{"id":157706,"date":"2016-11-29T21:47:17","date_gmt":"2016-11-29T20:47:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=157706"},"modified":"2016-11-29T21:47:17","modified_gmt":"2016-11-29T20:47:17","slug":"arbeit-4-0-chancen-und-risiken-des-digitalen-wandels-von-wirtschaft-arbeit-und-gesellschaft-kkv-der-mensch-ist-nicht-fuer-die-arbeit-da-sondern-die-arbeit-fuer-den-mens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=157706","title":{"rendered":"Arbeit 4.0 \u2013 Chancen und Risiken des digitalen Wandels von Wirtschaft, Arbeit und Gesellschaft \u2013 KKV: \u201eDer Mensch ist nicht f\u00fcr die Arbeit da, sondern die Arbeit f\u00fcr den Menschen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Mit den Schlagworten Industrie 4.0 bzw. Arbeit 4.0 wird ein aktueller Trend in Industrie und Wirtschaft bezeichnet: Informations- und Kommunikationstechnologie und klassische industrielle Produktion wachsen immer mehr zusammen. Die Folge sind neue Produktionsverfahren, aber auch deutliche Ver\u00e4nderungen der Produktions- und Arbeitsstrukturen. \u201eAus diesem Grund besch\u00e4ftigt sich der Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV), frei nach dem Motto \u00e2\u20ac\u0161Der Mensch ist nicht f\u00fcr die Arbeit da, sondern die Arbeit f\u00fcr den Menschen\u00e2\u20ac\u02dc damit, wie menschenw\u00fcrdiges Arbeiten insbesondere in dieser immer schneller werdenden digitalisierten Arbeitswelt m\u00f6glich ist\u201c so der geb\u00fcrtige Fuldaer Bundesvorsitzende des KKV, Bernd-M. Wehner. Der F\u00f6rdererkreis f\u00fcr Bildungsarbeit im KKV wird deshalb mit Unternehmen, Verb\u00e4nden und Institutionen \u00fcber den technologischen Wandel in einer digitalisierten Arbeitswelt diskutieren. Dabei gilt das Augenmerk besonders den Auswirkungen auf die sozialen Verh\u00e4ltnisse und der Frage nach Chancen und Risiken f\u00fcr den Menschen an seinem ver\u00e4nderten Arbeitsplatz.<\/p>\n<p>Mit der Bezeichnung \u201eIndustrie 4.0\u201c bzw. \u201eArbeit 4.0\u201c soll das Ziel zum Ausdruck gebracht werden, eine vierte industrielle bzw. arbeitstechnische Revolution einzuleiten. Die erste industrielle Revolution bestand in der Mechanisierung mit Wasser- und Dampfkraft. Darauf folgte die zweite industrielle Revolution: Die Massenfertigung mit Hilfe von Flie\u00dfb\u00e4ndern und elektrischer Energie. Die dritte industrielle Revolution oder auch digitale Revolution wurde durch den Einsatz von Elektronik und IT zur Automatisierung der Produktion ausgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Chancen von Arbeit 4.0 nutzen \u2013 Risiken erkennen und gegensteuern<br \/>\n\u201eUnsere leistungsf\u00e4hige Industrie erbringt einen entscheidenden Anteil an Wertsch\u00f6pfung und Besch\u00e4ftigung in Deutschland und ist so Grundlage f\u00fcr Wohlstand und soziale Sicherheit\u201c unterstreicht deshalb Georg Konen, Vorsitzender des KKV-F\u00f6rdererkreises f\u00fcr Bildungsarbeit. Ein wesentlicher Anteil an Lohnsteuer, Kirchensteuer und Sozialabgaben komme von Arbeitnehmern der Industrie und des Mittelstandes. \u201eUm die deutsche Position im internationalen Wettbewerb zu behaupten, gilt es, die Chancen von Arbeit 4.0 z\u00fcgig zu nutzen, aber auch die Herausforderungen und Risiken rechtzeitig zu erkennen und gegenzusteuern.\u201c<\/p>\n<p>Das sei bei weitem nicht nur eine technische Herausforderung f\u00fcr industrielle Unternehmen sondern auch f\u00fcr mittelst\u00e4ndische Betriebe. Fragen der Ausbildung und Qualifikation spielten dabei genauso eine Rolle wie neue Arbeitsformen und Unternehmensstrukturen. \u201eKurzum: Es gibt kaum einen Bereich in Wirtschaft und Gesellschaft, der durch Arbeit 4.0 nicht direkt oder indirekt betroffen ist\u201c, so der KKV-Bundesvorsitzende Wehner. Und Georg Konen erg\u00e4nzt: \u201eDiese Entwicklung d\u00fcrfen wir nicht dem Zufall \u00fcberlassen. Nicht weil die Technik so viel Spa\u00df macht, sondern weil mit ihr f\u00fcr uns alle auch gro\u00dfe Chancen verbunden sind.