{"id":156338,"date":"2016-10-20T21:29:36","date_gmt":"2016-10-20T19:29:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=156338"},"modified":"2016-10-20T21:29:36","modified_gmt":"2016-10-20T19:29:36","slug":"kkv-mensch-bleiben-in-der-arbeitswelt-der-mensch-ist-nicht-fuer-die-arbeit-da-sondern-die-arbeit-fuer-den-menschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=156338","title":{"rendered":"KKV: \u201eMensch bleiben in der Arbeitswelt\u201c \u2013 \u201cDer Mensch ist nicht f\u00fcr die Arbeit da, sondern die Arbeit f\u00fcr den Menschen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eMensch bleiben in der Arbeitswelt\u201c lautet das derzeitige Schwerpunktthema des KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung. Damit greift der katholische Sozialverband ein Thema auf, das heute aktueller ist denn je. Die Globalisierung mit ihrem internationalen Druck auf die Unternehmen und damit auch auf die Arbeitnehmer wird immer gr\u00f6\u00dfer. Alles muss immer schneller und billiger produziert werden. Dass dabei vielfach die Qualit\u00e4t auf der Strecke bleibt, liegt auf der Hand. \u201eDie zahlreichen R\u00fcckrufaktionen \u2013 nicht nur bei den Autoherstellern \u2013 zeigen dies sehr deutlich\u201c, so der geb\u00fcrtige Fuldaer KKV-Bundesvorsitzende Bernd-M. Wehner. \u201eDem Konsumenten wird vorgegaukelt, dass er nur auf der H\u00f6he der Zeit ist, wenn er die jeweils neuesten elektronischen Ger\u00e4te hat oder die modernste Designer-Mode tr\u00e4gt.\u201c Wie hat es Danny Kaye, der amerikanische Entertainer, so treffen formuliert: \u201eManche Menschen geben Geld aus, das sie nicht haben, f\u00fcr Dinge die sie nicht brauchen, um Leuten zu imponieren, die sie nicht m\u00f6gen.\u201c<\/p>\n<p>Hinzu komme eine Mentalit\u00e4t, alles sofort und gleichzeitig haben zu wollen. Deshalb pl\u00e4diert der KKV immer wieder f\u00fcr eine Kultur des Ma\u00dfes und der Gen\u00fcgsamkeit. So ist es Ziel der Wirtschaft, die materielle Versorgung mit allem, was wir zum Leben brauchen, sicherzustellen und nicht den \u00dcberfluss zu produzieren, wie es das II. Vatikanische Konzil in Gaudium et Spes 63 (GS) auf den Punkt gebracht hat. Schlie\u00dflich sind die Ressourcen wie Rohstoffe, Maschinen, Grund und Boden, menschliche Arbeitskraft usw. knapp. \u201eWir m\u00fcssen daher Wirtschaftsordnungen schaffen bzw. die Wirtschaft so organisieren, dass diese knappen Ressourcen m\u00f6glichst effizient und vern\u00fcnftig genutzt werden, so Wehner weiter. Deshalb seien auch im Wirtschaftsleben \u201edie W\u00fcrde der menschlichen Person und ihre ungeschm\u00e4lerte Berufung wie auch das Wohl der gesamten Gesellschaft zu achten und zu f\u00f6rdern, ist doch der Mensch Urheber, Mittelpunkt und Ziel aller Wirtschaft\u201c (GS 63).<\/p>\n<p>KKV vergibt alle zwei Jahre den Preis f\u00fcr den \u201eEhrbaren Kaufmann\u201c.<br \/>\nNicht zuletzt deshalb vergibt der KKV alle zwei Jahre den Ehrenpreis \u201eEhrbarer Kaufmann\u201c. Er setzt damit ein starkes Zeichen f\u00fcr einen verantwortlichen und ethisch guten Umgang von Unternehmern mit Mitarbeitern und Kunden sowie der Gesellschaft als Ganzes. Mit dem Ehrenpreis erinnert er an eine alte Kernkompetenz des Verbandes: Das Ideal des \u201eehrbaren Kaufmanns\u201c. \u201eW\u00e4hrend der Begriff heute wieder eine gesellschaftspolitische Renaissance erlebt, hat der KKV als einstmals kaufm\u00e4nnischer Verband die Idee seit 1877 hochgehalten und auch dann dazu gestanden, als es nicht unbedingt angesagt war, in Zeiten schneller Gewinne bodenst\u00e4ndig, nachhaltig und sozial zu sein\u201c unterstreicht Joachim H\u00fcpkes, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des KKV-Bundesverbandes. Der Leitspruch des KKV &#8220;Ehrlich im Handel, christlich im Wandel&#8221; sei daher aktueller denn je.