{"id":158102,"date":"2016-12-09T13:39:11","date_gmt":"2016-12-09T12:39:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=158102"},"modified":"2016-12-09T13:39:11","modified_gmt":"2016-12-09T12:39:11","slug":"spd-setzt-bei-planung-der-ice-trasse-auf-lebendige-diskussionskultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=158102","title":{"rendered":"SPD setzt bei Planung der ICE-Trasse auf lebendige Diskussionskultur"},"content":{"rendered":"<p>Aktuell stellt die Bahn sieben Trassenvarianten f\u00fcr die geplante ICE-Bahntrasse Hanau-W\u00fcrzburg\/Fulda vor. Den SPD-Unterbezirken Main-Kinzig und Fulda ist bewusst, dass\u00c2\u00a0 die Planungen auch f\u00fcr die SPD-Ortsvereine eine gro\u00dfe Herausforderung darstellen. Aus diesem Grund trafen sich auf Einladung der hiesigen SPD-Bundes- und Landtagsabgeordneten die 20 betroffenen Ortsvereine der SPD Main-Kinzig und Fulda in Schl\u00fcchtern.<\/p>\n<p>\u201eLogischerweise sind f\u00fcr einige von euch manche Varianten ein Schock. Wir sollten uns aber nicht dazu hinrei\u00dfen lassen, uns gegenseitig den schwarzen Peter zuzuschieben. Deshalb bringen wir jetzt erst einmal alle Argumente auf den Tisch\u201c, begr\u00fc\u00dfte der Landtagsabgeordnete Heinz Lotz die Vertreter der Ortsvereine.<\/p>\n<p>Die Bundestagsabgeordnete Bettina M\u00fcller lobte in ihrer Moderation die Transparenz bei der bisherigen Planung seitens der Bahn, \u00e4u\u00dferte aber auch ihre Bedenken: \u201eIch mache keinen Hehl daraus, dass ich pers\u00f6nlich mit den sieben Trassenvarianten nicht gl\u00fccklich bin. Dennoch bin ich der Meinung, dass ist\u00c2\u00a0 die Arbeit des Dialogforums der Bahn vorbildlich ist. Wir m\u00fcssen uns im Klaren sein, dass diese Art der B\u00fcrgerbeteiligung bei einem Gro\u00dfprojekt in Deutschland bislang einmalig ist. Bereits in der Planungsphase haben die Betroffenen Initiativen oder Kommunen die Chance, ihre Einw\u00e4nde und Sorgen einzubringen\u201c, sagte Bettina M\u00fcller.<\/p>\n<p>\u201eDie Bahn hat wohl aus Stuttgart21 gelernt\u201c, kn\u00fcpfte ihre Kollegin im Bundestag, Birgit K\u00f6mpel, an M\u00fcllers Einsch\u00e4tzung an. K\u00f6mpel ist als Mitglied des Verkehrsausschusses intensiv mit dem 4-Milliarden-Euro-Projekt besch\u00e4ftigt. Sie machte deutlich: \u201eDie SPD hat sich von Anfang an f\u00fcr den Ausbau der Strecke eingesetzt und wir halten ihn weiterhin f\u00fcr enorm wichtig.\u201c Durch die Aufnahme als \u201eVordringlicher Bedarf\u201c in den Bundesverkehrswegeplan 2030 sei eine weitere H\u00fcrde genommen, der Umsetzung stehe nichts mehr im Wege. K\u00f6mpel zu den Gr\u00fcnden, warum der Ausbau so wichtig ist: \u201eDie alte Strecke ist hoffnungslos \u00fcberlastet. Durch den Ausbau wird der Nahverkehr entlastet, Kapazit\u00e4ten f\u00fcr den G\u00fcterverkehr geschaffen und Nerven der Pendler geschont, die Versp\u00e4tungsanf\u00e4lligkeit sinkt.\u201c Ferner k\u00f6nnten die ICEs schneller fahren, und die Anschl\u00fcsse an die Nachbarknoten Frankfurt, Erfurt, Mannheim, W\u00fcrzburg und N\u00fcrnberg optimal erreicht werden. Diese st\u00e4rke auch die ICE-Standorte Fulda und Hanau. Von den sieben Trassenvarianten queren drei den Spessart (sogenannte Mottgers-Spange), vier geh\u00f6ren zur Kinzigtalvariante.<\/p>\n<p>Nachdem den Anwesenden alle Varianten noch einmal vorgestellt worden waren, entspann sich eine lebhafte und sachliche Diskussion. Tobias M\u00fcller, Ortsvereinsvorsitzender Bad Soden-Salm\u00fcnsters sagte: \u201eWir stehen dem Ausbau positiv gegen\u00fcber. Aber eine Variante quer durch das Kurgebiet ist ein absolutes No-Go.\u201c\u00c2\u00a0 Er k\u00f6nne nicht nachvollziehen, dass bei diesem Projekt die Finanzen eine wichtige Rolle spielten: \u201eDiese Strecke wird uns in den n\u00e4chsten 100 Jahren begleiten. Da ist Geld nicht das Wichtigste.\u201c Er appellierte an den \u201egesunden Menschenverstand\u201c der Planer.<\/p>\n<p>Winfried Kress, Alt-B\u00fcrgermeister Fliedens und Vorsitzender des Ortsvereins R\u00fcckers, geht davon aus, dass die Trasse eng an der Bestandsstrecke entlang f\u00fchren wird. \u201eBei der Infoveranstaltung in Neuhof hat die Bahn viel von der Bestandsstrecke gesprochen und selten die Spessart-Varianten genannt.\u201c F\u00fcr Kress steht das \u201eSchutzgut Mensch\u201c im Vordergrund.<\/p>\n<p>Gelnhausens B\u00fcrgermeister und Landratskandidat Thorsten Stolz\u00c2\u00a0 machte deutlich: \u201eAlle B\u00fcrger sind aufgefordert, bei dem Planungsprozess genau hinzuschauen, sich zu informieren und gegen\u00fcber der Bahn die Anliegen, Bedenken und Sorgen direkt vorzubringen. Dann wird die B\u00fcrgerbeteiligung f\u00fcr uns alle eine echte Chance mitzugestalten.\u201c<\/p>\n<p>Harald Kr\u00fcgel, Fraktionsvorsitzender der W\u00e4chtersbacher SPD, brachte es auf den Punkt: \u201eWir m\u00fcssen alle Chancen nutzen, um uns an den Planungen zu beteiligen. Das sind wir den Menschen in unseren Kommunen schuldig.\u201c<br \/>\nSabine Waschke zog ein positives Fazit: \u201eDieses Treffen hat allen sehr viel gebracht. Ich bin \u00fcberzeugt davon, dass es nicht das letzte dieser Art war. Sobald es neue Erkenntnisse gibt, laden wir wieder ein.\u201c<\/p>\n<p>Bildunterzeile: Vertreter der SPD zwischen Gelnhausen und Fulda diskutierten in Schl\u00fcchtern \u00fcber die geplante ICE-Trasse<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Aktuell stellt die Bahn sieben Trassenvarianten f\u00fcr die geplante ICE-Bahntrasse Hanau-W\u00fcrzburg\/Fulda vor. 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