf gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen einzustellen.\u201c Eine M\u00f6glichkeit w\u00e4ren zum Beispiel flexiblere Grundrisse bei Mehrfamilienh\u00e4usern, um entsprechend der k\u00fcnftigen Bedarfe Ver\u00e4nderungen leichter umsetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eJede B\u00fcrgerin und jeder B\u00fcrger in Hessen muss die M\u00f6glichkeit haben, eine bezahlbare und bedarfsgerechte Wohnung zu finden. Daf\u00fcr setzte ich mich seit dem ersten Tag der schwarz-gr\u00fcnen Landesregierung ein: Wir haben nicht nur neue F\u00f6rderprogramme aufgelegt, die passgenau auf die Bed\u00fcrfnisse verschiedener Zielgruppen eingehen, sondern auch die Mittel kr\u00e4ftig aufgestockt\u201c, sagte Ministerin Hinz weiter. Bis 2019 stellt das Land insgesamt 1,2 Milliarde Euro f\u00fcr die F\u00f6rderung von Wohnungsbau, Wohnungsmodernisierung und -umbau zur Verf\u00fcgung. \u201eWir haben finanziell gut ausgestattete F\u00f6rderprogramme \u2013 f\u00fcr den Bau von Wohnungen f\u00fcr Studierende, Familien und Seniorinnen und Senioren sowie f\u00fcr barrierefreie Modernisierungen. Damit sind wir gut aufgestellt f\u00fcr den demografischen Wandel!\u201c betonte Ministerin Hinz.<\/p>\n<p>Hintergrund zur Analyse:<br \/>\nDie Untersuchung erg\u00e4nzt die Wohnungsbedarfsprognose f\u00fcr die Hessischen Landkreise und kreisfreien St\u00e4dte vom Mai 2016 und soll als Leitfaden f\u00fcr Kommunen, Wohnungsunternehmen und Wohnungsbauentwickler dienen, um zielgerichtet Projekte f\u00fcr den entstehenden Bedarf zu planen und umzusetzen.<br \/>\nDie Studie \u201eWohnraumbedarfe in Hessen nach ausgew\u00e4hlten Zielgruppen und Wohnformen\u201c wird auf einem Fachworkshop am 15. Februar 2017 den Mitgliedern der Allianz f\u00fcr Wohnen vorgestellt und ist nun zum Download verf\u00fcgbar unter: https:\/\/umweltministerium.hessen.de\/sites\/default\/files\/media\/hmuelv\/wohnraumbedarfsanalyse_wohnformen_barrierefrei.pdf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Ministerin Priska Hinz: \u201eAm hessischen Wohnungsmarkt muss zielgerichtet gebaut werden. Die Studie bietet allen Akteuren im Wohnungsbau einen Wegweiser, wie sie bedarfsgerecht auch in kleinere Wohnungen investieren k\u00f6nnen.\u201c \u201eDer Wohnungsmarkt in Teilen Hessens bleibt angespannt. 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