{"id":15736,"date":"2008-12-05T16:34:00","date_gmt":"2008-12-05T15:34:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=15736"},"modified":"2008-12-06T08:34:28","modified_gmt":"2008-12-06T07:34:28","slug":"verleihung-von-anerkennungsurkunden-des-landes-hessen-fuer-besonderes-soziales-engagement","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=15736","title":{"rendered":"Verleihung von Anerkennungsurkunden des Landes Hessen f\u00fcr besonderes soziales Engagement"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wiesbaden. <\/strong>Als Zeichen der Anerkennung f\u00fcr B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, die in besonderem Ma\u00dfe ehrenamtliche Leistungen erbringen, verleiht das Land Hessen Anerkennungsurkunden f\u00fcr besonderes ehrenamtliches, b\u00fcrgerschaftliches und soziales Engagement. \u201eIn Hessen nimmt die Ehrenamtsf\u00f6rderung einen wichtigen Platz ein. Der au\u00dferordentliche Einsatz von Menschen f\u00fcr Menschen muss unterst\u00fctzt und gew\u00fcrdigt werden\u201c, betonte Sozialministerin Silke Lautenschl\u00e4ger. Die Ehrung, die am heutigen Internationalen Tag des Ehrenamtes in Wiesbaden stattfand, wurde bereits zum sechsten Mal vorgenommen.<!--more--><br \/>\nMenschen, die sich ehrenamtlich engagierten, \u00fcbern\u00e4hmen eine besondere Vorbildfunktion, auf die verst\u00e4rkt der Blick gelenkt werden m\u00fcsse, und leisteten einen Beitrag f\u00fcr das Gemeinwesen. Ehrenamtliches Engagement sei nicht nur eine zentrale Grundlage der demokratischen Gesellschaft und eine wichtige Bedingung f\u00fcr ein tolerantes und friedliches Zusammenleben, sondern auch ein entscheidender Faktor f\u00fcr die Lebensqualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die besondere, eigene Qualit\u00e4t des b\u00fcrgerschaftlichen, freiwilligen oder ehrenamtlichen Engagements gegen\u00fcber hauptamtlicher Arbeit bestehe vor allem darin, dass das Engagement unabh\u00e4ngig von formalisierten Arbeits- und Leistungsstrukturen eingebracht werden kann. \u201eDar\u00fcber hinaus birgt Engagement die Chance, \u00fcber Berufswissen und berufliche Fertigkeiten hinausgehende F\u00e4higkeiten und Kenntnisse kreativ einzusetzen, aber auch zu erwerben\u201c, erkl\u00e4rte die Ministerin. Dass ehrenamtliches Engagement eine eigene Qualit\u00e4t hat, die nicht in Euro und Cent auszudr\u00fccken ist, wissen viele Engagierte und es macht sie stolz.<\/p>\n<p>Die Urkunde soll den Respekt der Landesregierung vor der Leistung des b\u00fcrgerschaftlichen Engagements bekunden und als Ermutigung verstanden werden, sich weiter ehrenamtlich zum Wohle der Gesellschaft zu engagieren. Die Urkunden werden verliehen an Gruppen und Einzelpersonen, die sich in unterschiedlicher Weise besonders verdient gemacht haben um das Gemeinwohl in Hessen. Ausgezeichnet werden in diesem Jahr 9 Einzelpersonen und 9 Gruppen. Diese Vorschl\u00e4ge wurden von einer Jury nach den Richtlinien zur Vergabe der Anerkennungsurkunde aus rund\u00c2\u00a0 300 Vorschl\u00e4gen ausgew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Mit der Anerkennungsurkunde des Landes Hessen werden in diesem Jahr hessische B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ausgezeichnet, die sich in einem von vier Bereichen besonders engagiert und innovative Ans\u00e4tze beim ehrenamtlichen Engagement gezeigt haben.