{"id":155837,"date":"2016-10-06T00:38:28","date_gmt":"2016-10-05T22:38:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=155837"},"modified":"2016-10-06T00:38:28","modified_gmt":"2016-10-05T22:38:28","slug":"hessenforst-sammelt-saatgut-ausgewaehlter-baeume","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=155837","title":{"rendered":"HessenForst sammelt Saatgut ausgew\u00e4hlter B\u00e4ume"},"content":{"rendered":"<p>Die hessischen B\u00e4ume tragen in diesem Jahr besonders viele Fr\u00fcchte. Aktuell prasseln Millionen Bucheckern zu Boden. In ausgew\u00e4hlten Waldbest\u00e4nden f\u00e4ngt HessenForst die Samen mit Netzen auf, um das Saatgut zu sichern. F\u00fcr die F\u00f6rsterinnen und F\u00f6rster sind die wertvollen Samen der Grundstein f\u00fcr die n\u00e4chste Waldgeneration.<\/p>\n<p>\u201eAlle Waldb\u00e4ume haben in diesem Fr\u00fchjahr gut gebl\u00fcht, besonders die Buche\u201c, berichtet Lothar Volk, Saatgutexperte von HessenForst. Er ist in ganz Hessen unterwegs und pr\u00fcft die Ernteaussichten der Saatgutbest\u00e4nde. \u201eNach der \u00fcppigen Bl\u00fcte war die gute Wasserversorgung in diesem Sommer optimal f\u00fcr das Ausbilden der Samen. Die B\u00e4ume konnten in dieser Zeit ihre Energie in Samen und Zapfen stecken, wir haben bei fast allen Baumarten ein echtes Mastjahr\u201c, berichtet Volk weiter. Die Trockenheit der letzten Wochen hat die Samenentwicklung kaum noch beeinflusst.<\/p>\n<p>Waldpflege f\u00fcr eine stabile Zukunft<br \/>\n\u00dcber Jahrzehnte haben F\u00f6rsterinnen und F\u00f6rster untersucht, welche Baumart wo besonders stabil und gut w\u00e4chst. \u201eEs gibt innerhalb jeder Baumart genetische Unterschiede. Die besten Waldbest\u00e4nde haben wir als Saatgutbest\u00e4nde registriert\u201c, erl\u00e4utert Volk. Sie seien sehr gut an die jeweiligen Standorte angepasst und besonders stabil.<br \/>\nIn diesem Jahr stecken die B\u00e4ume wieder alle Energie in die Fruchtbildung. \u201eDas Holzwachstum verlangsamt sich, einigen wird man noch jahrelang diesen Kraftakt anmerken. Doch f\u00fcr das \u00d6kosystem Wald ist es ein Segen\u201c, schildert HessenForst-Chef Michael Gerst die Situation. Aktuell werden Netze unter den B\u00e4umen ausgelegt, um Bucheckern aufzufangen. Auf der Fl\u00e4che eines Fu\u00dfballfeldes k\u00f6nnen es bis zu einer Million Samen sein.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wird immer nur ein Bruchteil davon eingesammelt. \u201eDie meisten keimen im n\u00e4chsten oder \u00fcbern\u00e4chsten Fr\u00fchjahr vor Ort in der Natur und bilden eine neue Baumgeneration. Wir sorgen dann mit unserer Waldpflege daf\u00fcr, dass die zierlichen B\u00e4umchen ausreichend Licht und N\u00e4hrstoffe bekommen. Nur so k\u00f6nnen sie zu einem stabilen und gemischten Wald heranwachsen\u201c,\u00c2\u00a0 erl\u00e4utert Gerst das Vorgehen.<\/p>\n<p>Samen \u2013 ein Segen f\u00fcr die Natur<br \/>\nAber nicht nur die F\u00f6rsterinnen und F\u00f6rster freuen sich \u00fcber die Samen, auch viele Tierarten finden in diesem Herbst einen reich gedeckten Tisch. V\u00f6gel, Rehe und Wildschweine, M\u00e4use, Eichh\u00f6rnchen oder Eichelh\u00e4her fressen gern Bucheckern. Mit 40 Prozent Fettgehalt eine willkommene St\u00e4rkung vor dem kalten Winter. W\u00e4hrend ein Buchfink nach 14 Bucheckern pro Tag satt auf einem Ast schlummert, vertilgt ein Eichh\u00f6rnchen im Herbst \u00fcber 200 pro Tag und versteckt ebenso viele als Wintervorrat im Waldboden.<\/p>\n<p>In Notzeiten waren Bucheckern auch bei Menschen in aller Munde. Das ausgepresste \u00d6l nutzte man beim Kochen oder Braten. Sie wurden ger\u00f6stet und gemahlen sogar als Mehl\u00c2\u00a0 oder Kaffeeersatz verzehrt.<\/p>\n<p>Klimawandel erh\u00f6ht den Takt<br \/>\nIn den letzten 20 Jahren, so zeigen die Untersuchungen der F\u00f6rster, haben die Mastjahre zugenommen. \u201eDie Abst\u00e4nde sind k\u00fcrzer geworden\u201c, stellt Volk fest. \u201eBis Ende der 1980\u00e2\u20ac\u2122er Jahre konnten wir noch alle 5 bis 8 Jahre mit \u00fcppiger Samenbildung rechnen, jetzt leisten die B\u00e4ume diesen Kraftakt schon alle 2 bis 3 Jahre.\u201c Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr werden von den Waldexperten noch erforscht. Wahrscheinlich sind die H\u00e4ufung warmer Jahre mit erh\u00f6hter Sonneneinstrahlung aufgrund der Klimaerw\u00e4rmung sowie die erh\u00f6hte Stickstoffversorgung der B\u00e4ume ausschlaggebend.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr unser Ziel der artenreichen Waldverj\u00fcngung ist das nat\u00fcrlich zun\u00e4chst positiv\u201c, sagt Gerst. \u201eDoch das verk\u00fcrzt auch den Erholungszeitraum f\u00fcr die Altb\u00e4ume. Es kann sein, dass sie dadurch langfristig geschw\u00e4cht und anf\u00e4llig f\u00fcr Krankheiten werden. Unsere Wissenschaftler beobachten auch dieses Ph\u00e4nomen deshalb genau. Den Gesundheitszustand der B\u00e4ume erfassen wir j\u00e4hrlich, denn wir wollen stabile W\u00e4lder erhalten.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Die hessischen B\u00e4ume tragen in diesem Jahr besonders viele Fr\u00fcchte. Aktuell prasseln Millionen Bucheckern zu Boden. 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