{"id":154463,"date":"2016-08-29T08:31:07","date_gmt":"2016-08-29T06:31:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=154463"},"modified":"2016-08-29T08:31:07","modified_gmt":"2016-08-29T06:31:07","slug":"veterinaeramt-weist-auf-gefahr-durch-staupe-hin-vermehrt-kranke-waschbaeren-und-fuechse-im-vogelsbergkreis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=154463","title":{"rendered":"Veterin\u00e4ramt weist auf Gefahr durch Staupe hin: Vermehrt kranke Waschb\u00e4ren und F\u00fcchse im Vogelsbergkreis"},"content":{"rendered":"<p>Die Anzahl der krank oder verendet aufgefundenen F\u00fcchse und Waschb\u00e4ren im Vogelsbergkreis steigt seit vergangenem Jahr an: Bis August wurden kreisweit schon 21 F\u00fcchse und 16 Waschb\u00e4ren zur Untersuchung abgegeben, bei 80 % der F\u00fcchse und 87 % der Waschb\u00e4ren wurde die Staupe als Krankheits- bzw. Todesursache festgestellt. Auch in anderen Landkreisen in Hessen wurde diese Erkrankung nachgewiesen. Das Veterin\u00e4ramt weist auf die Ansteckungsgefahr f\u00fcr Haustiere hin.<\/p>\n<p>Staupe ist eine hochansteckende Viruserkrankung bei Hunden und anderen hundeartigen Wildtieren wie z. B. F\u00fcchse, Waschb\u00e4ren, Mardern und Dachsen. F\u00fcr den Menschen ist das Virus ungef\u00e4hrlich. Das Staupevirus wird durch Speichel, Nasen- u. Augensekret, Kot und Urin infizierter Tiere \u00fcbertragen. Empf\u00e4ngliche Tiere k\u00f6nnen sich somit direkt \u00fcber diese Ausscheidungen durch gegenseitiges Belecken oder Tr\u00f6pfcheninfektionen anstecken oder nehmen den Krankheitserreger mit verunreinigtem Futter, Wasser oder aus der Umgebung auf.<\/p>\n<p>Oft wird das Virus bei der Pflege der Welpen vom infizierten aber nicht erkrankten Alttier \u00fcbertragen. Bei einer Staupeinfektion der Wildtiere ist h\u00e4ufig das Gehirn betroffen. Es werden u. a. Verhaltensst\u00f6rungen wie Verlust der nat\u00fcrlichen Scheu, Schl\u00e4frigkeit, Bewegungsst\u00f6rungen oder Aggressivit\u00e4t beobachtet. Da diese Symptome einer Tollwuterkrankung \u00e4hnlich sind, ist es wichtig auff\u00e4llige lebende Tiere dem zust\u00e4ndigen Jagdp\u00e4chter oder der Polizei zu melden. Um auszuschlie\u00dfen, dass es sich nicht um eine Tollwuterkrankung handelt, werden die toten Tiere durch das Amt f\u00fcr Veterin\u00e4rwesen und Verbraucherschutz zum Landesbetrieb Hessisches Landeslabor nach Gie\u00dfen zur Untersuchung verbracht.<\/p>\n<p>Typische Symptome der Staupeerkrankung beim Hund sind hohes Fieber und Abgeschlagenheit sowie je nach Verlaufsform Durchfall, Erbrechen, Atemwegsinfektionen oder auch Bindehautentz\u00fcndungen. Die Sterberate bei infizierten Tieren kann bis zu 80 % betragen. Obwohl die H\u00e4ufigkeit des Auftretens dieser Infektionskrankheit beim Hund zun\u00e4chst durch regelm\u00e4\u00dfig durchgef\u00fchrte Schutzimpfungen erheblich verringert werden konnte, wird nun europaweit eine Zunahme von Staupef\u00e4llen beobachtet. Hier spielen die Virustr\u00e4ger Fuchs, Marder und zunehmend auch Waschb\u00e4ren eine Rolle, aber auch die Impfm\u00fcdigkeit der Hundehalter und der zunehmende Ankauf von nicht geimpften Hunden aus dem Ausland.<\/p>\n<p>Wirksamen Schutz vor dieser Krankheit erreicht man durch prophylaktische Impfungen schon im Jungtieralter. Da die Staupeinfektion im Vogelsbergkreis z. Zt. besonders h\u00e4ufig bei Fuchs und Waschb\u00e4r vorkommt, wird u. a. f\u00fcr jagdlich gef\u00fchrte oder auch h\u00e4ufig freilaufende Hunde eine vorbeugende Staupeschutzimpfung dringend empfohlen um einen bestm\u00f6glichen Schutz zu erreichen.<\/p>\n<p>Bei einem Drittel der untersuchten F\u00fcchse und Waschb\u00e4ren konnte in diesem Jahr zus\u00e4tzlich eine Infektion mit Leptospiren nachgewiesen werden. Die Leptospirose ist eine Erkrankung, die durch Bakterien hervorgerufen wird und zu schweren Organsch\u00e4den u. a. der Leber f\u00fchren kann. Leptospiren kommen weltweit bei vielen Tierarten vor und k\u00f6nnen auch beim Menschen Erkrankungen ausl\u00f6sen. Da die Bakterien mit dem Urin infizierter Tiere ausgeschieden werden, k\u00f6nnen sie durch erkrankte Wildtiere wie Fuchs und Waschb\u00e4r verbreitet werden.<\/p>\n<p>Menschen und Tiere k\u00f6nnen sich z. B. durch nicht geimpfte Hunde \u00fcber deren Kontakt mit infizierten F\u00fcchsen und Waschb\u00e4ren sowie deren Ausscheidungen anstecken. Ein hygienischer Umgang mit Tieren kann zum Schutz vor Infektionen beitragen.<\/p>\n<p>Nach Kontakt mit erkrankten Tieren sollten die betroffenen Personen zun\u00e4chst auf die f\u00fcr Leptospirose beschriebenen Symptome (pl\u00f6tzlich einsetzendes Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen) achten und bei Beschwerden ihren Hausarzt aufsuchen.<\/p>\n<p>Da die Impfung bei Haustieren die wichtigste Vorsorgema\u00dfnahme darstellt und auch bei Wildtieren Leptospirose im Vogelsbergkreis nachgewiesen wurde, wird eine Schutzimpfung besonders von Jagdhunden dringend empfohlen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Fragen steht das Amt f\u00fcr Veterin\u00e4rwesen und Verbraucherschutz des Vogelsbergkreises unter Telefon 06641 977-6800 oder per Mail unter avv@vogelsbergkreis.de zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Die Anzahl der krank oder verendet aufgefundenen F\u00fcchse und Waschb\u00e4ren im Vogelsbergkreis steigt seit vergangenem Jahr an: Bis August wurden kreisweit schon 21 F\u00fcchse und 16 Waschb\u00e4ren zur Untersuchung abgegeben, bei 80 % der F\u00fcchse und 87 % der Waschb\u00e4ren wurde die Staupe als Krankheits- bzw. 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