{"id":157110,"date":"2016-11-16T21:41:04","date_gmt":"2016-11-16T20:41:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=157110"},"modified":"2016-11-16T21:41:29","modified_gmt":"2016-11-16T20:41:29","slug":"hausstaubmilbenallergie-praevention-beginnt-vor-der-geburt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=157110","title":{"rendered":"Hausstaubmilbenallergie: Pr\u00e4vention beginnt vor der Geburt"},"content":{"rendered":"<p>Allergiker leiden an Niesattacken, Husten, Bindehautentz\u00fcndungen und Kopfschmerzen. Kindern k\u00f6nnen diese Beschwerden erspart bleiben, wenn Eltern bereits vor der Schwangerschaft aktiv werden.<\/p>\n<p>Eine Hausstaubmilbenallergie beginnt meistens in den ersten sechs Lebensjahren. Kinder von Allergikern sind besonders gef\u00e4hrdet, ebenfalls eine Allergie zu entwickeln. W\u00e4hrend M\u00e4dchen und Jungen mit allergiefreien Eltern nur zu 5 bis 15 Prozent selbst allergisch reagieren, steigt die Wahrscheinlichkeit bereits mit einem allergischen Elternteil auf 20 bis 40 Prozent. Sind Vater und Mutter betroffen, besteht f\u00fcr den Nachwuchs ein 40- bis 60-prozentiges Risiko, selbst an einer Allergie zu erkranken. Auch wenn Eltern rauchen, erh\u00f6ht das die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr eine Allergie bei den Kindern.<\/p>\n<p>Hyposensibilisierung der Eltern kann Kinder sch\u00fctzen<\/p>\n<p>Eine aktuelle Studie des polnischen Allergologen Andrzej Bozek und seiner Kollegen von der Medizinischen Universit\u00e4t Silesia in Zabreze zeigt, dass die Allergie-Pr\u00e4vention bereits mit der Familienplanung beginnt. Das Fazit der Forschergruppe: Paare mit Kinderwunsch k\u00f6nnen aktiv etwas tun, um eine Allergie von ihren Kindern abzuwenden. Allergiker, die sich vor einer Schwangerschaft einer spezifischen Immuntherapie (SIT) unterziehen, verringern das Allergierisiko ihrer Kinder erheblich. Am gr\u00f6\u00dften ist der Effekt, wenn beide Eltern sich f\u00fcr eine Immuntherapie entscheiden.<\/p>\n<p>Um zu diesem Ergebnis zu kommen, untersuchte die polnische Forschergruppe 194 Kinder, deren Eltern vor der Schwangerschaft eine spezifische Immuntherapie gemacht hatten, und eine ebenso gro\u00dfe Vergleichsgruppe von Kindern, deren Eltern keine durchgef\u00fchrt hatte. Ihr Fazit: Die Kinder der SIT-Eltern litten wesentlich seltener unter Anzeichen allergischer Erkrankungen wie Hautausschl\u00e4gen, Neurodermitis, Heuschnupfen und Asthma.<\/p>\n<p>Bislang wurde die SIT, auch Hyposensibilisierung genannt, erst dann eingesetzt, wenn eine Allergie bereits diagnostiziert war. Sie ist die einzige Therapie, die die Ursachen einer Allergie bek\u00e4mpfen kann. Sollten sich die Ergebnisse der polnischen Forscher best\u00e4tigen, k\u00f6nnte sich die Immuntherapie vor der Schwangerschaft in Zukunft als eine wichtige Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahme f\u00fcr die Folgegeneration etablieren.<\/p>\n<p>Milben vertreiben \u2013 auch vom Kindersitz im Auto<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen Eltern nach der Geburt tun, um ihre Kinder vor einer Allergie zu sch\u00fctzen? Oder vor den Folgen einer Allergie, wenn sie bereits ausgebrochen ist? Um eine Allergie zu verhindern, ist eine wichtige Ma\u00dfnahme, das Kind in den ersten vier Monaten ausschlie\u00dflich zu stillen, denn Muttermilch ist allergenarm und enth\u00e4lt Stoffe, die die Darmschleimhaut vor Allergenen sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Hausstaubmilben aus dem Weg zu gehen, ist besonders schwierig. Jetzt im Herbst und mit Beginn der Heizperiode zeigen sich bei Kindern und Eltern wieder verst\u00e4rkt die Symptome dieser Allergie. \u201eDie Milben vermehren sich am st\u00e4rksten von Mai bis Oktober\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Karl-Christian Bergmann, Pneumologe und Leiter der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID). \u201eDie winzigen Spinnentiere finden zum Beispiel im Schlafbereich ideale Lebensbedingungen vor: feucht-warmes Klima in Matratze und Bettw\u00e4sche sowie jede Menge Nahrung in Form menschlicher Hautschuppen. Neue Erkenntnisse zeigen jedoch, dass die allergene Belastung allgegenw\u00e4rtig ist und sich nicht auf das Schlafzimmer beschr\u00e4nkt: Nachts im Schlafzimmer spielen sich nur etwa 10 bis 20 Prozent der t\u00e4glichen Belastung ab. Auch Hausstaub in Wohn- und B\u00fcror\u00e4umen, auf Autositzen und Kinosesseln spielt eine wichtige Rolle im Alltag von Allergikern.\u201c Selbst wenn Milben fast \u00fcberall zu finden sind, so gibt es doch ein paar Tipps, wie die Allergen-Belastung vermindert werden kann:<\/p>\n<p>&#8211; Nach dem Aufstehen nicht gleich das Bett machen. Die Bettdecke zur\u00fcckschlagen und kr\u00e4ftig l\u00fcften \u2013 so entweichen W\u00e4rme und Feuchtigkeit, die Milben besonders sch\u00e4tzen, effektiver.<br \/>\n&#8211; Die Bettw\u00e4sche regelm\u00e4\u00dfig mindestens eine Stunde bei 60 Grad waschen.<br \/>\n&#8211; Die Kuscheltiere von Kindern 24 Stunden in ein Gefrierfach legen. Das t\u00f6tet die Milben ab, die sich oft in den pl\u00fcschigen Spielgef\u00e4hrten tummeln.<br \/>\n&#8211; Teppichfu\u00dfb\u00f6den in den eigenen vier W\u00e4nden kr\u00e4ftig saugen, andere Fu\u00dfb\u00f6den idealerweise feucht wischen.<br \/>\nKindersitze im Auto sind h\u00e4ufig von Milben besiedelt und sollten deshalb unbedingt regelm\u00e4\u00dfig gereinigt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Allergiker leiden an Niesattacken, Husten, Bindehautentz\u00fcndungen und Kopfschmerzen. Kindern k\u00f6nnen diese Beschwerden erspart bleiben, wenn Eltern bereits vor der Schwangerschaft aktiv werden. Eine Hausstaubmilbenallergie beginnt meistens in den ersten sechs Lebensjahren. Kinder von Allergikern sind besonders gef\u00e4hrdet, ebenfalls eine Allergie zu entwickeln. 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