<\/p>\n<p><strong>Im Einzelnen sind dies:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Integrationsf\u00f6rderndes Engagement in unterschiedlicher Form<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Herr Klaus-Dieter Matschke (Rosbach v.d. H\u00f6he) tritt mit seinem Schul-Integrationsprojekt \u201eJudo ohne Grenzen\u201c gegen Gewalt und Ausl\u00e4nderfeindlichkeit an. Ziel ist Abbau von Aggressionen und eine St\u00e4rkung des Selbstbewusstseins sowie eine verbesserte Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund.<\/li>\n<li>Herr Recep G\u00fczel (Viernheim) setzt sich f\u00fcr eine Verbesserung der interreligi\u00f6sen\u00c2\u00a0 Begegnung in unterschiedlichen Bereichen, wie z.B. einem interkulturellen Seniorenaustausch, einer Begegnung von Hauptsch\u00fclern und Migrantensenioren und einem Erz\u00e4hlcafe ein. Er ist Gr\u00fcndungsmitglied der Vorbereitungsgruppe des Christl.-Islam. Dialogs im Kreis Bergstra\u00dfe und unterst\u00fctzt christlich-muslimische Jugendbegegnungen.<\/li>\n<li>Frau Marianne Brodbeck (Kronberg) unterst\u00fctzt mit dem Projekt Hausaufgabenhilfe die Integration von ausl\u00e4ndischen Kindern und Kindern aus sozialschwachen Familien. Zu ihren ehrenamtlichen T\u00e4tigkeiten geh\u00f6rt die Koordination von 32 Betreuerinnen sowie Eltern- und Lehrerkontakte. Erfolg: Klassenversetzungen. Frau Brodbeck tr\u00e4gt erhebliche Kosten f\u00fcr z. B. Honorarkr\u00e4fte selbst. Sie hat dieses Jahr durch gro\u00dfen pers\u00f6nlichen u. finanziellen Einsatz erreicht, dass 14 ausl\u00e4ndische Kinder aus sozialschwachen Familien an den Oberurseler Ferienspielen teilnehmen konnten. Sie hat sehr erfolgreich Geld f\u00fcr ein Projekt zur Unterst\u00fctzung bed\u00fcrftiger Kinder und deren Familien gesammelt.<\/li>\n<li>Herr Reinhard Gro\u00dfe (Dieburg) setzt sich f\u00fcr die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in Schule, Beruf und Gesellschaft ein. Er f\u00f6rdert die Entwicklung von Kindern aus bildungsfernen, benachteiligten Familien. Dar\u00fcber hinaus engagiert er sich f\u00fcr Pr\u00e4vention, Beratung und Behandlung von Suchtkranken. Er ist seit 1988 Vorstandsvorsitzender des Vereins \u201eJugendberatung und Jugendhilfe e.V.\u201c und ebenso seit 1988 Vorstandsvorsitzender des \u201eInternationalen Familienzentrums e.V\u201c in Frankfurt.<\/li>\n<li>Die Gruppe \u201eUnbreakable Boys &amp; Girls\u201c (Wiesbaden) wollen mit ihren Breakdanceauff\u00fchrungen das Bild t\u00fcrkischer Kinder und Jugendlicher verbessern und setzen sich f\u00fcr ein kulturelles Miteinander ein. Die 10 M\u00e4dchen und Jungen zwischen 14 und 22 Jahren haben viel zum Erfolg des Integrations-Theaterprojekts \u201eZeit zu bleiben\u201c (ca. 1000 Zuschauer) beigetragen.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Ehrungen f\u00fcr Initiativen im Bereich Jugend und Familie<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Die Gruppe der Gr\u00fcnder und Organisatoren des Frankfurter Boxcamps der Sportjugend Frankfurt (SJF), Frankfurt\/Main, setzt auf das Motto &#8220;Sport gegen Gewalt&#8221;. Hiermit werden Jugendliche angesprochen, die mit anderen Angeboten der Jugendhilfe nicht mehr erreicht werden. Die Gruppe bietet das p\u00e4dagogische Angebot der Boxtherapie, eine Gewaltpr\u00e4vention f\u00fcr bereits straff\u00e4llig gewordene Jugendliche. Das Projekt zeigt eine hohe Erfolgsquote bei der Resozialisierung straff\u00e4lliger Jugendlicher.