{"id":153939,"date":"2016-08-05T10:54:35","date_gmt":"2016-08-05T08:54:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=153939"},"modified":"2016-08-05T10:54:35","modified_gmt":"2016-08-05T08:54:35","slug":"groesste-menschenbruecke-der-welt-als-zeichen-des-friedens-und-des-gebetes-gegen-terror-und-nationale-abschottung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=153939","title":{"rendered":"Gr\u00f6\u00dfte Menschenbr\u00fccke der Welt als Zeichen des Friedens und des Gebetes gegen Terror und nationale Abschottung"},"content":{"rendered":"<p>Bewegender Abschlussgottesdienst des Weltjugendtages in Krakau mit 2,5 Millionen Jugendlichen, Fuldaer Kleingruppen meistern Wetterextreme, lange Fu\u00dfm\u00e4rsche und \u00fcberf\u00fcllte Verkehrsmittel<\/p>\n<p>Fulda. Mit der bewegenden geistlichen und frohen Erfahrung von katholischer Weltkirche als einer gro\u00dfen Familie um Papst Franziskus ist der XXXI. Weltjugendtag in Krakau zu Ende gegangen. Bereits am Samstag fr\u00fch brachen alle 260 Jugendliche aus dem Bistum Fulda von Myslowice nach Krakau zum Campus Misericordiae auf. Der Weg zum Abschlussgel\u00e4nde war beschwerlich, da nach der \u00fcber zweist\u00fcndiger Fahrt mit mehreren Sonderz\u00fcgen, noch ein Fu\u00dfmarsch von \u00fcber 15 Kilometer bei hei\u00dfem Sonnenschein zu \u00fcberwinden war.<\/p>\n<p>Doch mit frohen Ges\u00e4ngen und Gespr\u00e4chen unter den Jugendlichen aus aller Welt wurde der Pilgerweg zu einem Erlebnis. Auf dem Campus Misericordiae angekommen wurden die vorgegebenen Sektoren im Bereich B belegt. Zum Teil waren diese, trotz Einlasskontrollen, schon \u00fcberbelegt, so dass einige Fuldaer Kleingruppen in anderen Sektoren waren, als vorerst geplant. Aber alle Jugendlichen hatten einen Blick auf die Altarb\u00fchne, wenngleich auch in einiger Entfernung, so dass die wenigen Gro\u00dfbildschirme helfen mussten.<br \/>\nHanna Madloch aus Fritzlar war traurig, dass der n\u00e4chste Bildschirm so weit entfernt war und so das Mitverfolgen der Vigil mit dem Papst schwierig war. \u201eDaf\u00fcr aber war es ein einmaliges Erlebnis f\u00fcr unsere Kleingruppe. Wir haben durch die gemeinsame Nacht unter freien Himmel auf dem Feld unsere Gemeinschaft und unseren Zusammenhalt gest\u00e4rkt. Zudem waren wir mit unserer Gruppe ein Teil einer riesigen weltweiten Familie\u201c, so die 16-j\u00e4hrige, die zum ersten Mal einen gro\u00dfen Weltjugendtag erlebte. Gerade im gegenseitigen Erbarmen, dem Aushalten von anderen, die einem l\u00e4stig sind, aber auch dem gegenseitigen Helfen zeige sich f\u00fcr die Sch\u00fclerin, was Barmherzigkeit sei.<\/p>\n<p>Papst Franziskus forderte in der Vigil die 2,5 Millionen Jugendlichen auf, zu einer gro\u00dfen Menschenkette im Gebet zu verbinden. Es herrschte eine bewegende Stille, als die Jugendlichen gemeinsam mit dem Papst , den Bisch\u00f6fen und Priestern f\u00fcr den Frieden in der Welt und besonders in Syrien beteten. Zuvor hatte eines von drei Lebenszeugnissen, die Situation in Syrien vor Augen gestellt. \u201eNichts rechtfertigt das Blut eines Bruders\u201c, machte Papst Franziskus deutlich in einer Menschenmenge, in der auch Nationen friedlich miteinander vereint feierten, die politisch in Krieg und Feindschaft miteinander lebten. Nach der Gebetsstille dankte der Papst den Jugendlichen f\u00fcr ihre Freude und ihr Engagement. \u201eWir besiegen den Terror nicht mit Terror. Unsere Antwort hei\u00dft Br\u00fcderlichkeit, hei\u00dft geistliche Geschwisterlichkeit, hei\u00dft Familie\u201c, betonte Papst Franziskus.<\/p>\n<p>Vor der Anbetung, bei der die Jugendlichen mit Kerzen in den H\u00e4nden, Jesus Christus in Stille anbeteten, rief der Papst die jungen Pilger auf, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Die heutige Zeit brauche keine Jugendlichen, die sich auf die Coach setzen und dort das Gl\u00fcck in PC oder Smartphone \u201edahin vegetieren und einschlafen.\u201c Wer in Bequemlichkeit und Konsum sein Gl\u00fcck suche, verliere seine Freiheit, so der Papst. \u201eGott dagegen erwartet etwas von dir. Er wartet auf dich und kommt, um T\u00fcren unseres Lebens zu \u00f6ffnen.\u201c Zugleich nahm er die Jugendlichen in die Pflicht: \u201eIhr seid eine Chance f\u00fcr uns \u00e4ltere Menschen. Habt den Mut uns zu lehren, Br\u00fccken zu bauen, anstatt Mauern aufzubauen. Ihr seid unsere Ankl\u00e4ger auf der Stra\u00dfe der Br\u00fcderlichkeit\u201c, so Papst Franziskus.