{"id":157051,"date":"2016-11-13T17:27:36","date_gmt":"2016-11-13T16:27:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=157051"},"modified":"2016-11-13T17:27:36","modified_gmt":"2016-11-13T16:27:36","slug":"lesung-mit-hermann-vinke-in-der-ehemaligen-heubacher-synagoge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=157051","title":{"rendered":"Lesung mit Hermann Vinke in der ehemaligen Heubacher Synagoge"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/16_11_IntLeseland_Heubach005.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-157055\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/16_11_IntLeseland_Heubach005-265x176.jpg\" alt=\"16_11_intleseland_heubach005\" width=\"265\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/16_11_IntLeseland_Heubach005-265x176.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/16_11_IntLeseland_Heubach005-768x509.jpg 768w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/16_11_IntLeseland_Heubach005-600x398.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/16_11_IntLeseland_Heubach005.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>&#8220;Im Gedenken&#8221; \u2013 das ist der Titel einer Arbeit der Fuldaer Malerin Britta Blenk, die an diesem Nachmittag in Heubach ausgestellt, aber auch erl\u00e4utert wurde. Das Thema \u201cGedenken\u00e2\u20ac\u009d war auch die Klammer, die Bildbetrachtung und Buchvorstellung verband. Die Ballade &#8220;Kinderschuhe aus Lublin&#8221; von Johannes R. Becher b\u00fcndelt das unfassbare Leid der Menschen im Bild jener Schuhe, die dort im KZ zusammengetriebenen Kindern vor ihrer Ermordung ausgezogen und zur Weiternutzung &#8220;ins Reich&#8221; geschickt wurden. Hermann Vinke, der Autor der Wilm-Hosenfeld-Biografie &#8220;Ich sehe immer den Menschen vor mir\u00e2\u20ac\u009d, trug Bechers Gedicht vor.\u00c2\u00a0 Britta Blenk beschrieb, was sie nach der Begegnung mit diesem Text zu dem Bild angeregt und bei den Entscheidungen zu Materialauswahl und Gestaltung geleitet hatte \u2013 und er\u00f6ffnete so einen neuen Blick auf das das dreiteilige Gem\u00e4lde.<br \/>\nMit seinem Buch gibt Hermann Vinke einen Einblick in das Leben und die Lebensauffassung des Wehrmacht-Offiziers und Thalauer Volksschullehrers Wilm Hosenfeld. Der, 1895 in Mackenzell geboren, wird Soldat im Ersten Weltkrieg. Danach pr\u00e4gen den jungen Katholiken die Reformp\u00e4dagogik ebenso wie der nationale Zweig der Wandervogelbewegung. Und er l\u00e4sst sich faszinieren vom Aufstieg Hitlers und dessen Partei. Bei Kriegsausbruch dr\u00e4ngt es ihn zur\u00fcck in die Armee.<\/p>\n<p>In Polen wird er rasch mit den Folgen der Gewalt und des brutalen Antisemitismus&#8217; konfrontiert \u2013 und bewahrt sich seine Menschlichkeit, orientiert sich an seinem christlichen Glauben. &#8220;Hosenfelds moralischer Kompass ist in all den Jahren intakt geblieben&#8221; unterstrich Vinke, der vor der eigentlichen Lesung Hosenfelds Herkommen und Werdegang skizziert hatte. Mit Fantasie und einem Mut, der ihn nicht nur seine Karriere, sondern sein Leben h\u00e4tte kosten k\u00f6nnen, setzt sich Wilm Hosenfeld f\u00fcr Verfolgte ein. Das belegen sein Tagebuch und Briefe an seine Frau Annemarie in Thalau. So stellt er unter anderem einen auf der Fahndungsliste der Deutschen stehenden polnischen Priester in der von ihm geleiteten Sportschule ein. Und er bewahrt neben fast 60 anderen Menschen auch &#8220;den Pianisten&#8221; vor dem Tod: Die Rettung des j\u00fcdischen Musikers Wladyslaw Szpilman machte der Regisseur Roman Polanski in seinem Film &#8220;Der Pianist&#8221; weltweit bekannt.<\/p>\n<p>Sein Rettungseinsatz f\u00fcr andere bewahrte Hosenfeld nicht vor einem schlimmen Schicksal: Der Vater von f\u00fcnf Kindern geriet in sowjetische Gefangenschaft und starb dort 1952 fern der Heimat. Die Jerusalemer Holocaustgedenkst\u00e4tte Yad Vashem ernannte Hosenfeld 2008 postum zum \u201cGerechten unter den V\u00f6lkern\u00e2\u20ac\u009d. Nach intensiven Fragen der Zuh\u00f6rer an Vinke nutzten viele noch die Gelegenheit, sich das am B\u00fcchertisch der Fuldaer Dombuchhandlung erworbene Buch signieren zu lassen.<\/p>\n<p>Im Namen des gastgebenden F\u00f6rdervereins dankte Hartmut Zimmermann dem Autor Hermann Vinke und der Malerin Britta Blenk, aber auch der Initiative \u201cLeseland Hessen\u00e2\u20ac\u009d f\u00fcr die F\u00f6rderung der Veranstaltung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>&#8220;Im Gedenken&#8221; \u2013 das ist der Titel einer Arbeit der Fuldaer Malerin Britta Blenk, die an diesem Nachmittag in Heubach ausgestellt, aber auch erl\u00e4utert wurde. Das Thema \u201cGedenken\u00e2\u20ac\u009d war auch die Klammer, die Bildbetrachtung und Buchvorstellung verband. Die Ballade &#8220;Kinderschuhe aus Lublin&#8221; von Johannes R. 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