<\/li>\n<li>Die Gruppe der Gr\u00fcndungsmitglieder der &#8220;M\u00fchle Regenbogen&#8221; (Ober-Ramstadt) hat auch nach vielen Jahren (seit 1992) in ihrem Engagement nicht nachgelassen. Sie ist nach wie vor dabei, Begegnung und Veranstaltungen von und f\u00fcr Jugendliche zu organisieren. Auch die Renovierung der Begegnungsst\u00e4tte besch\u00e4ftigt die Mitglieder immer wieder. Die Gr\u00fcndungsmitglieder, die mittlerweile zwischen 24 und 28 Jahren alt sind, engagieren sich u.a. f\u00fcr die Durchf\u00fchrung von Schulprojekttagen und Studententreffen in ihrem Begegnungshaus.<\/li>\n<li>Die Gruppe des \u201eBildungsforums Mengerskirchen\u201c engagiert sich f\u00fcr ein ganzheitliches Bildungs- und Erziehungskonzept in ihrer Gemeinde. Sie hat drei Schwerpunktziele: die St\u00e4rkung der Elternkompetenz, die Vernetzung der Kompetenzzentren und die Religiosit\u00e4ts- und Werteerziehung. Das Forum hat sich f\u00fcr die Erprobung des hessischen Bildungs- und Erziehungsplan beworben und wurde ausgew\u00e4hlt. Beispiele einiger Aktionen der Gruppe sind die Einrichtung einer Servicestellte Tagespflege, eines Eltern-Kind-Spielkreises, einer Mittagsverpflegung und Nachmittagsbetreuung sowie Fortbildungsangebote f\u00fcr Eltern.<\/li>\n<li>Die Gruppe der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Aktion Moses (Frankfurt\/Main) hat sich zum Ziel gesetzt, dass Kindesaussetzungen und Kindest\u00f6tungen vermieden werden und bietet deshalb Hilfe f\u00fcr Schwangere in existentiellen Krisen an. Die Ehrenamtlichen beraten und begleiten vor, w\u00e4hrend und nach der Schwangerschaft. Das Notruftelefon ist 18 Stunden t\u00e4glich besetzt.<\/li>\n<li>Die Gruppe \u201eCaritas-Konferenz St. Johannes Baptist der Katholischen Kirchengemeinde Bad Arolsen\u201c engagiert sich mit dem Projekt &#8220;Familien helfen Familien&#8221; f\u00fcr die Unterst\u00fctzung von Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder. Angeboten wird u.a. die Vermittlung von Sprachpaten f\u00fcr ausl\u00e4ndische Eltern und Kinder, Sprachcamps f\u00fcr Grundsch\u00fcler sowie die Vermittlung von Babysittern. Mit der Vermittlung von Vereinsmitgliedschaften soll eine Integration in das Gemeindeleben erleichtert werden.<\/li>\n<li>Frau Ursula We\u00dfling (Darmstadt) engagiert sich seit vielen Jahren in unterschiedlichen Gremien u. a. f\u00fcr Frauen, Familien, Kinder- und Jugendarbeit, Seniorinnen und Senioren, Umwelt- und Verbraucherschutz. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie liegt ihr besonders am Herzen. Ein Leitziel von Frau We\u00dfling ist die Anerkennung von Hausarbeit als konstruktive und produktive Arbeit.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Ehrungen f\u00fcr Initiativen im Seniorenbereich<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Die Gruppe \u201eDie Mandolinos\u201c (Herr Martin Geffert und Herr Ewald Rettig aus Heppenheim) gestaltet seit 18 Jahren mit Gitarre, Mandoline und Gesang einen Nachmittag im Seniorenzentrum \u201eHaus Johannes\u201c, Heppenheim. Die 87j\u00e4hrigen Herren treffen aufgrund eigener Hochaltrigkeit den Musikgeschmack der Bewohnerinnen und Bewohner. Das f\u00fchrt zu hohen Besuchszahlen, da es sch\u00f6ne Erinnerungen weckt.<\/li>\n<li>Herr Ralf Bramesfeld (Wetzlar) engagiert sich seit vielen Jahren in der Landesseniorenvertretung Hessen e.V. Als Internetbeauftragter hat er die Initiativen \u201eSenioren ans Netz\u201c und \u201eSenioren auf Draht\u201c mit aufgebaut und begleitet. Seit 2002 hat er Multiplikatorschulungen und Einweisungen von Redakteuren und Redakteurinnen durchgef\u00fchrt.