<\/p>\n<p>Am Morgen fuhr Papst Franziskus durch die Menschenmenge. Auch einige Jugendliche aus dem Bistum Fulda standen am Fahrweg des Papstes und jubelten ihm zu. Das Evangelium des Tages stellte in der anschlie\u00dfenden Heiligen Messe die Person von Zach\u00e4us in den Mittelpunkt. In seiner Predigt warnte der Papst die Jugendlichen davor, mit einem niedrigen Selbstwertgef\u00fchl, nach Hause zu fahren. \u201eWir sind Kinder Gottes. Sein Herz wird sie nie von uns l\u00f6sen. Die Traurigkeit dagegen ist ein Virus, der jede T\u00fcr schlie\u00dft\u201c, sagte der Papst. Zudem sei Zach\u00e4us mit einer l\u00e4hmenden Scham geschlagen gewesen, aus Angst vor den Menschen. \u201eAber die Attraktivit\u00e4t von Jesus war gr\u00f6\u00dfer und er bekannte ihm seine S\u00fcnden.\u201c Die dritte Herausforderung lag darin, dass sich Zach\u00e4us erst der Menge und schlie\u00dflich ihrer Kritik stellen musste. Der Papst sagte dazu: \u201eJesus l\u00e4dt dich ein zu wahrem Mut bis hin zur Liebe deiner Feinde. Habt keine Furcht. Gebt die Freude Gottes weiter. Beh\u00fctet das Gute, was ihr hier erfahren habt\u201c, beendete der Papst sein Predigt.<\/p>\n<p>Nach der Abschlussmesse verk\u00fcndete Papst Franziskus den Ort des n\u00e4chsten gro\u00dfen Weltjugendtages, der im Sommer 2019 in Panama stattfinden wird. Markus Bl\u00f6mer aus Sch\u00f6nneck-Klianst\u00e4tten wei\u00df noch nicht, ob\u00c2\u00a0 er da wieder mit dabei ist. Den Weltjugendtag in Krakau jedenfalls bezeichnet der 24-j\u00e4hrige trotz des anstrengenden R\u00fcckmarschs, bei dem zwei starke Gewitter viele Jugendliche aus dem Bistum voll erwischte, als wertvolles Ereignis. \u201eDie Stimmung auf dem Platz war einmalig und etwas ganz besonderes. Diese Gemeinschaft und den Frieden zu erleben, haben mich ber\u00fchrt\u201c, so der junge Pilger, der bereits schon beim Weltjugendtag in Madrid im Jahr 2011 mit dabei war. Im Vergleich dazu waren die Katechsen in Krakau besser. \u201eSie haben mir diesmal mehr gefallen. Barmherzigkeit als Thema ist mir dadurch viel klarer geworden\u201c, sagte Bl\u00f6mer.<\/p>\n<p>Am Montag verabschiedete sich ein Gro\u00dfteil der heimischen Pilger. Die Gruppe der Langfahrt verbringt nun noch vier Tage in Krakau und Umgebung mit touristischen und geistlichen Highlights. Die Gruppe des Marianums und die Gruppen der Kurzfahrt brachen ihre R\u00fcckreise nach Fulda an. Nach einem gemeinsamen Reisesegen verabschiedeten sich die Jugendlichen von ihren Gastgebern in Mislowice. Viele Gasteltern kamen noch einmal mit zu den vier wartenden Bussen. Stellvertretend f\u00fcr die vielen Freiwilligen in der Pfarrei \u00fcberreichte Jugendpfarrer Thomas Renze dem Cheforganisator eine Elisabethfigur, einen deutschen Pilgerhut und ein Fuldaer Weltjugendtagsshirt. Andrea Koob, Referentin f\u00fcr religi\u00f6se Bildung im Bisch\u00f6flichen Jugendamt, \u00e4u\u00dfert sich zufrieden: \u201eIch bin so froh und stolz auf unsere Gruppen. Sie haben die Strapazen mit dem langen Fu\u00dfmarsch und den mehrst\u00fcndigen Zugfahrten \u00fcberwunden und dennoch verlief alles so harmonisch. Es hat mir mit diesen Teilnehmern so viel Spa\u00df gemacht, dass ich gleich schon Lust habe, nach Panama zu fahren.\u201c\u00c2\u00a0 Die Organisatorin der Fahrt ist sich auch sicher, dass viele Jugendliche viele neue Freunde kennengelernt und f\u00fcr ihr geistliches Leben wichtige Impulse mitgenommen haben. \u201e Die Freude und Gemeinschaft im Glauben an Jesus Christus macht die Weltjugendtage zu einem unvergesslichen Erlebnis. Besonders die Katechesen gingen inhaltlich in die Tiefe. Der Fuldaer Abend der Barmherzigkeit und die Vigil mit dem Papst auf dem Campus Misericordiae bleiben auch mir pers\u00f6nlich als wertvolle Erinnerung im Herzen\u201c, sagte Koob.<\/p>\n<p>Bildunterschrift:<br \/>\nDie gesamte Pilgergruppe aus dem Bistum Fulda mit ihren 260 Pilgerinnen und Pilgern vor ihrer Abreise vom Weltjugendtag in Krakau, vor der Kirche \u201eMaria der Schmerzen\u201c in Mislowice.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Bewegender Abschlussgottesdienst des Weltjugendtages in Krakau mit 2,5 Millionen Jugendlichen, Fuldaer Kleingruppen meistern Wetterextreme, lange Fu\u00dfm\u00e4rsche und \u00fcberf\u00fcllte Verkehrsmittel Fulda. Mit der bewegenden geistlichen und frohen Erfahrung von katholischer Weltkirche als einer gro\u00dfen Familie um Papst Franziskus ist der XXXI. Weltjugendtag in Krakau zu Ende gegangen. 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