{"id":159426,"date":"2017-01-24T19:47:18","date_gmt":"2017-01-24T18:47:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=159426"},"modified":"2017-01-24T19:47:18","modified_gmt":"2017-01-24T18:47:18","slug":"etliche-kinder-mit-schwachem-selbstwertgefuehl-18-prozent-aller-drei-bis-sechsjaehrigen-in-kitas-psychisch-instabil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=159426","title":{"rendered":"Etliche Kinder mit schwachem Selbstwertgef\u00fchl &#8211; 18 Prozent aller Drei- bis Sechsj\u00e4hrigen in Kitas psychisch instabil"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bildschirmfoto-2017-01-24-um-19.46.54.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-159434\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bildschirmfoto-2017-01-24-um-19.46.54-265x483.png\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"483\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bildschirmfoto-2017-01-24-um-19.46.54-265x483.png 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bildschirmfoto-2017-01-24-um-19.46.54-145x265.png 145w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bildschirmfoto-2017-01-24-um-19.46.54-329x600.png 329w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bildschirmfoto-2017-01-24-um-19.46.54.png 654w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fast jedem f\u00fcnften Kind (18 Prozent) in Hessens Kitas fehlen psychische Schutzfaktoren, die es dazu bef\u00e4higen, eine stabile Pers\u00f6nlichkeit zu entwickeln. Diese Auffassung vertreten Erzieherinnen und Erzieher aus 300 Einrichtungen, die an einer repr\u00e4sentativen Umfrage (forsa) im Auftrag der AOK Hessen teilgenommen haben. Sie \u00e4u\u00dferten sich auch \u00fcber die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Entwicklung: Jede zweite befragte Einrichtung f\u00fchrt das auf zu hohe Erwartungen der Eltern an das Kind und auf einen \u00fcberbeh\u00fctenden Erziehungsstil zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Ausgangspunkt f\u00fcr diese Befragung waren die gesetzlich vorgeschriebenen Investitionen in Pr\u00e4ventionsprojekte vor allem in Bildungseinrichtungen (Setting-Ansatz). Aufgrund der steigenden Ausgaben wollte die AOK Hessen wissen, welche Form der F\u00f6rderung Kinder in erster Linie ben\u00f6tigen. Diese Erkenntnisse flie\u00dfen jetzt in die Weiterplanung der Initiative \u201eGesunde Kinder, gesunde Zukunft\u201c ein. So liegt in fast jeder dritten Kita (31 Prozent)\u00c2\u00a0 der Anteil der so genannten \u201eRisikokinder\u201c mit gering ausgepr\u00e4gter Resilienz \u00fcber dem Durchschnitt, in jeder zehnten Kita (11 Prozent) sollen sogar \u00fcber 40 Prozent des Nachwuchses betroffen sein. Eine schwach ausgepr\u00e4gte Resilienz zeigt sich zum Beispiel dadurch, dass es einem Kind auch nach Monaten nicht gelingt, Anschluss an die Gruppe zu finden. Oder es kompensiert diese massive Unsicherheit dadurch, dass es Abl\u00e4ufe st\u00e4ndig und lautstark st\u00f6rt und Regeln \u2013 auch um des Showeffekts willen \u2013 absichtlich bricht. \u201eDie Suchtgefahr ist bei diesen Kindern erheblich st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt, verst\u00e4rkt im Jugend- und Erwachsenenalter. Sie neigen sehr viel eher zur Realit\u00e4tsflucht und wissen oftmals nicht, was ihnen gut tut und wie sie Probleme angehen k\u00f6nnen\u201c, meint Kerstin Roth, Pr\u00e4ventionschefin der AOK Hessen. Es best\u00fcnde somit die Gefahr, dass eine auffallend d\u00fcnnh\u00e4utige, besonders therapiebed\u00fcrftige Generation heran w\u00e4chst, die sich in der sp\u00e4teren Elternrolle kaum zurechtfinden wird. \u201eDie psychische Instabilit\u00e4t von Kindern steht immer im engen Zusammenhang mit den Erziehungsberechtigten, sogar auch dann, wenn sie es nur gut meinen\u201c, erg\u00e4nzt Roth. Der sozio\u00f6konomische Status ist dabei nur ein Faktor von mehreren: Die Befragungsergebnisse deuten vielmehr darauf hin, dass dieses Ph\u00e4nomen milieu\u00fcbergreifend ist und nicht etwa nur vom Haushaltseinkommen abh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>H\u00fcrden und Hemmnisse<br \/>\nAktive Resilienz-F\u00f6rderung w\u00fcrden 55 Prozent der hessischen Kitas umsetzen, und die gro\u00dfe Mehrheit (87 Prozent) sind mit den Ergebnissen zufrieden. Doch im Alltag ergeben sich mannigfaltige Schwierigkeiten, um Kinder, die einer besonderen Zuwendung bed\u00fcrfen, bed\u00fcrfnisgerecht zu betreuen. Erwartungsgem\u00e4\u00df sind Personalmangel (56 Prozent) und Zeitmangel (23 Prozent) Hemmschuh, nicht jedoch die als schwierig empfundenen Kinder selbst (5 Prozent). Daf\u00fcr nehmen Ma\u00dfnahmen zur Integration viel Raum ein (wird von 20 Prozent der Befragten als \u201eschwierig\u201c wahr genommen), doch vor allem die Eltern werden genannt: 20 Prozent der Erzieherinnen und Erzieher berichten, V\u00e4ter und M\u00fctter verhielten sich unkooperativ, w\u00e4hrend 15 Prozent angeben, deren Anspr\u00fcche an die Kinder und die Einrichtung sei viel zu hoch und somit unrealistisch.<\/p>\n<p>Konsequenzen gefordert<br \/>\nZun\u00e4chst best\u00e4tigen die Zahlen, dass bestehende Pr\u00e4ventions-Programme wie PAPILIO oder JolinchenKids unbedingt notwendig sind und sogar ausgeweitet werden sollten. Denn hier spielt die St\u00e4rkung des kindlichen Selbstbewusstseins eine zentrale Rolle. \u201eGleichzeitig muss der Fokus noch mehr auf die Elternpartizipation gelegt werden. M\u00fctter und V\u00e4ter sollten in die p\u00e4dagogische Arbeit besser einbezogen werden\u201c, meint Roth. Erkl\u00e4rtes Ziel der Gesundheitskasse ist es, dass langfristig nahezu jede Einrichtung wenigstens eines der beiden wissenschaftlich sehr gut evaluierten Programme umsetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fast jedem f\u00fcnften Kind (18 Prozent) in Hessens Kitas fehlen psychische Schutzfaktoren, die es dazu bef\u00e4higen, eine stabile Pers\u00f6nlichkeit zu entwickeln. Diese Auffassung vertreten Erzieherinnen und Erzieher aus 300 Einrichtungen, die an einer repr\u00e4sentativen Umfrage (forsa) im Auftrag der AOK Hessen teilgenommen haben. 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