{"id":155728,"date":"2016-10-03T20:12:19","date_gmt":"2016-10-03T18:12:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=155728"},"modified":"2016-10-03T20:12:19","modified_gmt":"2016-10-03T18:12:19","slug":"die-deutsche-palliativstiftung-wird-unternehmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=155728","title":{"rendered":"Die Deutsche PalliativStiftung wird Unternehmer"},"content":{"rendered":"<p>Der 1. Oktober ist Tag der Stiftungen. Das nimmt die Deutsche PalliativStiftung (DPS) zum Anlass ihr Unternehmen \u201eR.S. Sch\u00fctzen und Helfen\u201c vorzustellen. Mit dieser Unternehmens\u00fcbernahme reagiert die DPS auf die anhaltende Niedrigzinsphase, die Stiftungen dazu zwingt, nach alternativen Finanzierungsm\u00f6glichkeiten zu suchen.<br \/>\nDie momentane Anlage- und Zinssituation erschwert den Stiftungen ihre Arbeit. Die Ertr\u00e4ge aus dem Grundstockverm\u00f6gen der Stiftungen sind durch die anhaltende Niedrigzinsphase stark zur\u00fcckgegangen. Waren vor ein paar Jahren Zinsen in H\u00f6he von sechs Prozent \u00fcblich, so liegen sie heute bei kaum einem Prozent. Um weiterhin alle Projekte aufrechterhalten zu k\u00f6nnen, bedarf es neuer Finanzierungswege. Die Deutsche PalliativStiftung (DPS) hat im September 2016 die Firma R.S. Arbeitsschutz Bedarfshandelsgesellschaft mbH \u00fcbernommen und dadurch f\u00fcr sich einen unkonventionellen Weg der Stiftungsfinanzierung gefunden. \u201eAls Gesellschafter der Firma R.S. erhoffen wir uns, unabh\u00e4ngig von Fremdmitteln zu werden. Unser Ziel ist es, nachhaltig Projekte umzusetzen sowie den Stiftungsbetrieb allein durch die Gewinne der Firma zu finanzieren. So k\u00f6nnen Spenden auch weiterhin zu 100 Prozent in unsere Projekte flie\u00dfen\u201c, so Dr. Thomas Sitte, Vorstandsvorsitzender der DPS.<\/p>\n<p>Im Jahr 1982 gr\u00fcndete Roswitha Seibert die Firma R.S. Arbeitsschutz Bedarfshandelsgesellschaft mbH in Kaltenkirchen (Schleswig-Holstein). Sie importierte Arbeitsschutzhandschuhe aus S\u00fcdostasien und verkaufte diese vom Zentrallager am Hamburger Hafen aus an Kunden in ganz Deutschland. Nach \u00fcber 34 Jahren m\u00f6chte die heute 72-J\u00e4hrige ihre Firma nun abgeben und gleichzeitig Gutes tun. Warum sie sich entschieden hat, explizit die Hospiz- und Palliativarbeit zu unterst\u00fctzen, ist f\u00fcr sie ganz klar: \u201eIch habe mir einige Hospize von innen angeschaut, da ist mir teilweise Angst und Bange geworden. Da besteht noch ein wirklich gro\u00dfer Bedarf. Ich finde die alten Menschen, die jahrzehntelang schwer gearbeitet haben und unter Umst\u00e4nden zwei Kriege hinter sich gebracht haben, die sollen dann auch in den Genuss eines angenehmen Lebensabend kommen.\u201c<\/p>\n<p>Die Firmen\u00fcbernahme einer Stiftung bringt auch Bedenken mit sich. \u201eWie bei jeder Firma auch, ist trotz aller Absicherung immer ein Grundrisiko vorhanden. Es gibt nie eine Garantie daf\u00fcr wie gut die Firma l\u00e4uft\u201c, so Dr. Thomas Sitte. Die DPS gew\u00e4hrleistet, dass die \u00dcbernahme im Sinne des Stiftungsgedankens erfolgt. Die DPS legt alle Geldfl\u00fcsse offen. So ist f\u00fcr jeden einsehbar, dass alle Ertr\u00e4ge aus der Firma R.S. in die Arbeit der DPS flie\u00dfen. Des Weiteren erf\u00fcllt die DPS ihre sozialen Verpflichtungen als Stiftung. \u201eEs ist uns ein gro\u00dfes Anliegen, dass die Arbeitsbedingungen in den Produktionsst\u00e4tten, von denen R.S. ihre Produkte bezieht, sozial und \u00f6kologisch korrekt sind. Das wurde schon von Frau Seibert regelm\u00e4\u00dfig kontrolliert und soll auch so beibehalten werden\u201c, verdeutlicht Sitte. Die DPS plant die Arbeitsschutzhandschuhe mit einem entsprechenden Label auszeichnen zu lassen.<\/p>\n<p>Nicht allein der finanzielle Aspekt steht bei dieser \u00dcbernahme im Vordergrund. Die Firma wird dar\u00fcberhinaus dazu beitragen, die Stiftungsziele weiter zu verfolgen. So ist ein elementarer Bestandteil der Arbeit der DPS, breite Kreise der Gesellschaft f\u00fcr das Thema Tod und Sterben zu sensibilisieren sowie die Bedeutung von Hospiz- und Palliativarbeit zu verbreiten. Die DPS verkauft die Schutzhandschuhe unter dem neuen Namen \u201eR.S. Sch\u00fctzen und Helfen\u201c an regionale sowie \u00fcberregionale Betriebe. Dadurch werden Menschen mit einer Thematik konfrontiert, die in deren Alltag allgemein wenig Platz einnimmt. Eine gute palliative Versorgung bedeutet, dass der schwerkranke Patient sein Leben bis zuletzt schmerzfrei, in W\u00fcrde, nach seinen W\u00fcnschen und unter ganzheitlicher Betreuung leben kann. Schutz und Hilfe sind demnach fundamentale Begriffe, die die Stiftung mit der Firma auch auf inhaltlicher Ebene verbinden.<\/p>\n<p>In dem Wissen darum, dass die DPS nach bestem Wissen und Gewissen nun das weiterverfolgt, was sie begonnen hat, freut sich Frau Seibert nun auf ihren wohlverdienten Ruhestand: \u201eIch bin jetzt frei f\u00fcr mich und kann jetzt endlich mal alles das machen, was ich m\u00f6chte. Ich war mein Leben lang nie richtig im Urlaub und musste immer R\u00fccksicht auf die Firma nehmen. Die Zeit f\u00fcr diese Pl\u00e4ne ist jetzt gekommen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Der 1. Oktober ist Tag der Stiftungen. Das nimmt die Deutsche PalliativStiftung (DPS) zum Anlass ihr Unternehmen \u201eR.S. 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