{"id":156061,"date":"2016-10-13T07:43:10","date_gmt":"2016-10-13T05:43:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=156061"},"modified":"2016-10-13T07:43:10","modified_gmt":"2016-10-13T05:43:10","slug":"arbeitsmarktstrategie-des-landkreises-fulda-zur-integration-von-fluechtlingen-schafft-struktur-und-uebersicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=156061","title":{"rendered":"Arbeitsmarktstrategie des Landkreises Fulda zur Integration von Fl\u00fcchtlingen schafft Struktur und \u00dcbersicht"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWir wissen, wo wir hinwollen, aber nicht genau, von wo wir loslaufen m\u00fcssen\u201c, sagt Ulrich Nesemann, Fachdienstleiter Kommunaler Arbeitsmarkt beim Kreisjobcenter, und verdeutlicht damit die Ausgangssituation bei der Integration von Fl\u00fcchtlingen in den regionalen Arbeitsmarkt.<\/p>\n<p>Mit einer Arbeitsmarktstrategie, die sich aus verschiedenen Modulen zusammensetzt, schafft der Landkreis Fulda bessere Startbedingungen \u2013 f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge, f\u00fcr die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beteiligten Beh\u00f6rden und nicht zuletzt f\u00fcr die potenziellen Arbeitgeber, die Menschen mit Fluchthintergrund ausbilden und besch\u00e4ftigen m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Die Bestandteile der Integrationskette lauten: Potenzialanalyse\/Profiling, Sprachf\u00f6rderung, Berufliche Qualifizierung sowie Beratung und Vermittlung. \u201eAm Anfang aller Bem\u00fchungen muss die sorgf\u00e4ltige Erhebung der Potenziale stehen, damit daraus Angebote entwickelt werden k\u00f6nnen, die den Teilnehmern gerecht werden und die der Arbeitsmarkt auch braucht\u201c, erkl\u00e4rt Nesemann.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der ersten Potenzialanalyse, die zwischen Dezember 2015 und Juni 2016 durchgef\u00fchrt worden ist, liegen inzwischen vor. Genau 1152 Asylbewerber sind laut Nesemann befragt worden. Erhoben wurden neben Alter, Geschlecht und Herkunftsland die vorhandenen Sprachkenntnisse, die Dauer des Schulbesuchs, die Bildungsabschl\u00fcsse sowie die Berufserfahrung nach Branchen.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Befragung hatte keinen wissenschaftlichen Anspruch, und wir wissen auch um die Einschr\u00e4nkungen hinsichtlich Repr\u00e4sentativit\u00e4t und Validit\u00e4t, aber wir haben eine Grundlage geschaffen und verf\u00fcgen damit \u00fcber eine Planungshilfe, die die Beratungs- und Vermittlungsarbeit erleichtert\u201c, betont der Fachdienstleiter. Die Befragung habe gezeigt, dass gut zwei Drittel der Fl\u00fcchtlinge \u00fcber keine Kenntnisse der deutschen Sprache verf\u00fcgen, etwa 25 Prozent der Befragten konnten Grundkenntnisse vorweisen, sechs Prozent mittlere Kenntnisse und nur knapp zwei Prozent umfassende Deutschkenntnisse.<\/p>\n<p>Das Angebot an Sprachkursen, die in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule des Landkreises und verschiedenen Tr\u00e4gern angeboten werden, sei vielf\u00e4ltig. Es gebe ebenfalls ein ganzes B\u00fcndel an Ma\u00dfnahmen zur Berufsorientierung &#8211; f\u00fcr Jugendliche, Erwachsene und speziell auch f\u00fcr M\u00fctter mit Migrationshintergrund. Zudem w\u00fcrden auch Arbeitsgelegenheiten f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge und Asylbewerber in und au\u00dferhalb der Gemeinschaftsunterk\u00fcnfte angeboten. \u201eEs gibt ganz unterschiedliche Einsatzorte und f\u00fcr die Arbeit wird eine Aufwandsentsch\u00e4digung gezahlt. Die Arbeitsgelegenheiten zielen darauf ab, die soziale Integration zu f\u00f6rdern, sich an den Umgang mit Kollegen und Vorgesetzte sowie die Einhaltung von Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten zu gew\u00f6hnen\u201c, erl\u00e4utert Nesemann.<\/p>\n<p>Damit der Prozess der Arbeitsmarktintegration effizient gesteuert und gestaltet werden kann, wurde das gemeinsame Arbeitsmarktb\u00fcro des Landkreises Fulda und der Agentur f\u00fcr Arbeit eingerichtet. F\u00fcnf Mitarbeiterinnen des Landkreises und ein Mitarbeiter der Agentur begleiten die Fl\u00fcchtlinge von der Potenzialanalyse \u00fcber verschiedene F\u00f6rderma\u00dfnahmen bis hin zur Vermittlung in Ausbildung und Arbeit. Gleichzeitig beraten sie Arbeitgeber zur Besch\u00e4ftigung von Menschen mit Fluchthintergrund.<\/p>\n<p>\u201eUnser regionaler Arbeitsmarkt ben\u00f6tigt aktuell und in Zukunft eine Vielzahl von Arbeitskr\u00e4ften. Dieser Bedarf kann zum Teil auch durch die Menschen, die in Deutschland Schutz vor Verfolgung und Gewalt suchen, abgedeckt werden\u201c, so Nesemann.\u201c Mit dem Erwerb der deutschen Sprache und Qualifikationen, die dem deutschen Arbeitsmarkt gerecht werden, sind die Perspektiven gut. Und nicht zuletzt ist die Integration in das Arbeitsleben ein wesentlicher Bestandteil zur Integration in unsere Gesellschaft.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eWir wissen, wo wir hinwollen, aber nicht genau, von wo wir loslaufen m\u00fcssen\u201c, sagt Ulrich Nesemann, Fachdienstleiter Kommunaler Arbeitsmarkt beim Kreisjobcenter, und verdeutlicht damit die Ausgangssituation bei der Integration von Fl\u00fcchtlingen in den regionalen Arbeitsmarkt. 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