<\/p>\n<p>Vereinbarkeit von Familie und Beruf<br \/>\nPapst Franziskus wies am 19.08.15 vor rund 7.000 Pilgern in Rom darauf hin, dass \u201edie moderne Organisation der Arbeit oft eine gef\u00e4hrliche Tendenz aufweist, die Familie als Last f\u00fcr die Produktivit\u00e4t anzusehen und ein feindliches Klima gegen\u00fcber Kindern und alten Menschen zu schaffen.\u201c Aus diesem Grund tritt der katholische Sozialverband auch daf\u00fcr ein, dass Familie und Beruf in fairer Weise miteinander vereinbar sein m\u00fcssen. Auch hier gilt: Nicht die Familienstrukturen m\u00fcssen sich der Wirtschaft anpassen, sondern die Wirtschaft muss sich nach den Bed\u00fcrfnissen der Familien ausrichten.<\/p>\n<p>Arbeit 4.0 \u2013 Chancen und Risiken<br \/>\nWeiter wird der KKV frei nach dem Motto \u201cDer Mensch ist nicht f\u00fcr die Arbeit da, sondern die Arbeit f\u00fcr den Menschen\u201c dar\u00fcber diskutieren, wie menschenw\u00fcrdiges Arbeiten insbesondere in einer immer schneller werdenden digitalisierten Arbeitswelt m\u00f6glich ist. Unter dem Stichwort \u201eArbeit 4.0\u201c wird der F\u00f6rdererkreis f\u00fcr Bildungsarbeit im KKV mit Unternehmen, Verb\u00e4nden und Institutionen \u00fcber den technologischen Wandel in einer digitalisierten Arbeitswelt diskutieren. \u201eDabei gilt unser Augenmerk besonders den Auswirkungen auf die sozialen Verh\u00e4ltnisse und der Frage nach Chancen und Risiken f\u00fcr den Menschen an seinem ver\u00e4nderten Arbeitsplatz\u201c, betont Georg Konen, der Sprecher des KKV-F\u00f6rdererkreises f\u00fcr Bildungsarbeit.<\/p>\n<p>Sonntagsschutz \u2013 ein Geschenk f\u00fcr die Menschen<br \/>\nEin weiterer Schwerpunkt des KKV ist deshalb die Frage des Sonntagsschutzes. Auch hier gilt: Die Arbeit geh\u00f6rt zwar zum Leben, aber sie ist nicht das Leben. Deswegen ist das Gebot der Sonntagsruhe ein Bollwerk gegen die (freiwillige oder erzwungene) Versklavung des Menschen durch die Arbeit.<\/p>\n<p>KKV fordert &#8220;Kultur der Unerreichbarkeit&#8221;<br \/>\nUnd weil die Arbeit nie aufh\u00f6rt, muss der Mensch immer wieder mit der Arbeit aufh\u00f6ren \u2013 zumindest im Urlaub und am Sonntag. Deshalb fordert der KKV schon seit l\u00e4ngerem eine &#8220;Kultur der Unerreichbarkeit&#8221; als Teil einer neuen Arbeitsphilosophie. Und er appelliert immer wieder an Arbeitgeber und Vorgesetzte, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor allem im Urlaub wirklich abschalten zu lassen. \u201eSchlie\u00dflich ist keiner so wichtig, dass er jederzeit f\u00fcr seinen Arbeitgeber erreichbar sein muss\u201c, unterstreicht der KKV-Bundesvorsitzende und f\u00fcgt mit einem Augenzwinkern hinzu: \u201eNa ja, fast keiner!\u201c<\/p>\n<p>Der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e.V. ist ein katholischer Sozialverband mit rund 80 Ortsgemeinschaften in ganz Deutschland. Informationen zum KKV erhalten Sie im Internet unter www.kkv-bund.de, oder unter 0201 87923-0.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eMensch bleiben in der Arbeitswelt\u201c lautet das derzeitige Schwerpunktthema des KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung. Damit greift der katholische Sozialverband ein Thema auf, das heute aktueller ist denn je. 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