{"id":159801,"date":"2017-02-03T20:23:53","date_gmt":"2017-02-03T19:23:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=159801"},"modified":"2017-02-03T20:23:53","modified_gmt":"2017-02-03T19:23:53","slug":"birgit-koempel-zu-besuch-im-begegnungscafe-von-welcome-in","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=159801","title":{"rendered":"Birgit K\u00f6mpel zu Besuch im Begegnungscaf\u00e9 von &#8220;Welcome In&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Noch wird geh\u00e4mmert, ges\u00e4gt und geschraubt, doch das Begegnungscaf\u00e9 f\u00fcr Gefl\u00fcchtete und Einheimische der Initiative &#8220;Welcome In&#8221; nimmt deutlich Formen an:\u00c2\u00a0 Mit viel Enthusiasmus gehen die jungen M\u00e4nner und Frauen ans Werk, um bei der Renovierung der R\u00e4umlichkeiten auf die Zielgerade zu biegen. Das Besondere daran: Etwa die H\u00e4lfte der circa 70 Aktiven ist erst im Laufe der letzten zwei Jahre als Fl\u00fcchtlinge nach Fulda gekommen.<\/p>\n<p>Davon konnte sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Birgit K\u00f6mpel bei ihrem Besuch in der Robert-Kircher-Stra\u00dfe 25 in Fulda nun einen Eindruck verschaffen. &#8220;Wir sind alle eine gro\u00dfe Familie, wir sind alle aktiv&#8221;, berichtet der Iraker Ali Mohammadi mit leuchtenden Augen. Birgit K\u00f6mpel hatte das Projekt von Beginn an begleitet und k\u00fcrzlich erst einen Besuch des Bundestages f\u00fcr eine &#8220;Welcome-In&#8221;-Wohnzimmer-Gruppe organisiert. &#8220;Ich bin begeistert, wie Einheimische und Gefl\u00fcchtete hier Hand in Hand arbeiten. Das\u00c2\u00a0 Wohnzimmer ist ein Vorzeigeprojekt f\u00fcr Integration. Syrer, Iraker, Afghanen und Deutsche verbringen viel Zeit miteinander und unterst\u00fctzen sich&#8221;, sagt K\u00f6mpel. &#8220;Auch Menschen wie ich finden hier eine Anlaufstation oder gar eine Heimat&#8221;, sagt Betty Wondrak, eine Deutsche, die im Wohnzimmer viele Freunde gefunden hat.<br \/>\nGenutzt werden die R\u00e4ume bereits jetzt f\u00fcr Deutsch- und Arabischkurse, Beratung bei Asylverfahren, bei der Jobsuche oder einfach f\u00fcr Gespr\u00e4che und gemeinsame Projekte, in denen sich die Teammitglieder immer besser kennenlernen.<\/p>\n<p>Doch es ist nicht alles eitel Sonnenschein. So l\u00e4uft der Arbeitsvertrag von Projektkoordinator Jochen Schiersch und schon bald aus. Noch wei\u00df der Mann, der diese halbe Stelle mit Vollzeit-Engagement ausf\u00fcllt, nicht, wie es mit ihm beziehungsweise mit dem Treff weitergeht. Eine Antwort auf eine weitere F\u00f6rderung des Innenministeriums steht noch aus.<br \/>\nUnd dann gibt es nat\u00fcrlich unter den Gefl\u00fcchteten auch schwere Schicksale: Wie zum Beispiel das von Ahmad. Der Afghane ist Ende 20, hat in seinem Heimatland als \u00dcbersetzer f\u00fcr die Nato gearbeitet. Davon erfuhren die Taliban,\u00c2\u00a0 verfolgten Ahmad, weil sie in ihm einen Verr\u00e4ter sahen und f\u00e4lschlicherweise dachten, dass er Christ statt Moslem sei. Jahrelang floh er durch ganz Afghanistan, um nicht entdeckt zu werden. Bei der Suche nach Ahmad starb sein Vater. Er und sein j\u00fcngerer Bruder fl\u00fcchteten nach Deutschland, zur\u00fcck blieben Ahmads Frau und seine beiden Kinder. W\u00e4hrend sein Bruder in Gronau (Westfalen) unterkam, lebt Ahmad nun in einer Studenten-WG in Fulda.<\/p>\n<p>Man sollte meinen, dass ein Mensch, der wegen seiner Arbeit bei der Nato von den Taliban mit dem Tode bedroht wurde, als politischer verfolgter Fl\u00fcchtling eingestuft wird. Dem ist aber nicht so. Beim Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge (BAMF) traf Ahmad auf einen Interviewer, der ihm nach seinen Angaben nicht zuh\u00f6rte und ihn auch nicht ausreden lie\u00df. So verf\u00fcgt Ahmad nach Entscheidung des BAMF noch nicht einmal \u00fcber einen Abschiebeschutz. Voller Sorge berichtet er Birgit K\u00f6mpel \u00fcber sein Schicksal und die Angst um seine Familie, die sich in Afghanistan verstecken muss, weil auch sie von den Taliban gesucht wird.<\/p>\n<p>Jochen Schiersch hat f\u00fcr Ahmad nun einen Anwalt eingeschaltet. Auch einige heimische Medien hatten bereits \u00fcber seinen Fall berichtet. Birgit K\u00f6mpel wird sich z\u00fcgig f\u00fcr Ahmad und seinen Bruder einsetzen: &#8220;Ich werde das Innenministerium wegen dieses Falls kontaktieren. Menschen wie Ahmat und seine Familie m\u00fcssen gesch\u00fctzt werden. Ich halte die gegenw\u00e4rtige Abschiebepraxis der Bundesregierung f\u00fcr Menschen nach Afghanistan f\u00fcr falsch &#8211; und damit bin ich nicht alleine in meiner Fraktion. Bei der unsicheren politischen Lage kann niemand nach Afghanistan zur\u00fcckgeschickt werden. Schon gar nicht Verfolgte wie Ahmad und sein Bruder.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Noch wird geh\u00e4mmert, ges\u00e4gt und geschraubt, doch das Begegnungscaf\u00e9 f\u00fcr Gefl\u00fcchtete und Einheimische der Initiative &#8220;Welcome In&#8221; nimmt deutlich Formen an:\u00c2\u00a0 Mit viel Enthusiasmus gehen die jungen M\u00e4nner und Frauen ans Werk, um bei der Renovierung der R\u00e4umlichkeiten auf die Zielgerade zu biegen. 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