<\/li>\n<li>Frau Irmtraud Zander <strong>(Petersberg)<\/strong> engagiert sich in vielf\u00e4ltiger Weise f\u00fcr \u00e4ltere Menschen. Durch den Aufbau von Seniorentanzgruppen hilft sie Vereinsamung vorzubeugen und eine Verbesserung der k\u00f6rperlichen und mentalen Beweglichkeit zu erreichen. Dar\u00fcber hinaus wirkt sie mit beim Aufbau eines Netzwerkes Seniorenarbeit im Stadtteil.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Ehrung f\u00fcr Engagement zur Entwicklung lokaler Unterst\u00fctzungsstrukturen f\u00fcr Menschen in schwierigen Lebenslagen<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Frau Ilse Kownatzki (Stadtallendorf) engagiert sich seit 20 Jahren 10 bis 15 Stunden pro Woche in der Kleiderstube der evangelischen Kirchengemeinde Stadtallendorf. Sie leitet ein Team von 6 Personen. J\u00e4hrlich konnte der Reinerl\u00f6s f\u00fcr diakonische Zwecke beziehungsweise f\u00fcr ein Projekt in Afrika zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<\/li>\n<li>Frau Gundula Augustin (Niedernhausen-Engenhahn) ist seit Jahrzehnten vielf\u00e4ltig im sozialen Bereich engagiert. Sie ist Mitglied im Hospizverein Idstein und hat z.B die \u00e4lteste B\u00fcrgerin bis zum Tod mit 102 Jahren begleitet. Sie ist Mitgr\u00fcnderin und Vorstandsmitglied der Christlichen Aktion Mensch-Umwelt e.V. , ein Verein, der eine Kinderkrebsklinik in der Ukraine unterst\u00fctzt. Dar\u00fcber hinaus ist sie Mitgr\u00fcnderin und Vorstandsmitglied des F\u00f6rderkreises f\u00fcr regenerative Energien im Taunus e.V. (organisiert Vortr\u00e4ge, Ausstellungen). Frau Augustin war auch bei der Gr\u00fcndung der ersten Elektrizit\u00e4tswerke in B\u00fcrgerhand, den Elektrizit\u00e4tswerken Sch\u00f6nau (EWS) initiativ.<\/li>\n<li>Die Gruppe \u201eMedizinische Versorgung Wohnungsloser\u201c (Wiesbaden) engagiert sich f\u00fcr wohnungslose und sozial ausgegrenzte Menschen. Einmal pro Woche findet eine \u00e4rztliche und eine zahn\u00e4rztliche Sprechstunde in der Teestube (Diakonisches Werk) statt. Diese Beratungsstelle bietet auch die M\u00f6glichkeit des Tagesaufenthalts f\u00fcr Besucher (t\u00e4gl. 100-120 Besucher). Die insgesamt 5 \u00c4rzte arbeiten ehrenamtlich bei den Patienten, die nicht krankenversichert sind. Zum Team geh\u00f6rt aber auch eine ehrenamtlich t\u00e4tige Krankenschwester u.a. Helfer.<\/li>\n<li>Die Gruppe \u201eDehrner Krebsnothilfe e.V. (Runkel-Dehrn) engagiert sich f\u00fcr krebskranke Menschen. Sie bietet Hilfestellung bei Fragen zur Erkrankung, bei Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen, beim Kontakt mit Krankenkassen u.v.m. Dar\u00fcber hinaus k\u00fcmmern sich die Mitglieder um Betreuung und psychologischer Beistand f\u00fcr alleinlebende Erkrankte. J\u00e4hrlich wenden sich ca. 400 Menschen an den Verein.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wiesbaden. Als Zeichen der Anerkennung f\u00fcr B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, die in besonderem Ma\u00dfe ehrenamtliche Leistungen erbringen, verleiht das Land Hessen Anerkennungsurkunden f\u00fcr besonderes ehrenamtliches, b\u00fcrgerschaftliches und soziales Engagement. \u201eIn Hessen nimmt die Ehrenamtsf\u00f6rderung einen wichtigen Platz ein. Der au\u00dferordentliche Einsatz von Menschen f\u00fcr Menschen muss unterst\u00fctzt und gew\u00fcrdigt werden\u201c, betonte Sozialministerin Silke Lautenschl\u00e4ger. 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