{"id":159867,"date":"2017-02-06T19:40:17","date_gmt":"2017-02-06T18:40:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=159867"},"modified":"2017-02-06T19:41:17","modified_gmt":"2017-02-06T18:41:17","slug":"always-on-wunsch-immer-und-ueberall-erreichbar-zu-sein-bedeutet-stress","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=159867","title":{"rendered":"\u201eAlways on !?\u201c- Wunsch, immer und \u00fcberall erreichbar zu sein, bedeutet Stress"},"content":{"rendered":"<p>Die Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen haben sich durch die Nutzung von Smartphones stark gewandelt. \u201eAlways on\u201c ist heute die Devise. Nach einer Studie zum Medienumgang Jugendlicher sind 95 Prozent aller 12- bis 19-J\u00e4hrigen mit einem Mobiltelefon ausgestattet, 95 Prozent verf\u00fcgen \u00fcber ein Smartphone. Und fast ebenso viele junge Menschen k\u00f6nnen \u00fcber eine Internet-Flatrate Online-Dienste nutzen.<\/p>\n<p>Die Bef\u00fcrchtung, nicht immer und \u00fcberall erreichbar zu sein (\u201eFear of missing out\u201c), bedeutet f\u00fcr Kinder und Jugendliche Stress. So ist ihre teilweise exzessive und risikoreiche Smartphonnutzung zu erkl\u00e4ren. Die Untersuchung belegt aber auch, dass sich die Zahl der Jugendlichen, die sich t\u00e4glich oder mehrmals pro Woche mit Freunden treffen, in den letzten Jahren nur geringf\u00fcgig gesunken ist (2016: 73 %, 2005: 78 %). Sport treiben immerhin noch 69 Prozent, 35 Prozent geben an, t\u00e4glich\/mehrmals in der Woche etwas mit ihrer Familie zu unternehmen. Zwei von f\u00fcnf Jugendlichen (38 %) lesen regelm\u00e4\u00dfig B\u00fccher, bei den M\u00e4dchen sind es fast die H\u00e4lfte (46 %).<\/p>\n<p>Eltern sind unsicher, welche Verantwortung auf sie zukommt. Nicht selten bef\u00fcrchten sie eine Medienabh\u00e4ngigkeit ihrer Kinder, doch nur die wenigsten sind davon betroffen. Allerdings machen Jugendliche negative Erfahrungen mit Cybermobbing (11 %), Missbrauch eigener Daten (42 %), extrem hohen Kosten (24 %), Nachrichten von fremden Personen (27 %), oder sie gaben an, auf nicht jugendfreien Seiten (21 %) gesurft zu haben.<\/p>\n<p>Medienkompetenz erlernen Kinder nur durch \u201eBeziehung\u201c. Das hei\u00dft: Sie brauchen Eltern, die sich daf\u00fcr interessieren, was ihre Kinder interessiert, die bereit sind, mit ihren Kindern dar\u00fcber zu sprechen, die sich trauen, regelnd einzugreifen und auch mal zu streiten, wo es notwendig ist. Reinhard Baumann von der Beratungsstelle f\u00fcr Eltern, Kinder und Jugendliche des Landkreises h\u00e4lt folgende Ma\u00dfnahmen f\u00fcr sinnvoll:<br \/>\nErkennen Sie Medien als wichtigen Teil des Lebens Ihres Kindes an.<\/p>\n<p>Sehen Sie sich in Ihrer eigenen Mediennutzung als Vorbild.<\/p>\n<p>Lassen Sie sich die Lieblingsseiten oder -spiele Ihres Kindes zeigen.<\/p>\n<p>Handeln Sie mit Ihrem Kind Regeln f\u00fcr seine Mediennutzung aus.<\/p>\n<p>Sehen Sie Altersangaben von Spielen und Filmen als verbindlich an.<\/p>\n<p>Verlangen Sie, dass das Handy beim Essen ausgeschaltes wird.<\/p>\n<p>Sprechen Sie mit Ihrem Kind \u00fcber die rechtlichen Grundlagen wie zum Beispiel Datenschutz und Urheberrecht und die Gefahren bei der Weitergabe pers\u00f6nlicher Daten.<\/p>\n<p>Wenn Ihr Kind im Netz mit Konfliktsituationen konfrontiert wird, entscheiden Sie niemals \u00fcber den Kopf Ihres Kindes. Bef\u00e4higen Sie Ihr Kind vielmehr, selbst etwas zu tun, und werden Sie nur in R\u00fccksprache aktiv.<\/p>\n<p>Pers\u00f6nliche Nachrichten auf dem Handy, Tablet oder PC des Kindes sind f\u00fcr Eltern \u201etabu\u201c. Wenn Sie Grund zur Sorge haben, bitten Sie Ihr Kind, Ihnen die Nachrichten zu zeigen.<\/p>\n<p>Wenn sich Ihr Kind \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum sozial isoliert, den Schulbesuch meidet, Ern\u00e4hrung und K\u00f6rperpflege stark vernachl\u00e4ssigt, und dies mit einer intensiven Mediennutzung einhergeht, suchen Sie eine entsprechende Beratungsstelle auf.<\/p>\n<p>Ein eigenes Handy sollten Kinder ab etwa zehn Jahren haben d\u00fcrfen. Das braucht nicht \u00fcber einen Internetzugang zu verf\u00fcgen. Oder passen Sie zumindest die Sicherheitseinstellungen entsprechend an und spielen Sie Jugendschutz-Apps auf. Ein sogenannter Prepaid-Tarif ist empfehlenswert: Die monatliche Grundgeb\u00fchr entf\u00e4llt, und Kinder bekommen ein Gef\u00fchl f\u00fcrs Geld. Auch k\u00f6nnen Jugendliche durchaus die \u201eabgelegten\u201c Mobilfunkger\u00e4te ihrer Eltern nutzen. Weitere Informationen unter www.bmfsfj.de. Dort kann auch die Brosch\u00fcre \u201eGutes Aufwachsen mit Medien\u201c bestellt oder heruntergeladen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Die Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen haben sich durch die Nutzung von Smartphones stark gewandelt. \u201eAlways on\u201c ist heute die Devise. Nach einer Studie zum Medienumgang Jugendlicher sind 95 Prozent aller 12- bis 19-J\u00e4hrigen mit einem Mobiltelefon ausgestattet, 95 Prozent verf\u00fcgen \u00fcber ein Smartphone. 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