\u201c<\/p>\n<p>In einer kleinen Info-Schrift \u201eDigitalisierung und du\u201c weist das Bundeswirtschaftsministerium auf eine Studie hin, wonach die Wirtschaftsleistung in Deutschland bis zum Jahr 2020 um weitere 82 Mrd. Euro steigen w\u00fcrde, wenn wir digitale Technologien konsequent nutzen. \u201eAber es geht nicht nur um Zahlen, es geht nicht nur um Geld. Wir m\u00fcssen heute entscheiden, wie wir morgen leben wollen,\u201c so Konen weiter.<\/p>\n<p>Neue Qualifikationen n\u00f6tig \u2013 Berufsbilder ver\u00e4ndern sich<br \/>\n\u201eDie Digitalisierung hat Hunderttausende neuer Arbeitspl\u00e4tze geschaffen\u201c, f\u00fchrt das Wirtschaftsministerium in der Brosch\u00fcre weiter aus. Neue Qualifikationen seien notwendig. Einen Job wie den Wissensmanager habe es fr\u00fcher nicht gegeben. Viele Berufsbilder ver\u00e4nderten sich. Ein Kfz-Mechaniker m\u00fcsse nicht mehr nur einen \u00d6lwechsel machen k\u00f6nnen. Von ihm w\u00fcrden auch die Spezialkenntnisse einer IT-Fachkraft erwartet.<br \/>\nUnd weiter: Nicht nur was wir arbeiten, habe sich ver\u00e4ndert, sondern auch, wie wir arbeiten. B\u00fcrot\u00e4tigkeiten lie\u00dfen sich daheim erledigen. Telearbeit mache es leichter, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Besprechungen per Videokonferenz, Mails im Wohnzimmer lesen, Dienstpl\u00e4ne online regeln \u2013 das schaffe Flexibilit\u00e4t.<\/p>\n<p>KKV fordert &#8220;Kultur der Unerreichbarkeit&#8221;<br \/>\n\u201eDas ist aber nur die eine Seite der Medaille\u201c, betont Bernd-M. Wehner. \u201eDie andere Seite ist die Gefahr, dass der Mensch aufgrund seiner st\u00e4ndigen Erreichbarkeit nicht mehr abschalten kann.\u201c Deshalb fordere der KKV schon seit l\u00e4ngerem eine &#8220;Kultur der Unerreichbarkeit&#8221; als Teil einer neuen Arbeitsphilosophie. Und er appelliere immer wieder an Arbeitgeber und Vorgesetzte, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor allem im Urlaub und am Sonntag wirklich abschalten zu lassen. Schlie\u00dflich sei (fast) keiner so wichtig, dass er jederzeit f\u00fcr seinen Arbeitgeber erreichbar sein m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Der KKV stimmt insofern Dr. Matthias Meyer, Bereichsleiter im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, ausdr\u00fccklich zu, wenn dieser feststelle, dass die entscheidende Akzeptanz der mit der Digitalisierung einhergehenden Ver\u00e4nderungen dann gegeben sei, wenn es den Menschen auch unter diesen Bedingungen gelinge, \u201eein gutes Leben zu f\u00fchren, mit menschenw\u00fcrdigen Arbeitsverh\u00e4ltnissen und verl\u00e4sslichen sozialen Sicherungssystemen.\u201c Auch der KKV sieht vor allem die Mittelschicht, die in der traditionellen Industriegesellschaft eine zentrale Rolle f\u00fcr den gesellschaftlichen Zusammenhalt spielt, durch den Wandel zu einer digitalen Arbeitswelt unter Druck.<\/p>\n<p>Der katholische Sozialverband weist deshalb darauf hin, dass technologische Entwicklungen immer auch Ver\u00e4nderungen in der Arbeitswelt mit sich bringen. \u201eDamit es hier keine Verlierer gibt, ist es wichtig, dass man diese Entwicklungen rechtzeitig mitgestaltet. Technischer Fortschritt als solcher ist weder gut noch schlecht. Entscheidend ist, wie der Mensch damit umgeht\u201c, betont der KKV-Bundesvorsitzende.<\/p>\n<p>Mit seinem Jahresthema \u201eMensch bleiben in der Arbeitswelt\u201c will der KKV dazu beitragen, dass auch im Wirtschaftsleben die W\u00fcrde der menschlichen Person zu achten und zu f\u00f6rdern sei, schlie\u00dflich \u201eist doch der Mensch Urheber, Mittelpunkt und Ziel aller Wirtschaft\u201c wie es das Zweite Vatikanische Konzil in Gaudium et Spes 63 formuliert habe.<\/p>\n<p>Der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e.V. ist ein katholischer Sozialverband mit rund 80 Ortsgemeinschaften \u2013 u.a. in Monheim am Rhein \u2013 in ganz Deutschland. Informationen zum KKV erhalten Sie im Internet unter www.kkv-bund.de, oder unter 0201 87923 \u2013 0.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Mit den Schlagworten Industrie 4.0 bzw. 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