{"id":154333,"date":"2016-08-24T09:35:16","date_gmt":"2016-08-24T07:35:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=154333"},"modified":"2016-08-24T09:35:16","modified_gmt":"2016-08-24T07:35:16","slug":"vier-neubuerger-konnten-im-kreishaus-ihre-einbuergerungsurkunde-entgegennehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=154333","title":{"rendered":"Vier Neub\u00fcrger konnten im Kreishaus ihre Einb\u00fcrgerungsurkunde entgegennehmen"},"content":{"rendered":"<p>Den Wechsel der eigenen Staatsb\u00fcrgerschaft kann man kaum planen. Vielmehr sind es Zuf\u00e4lle und besondere Wendungen im Leben, die zu einer derartigen Situation f\u00fchren. Wie bunt und \u00fcberraschend die Wege sein k\u00f6nnen, die zu dieser Lebensentscheidung f\u00fchren, zeigt sich an Alisha Isabel Estevez Basile, Allisson Grimmer de Andrade, Gerhard Stefan Lipus und Bodgan Cezary Witkowski. Sie alle haben seit kurzem einen deutschen Pass und sind auf unterschiedlichste Weise in ihre neue Wahlheimat gelangt.<\/p>\n<p>Bodgan Cezary Witkowski lebt seit 2001 in Deutschland. Eigentlich wollte der damals 26-J\u00e4hrige zun\u00e4chst nur in Deutschland studieren, nachdem er in seiner polnischen Heimat eine Ausbildung zum Industriekaufmann und zum Forsttechniker absolviert hatte. Daran sollte sich ein Studium der Forstwirtschaft anschlie\u00dfen, um dem Berufswunsch F\u00f6rster n\u00e4her zu kommen. \u201eDa meine Frau die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft besa\u00df, kam der Wunsch auf, unser Leben f\u00fcr einige Zeit in Deutschland zu verbringen\u201c, erinnert sich der 41-j\u00e4hrige an die Gr\u00fcnde, dieses Studium in Deutschland aufzunehmen.<\/p>\n<p>Auch wenn eine Verbindung zu Deutschland vorhanden war, hatte das junge Ehepaar nur wenige Sprachkenntnisse und auch kaum Ansprechpartner in der neuen Wahlheimat. \u201eDurch einen Bekannten sind wir zun\u00e4chst nach Bremen gezogen. Nach dem Ablegen der erforderlichen Sprachzertifikate habe ich dann in G\u00f6ttingen studiert.\u201c Den urspr\u00fcnglichen Plan, nach dem Studium zur\u00fcck nach Polen zu\u00c2\u00a0 gehen, hatte die junge Familie zwischenzeitlich weiter in die Zukunft ger\u00fcckt. \u201eNach dem Studium wollte ich auf jeden Fall noch meinen Anw\u00e4rterdienst f\u00fcr den gehobenen forstwirtschaftlich-technischen Dienst absolvieren.\u201c<\/p>\n<p>Im Anschluss an die erfolgreiche Laufbahnpr\u00fcfung erhielt der inzwischen zweifache Familienvater das Angebot, in Osthessen t\u00e4tig zu werden. Und so war die Entscheidung, weiterhin in Deutschland zu bleiben, gefallen. Die Familie ist schlie\u00dflich nach Haselstein gezogen. Mittlerweile arbeitet der Diplom-Ingenieur als Regionalbeauftragter f\u00fcr forstliche F\u00f6rderung in Osthessen. Konkret bedeutet dies, dass er im Auftrag des Regierungspr\u00e4sidiums Darmstadt die F\u00f6rderantr\u00e4ge von Privatwaldbesitzern pr\u00fcft und kontrolliert, wobei sich sein Dienstbereich von Hessisch-Lichtenau bis Hofbieber erstreckt.<\/p>\n<p>Auch wenn die ersten Jahre anstrengend und zeitweise von Heimweh gepr\u00e4gt waren, f\u00fchlen die Witkowskis sich vollst\u00e4ndig in Deutschland angekommen. Beide S\u00f6hne besitzen die doppelte Staatsb\u00fcrgerschaft und sind zweisprachig erzogen worden. Obwohl es anfangs anders geplant war, haben die Witkowskis in Deutschland eine neue Heimat und in der Region ihr Zuhause gefunden. Bodgan Cezary Witkowski war es deshalb ein Anliegen, genauso wie der Rest seiner Familie deutscher Staatsb\u00fcrger zu werden.<\/p>\n<p>Ganz andere Wege haben Gerhard Stefan Lipus aus \u00d6sterreich nach Deutschland gef\u00fchrt. Der 67-j\u00e4hrige Rentner war bei der Firma Jumo besch\u00e4ftigt und ist 1979 durch einen Arbeitskollegen nach Neuhof gekommen. In der neuen Wahlheimat hat sich der \u00d6sterreicher, der zuletzt Ausbildungsleiter bei Jumo war, ohne Probleme integriert. Als aktiver Vereinsmensch hat er schnell Anschluss gefunden und war jahrelang als Jugendbetreuer beim \u00f6rtlichen Sportverein engagiert. Der Steiermarker hat seine Wahlheimat ins Herz geschlossen und die Berge \u00d6sterreichs nun auch im Pass gegen die Rh\u00f6n eingetauscht.<\/p>\n<p>Der 35-j\u00e4hrige Allisson Grimmer de Andrade hingegen wird der Region und seiner Wahlheimat Gersfeld vielleicht nochmal den R\u00fccken kehren. Der geb\u00fcrtige Brasilianer, der mit einer deutschen Frau verheiratet ist, lieb\u00e4ugelt mit dem Gedanken, in Brasilien eine Bierbrauerei zu er\u00f6ffnen und Bier nach deutschem Reinheitsgebot zu brauen. Eine besondere Verbindung zu Deutschland wird Grimmer de Andrade auf jeden Fall behalten: W\u00e4hrend der Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft 2014 hat er einen deutschen Mannschaftsarzt gefahren und somit einen ganz speziellen Beitrag zum Weltmeistertitel der Deutschen geleistet.<\/p>\n<p>Die 25-j\u00e4hrige Alisha Isabel Estevez Basile hat den anderen Neub\u00fcrgern etwas voraus: Die Studentin aus H\u00fcnhan ist nun stolze Besitzerin von drei Staatsb\u00fcrgerschaften. Erst im Zuge des Einb\u00fcrgerungsverfahrens hat sie erfahren, dass sie als Kind eines spanisch-italienischen Elternpaars bereits spanische und italienische Staatsb\u00fcrgerin ist; und darf nun nicht nur ihren spanischen und ihren italienischen Pass behalten, sondern auch einen deutschen Pass f\u00fchren. Ein besonderer Bezug zur Region war ihr hingegen bereits in die Wiege gelegt: Ihre Eltern haben sich auf dem Universit\u00e4tsplatz in Fulda kennengelernt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Den Wechsel der eigenen Staatsb\u00fcrgerschaft kann man kaum planen. Vielmehr sind es Zuf\u00e4lle und besondere Wendungen im Leben, die zu einer derartigen Situation f\u00fchren. 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