{"id":153864,"date":"2016-08-01T09:41:14","date_gmt":"2016-08-01T07:41:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=153864"},"modified":"2016-08-01T09:41:24","modified_gmt":"2016-08-01T07:41:24","slug":"stadtoberhaupt-wirbt-fuer-die-fuldaer-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=153864","title":{"rendered":"Ute Riebold: Stadtoberhaupt wirbt f\u00fcr die Fuldaer Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Das kann doch nicht Ihr Ernst sein, Herr Dr. Wingenfeld!&#8221;, kommentiert die Stadtfraktion Die Linke.Offene Liste \/ Menschen f\u00fcr Fulda den Werbeauftritt des Fuldaer Oberb\u00fcrgermeisters in der Fuldaer Zeitung f\u00fcr die Fuldaer Zeitung. Betitelt ist die am Freitag, den 29. Juli 2016 auf der Lokalseite erschienene Anzeige* mit &#8220;HAND in HAND zum ERFOLG!&#8221;. Freundlich l\u00e4chelnd und passend im FZ-Blau beschlipst erkl\u00e4rt Dr. Heiko Wingenfeld als Oberb\u00fcrgermeister der Stadt Fulda in dieser Anzeige: &#8220;Die Fuldaer Zeitung ist ein &#8216;Unverzichtbarer Teil der Region&#8217;, weil sie seit ihrer Gr\u00fcndung vor mehr als 140 Jahren als feste Institution in der Stadt und der Region das Zeitgeschehen aus authentisch Fuldaer Perspektive heraus widerspiegelt und f\u00fcr ihre Leser aufbereitet. Nur wer Zeitung liest, ist ein wirklich umfassend informierter B\u00fcrger!&#8221; Zudem wird die Fuldaer Zeitung als &#8220;Unverzichtbarer Teil der Region seit 1874&#8221; bezeichnet.<\/p>\n<p>&#8220;Ein Werbeauftritt f\u00fcr die Fuldaer Zeitung geh\u00f6rt ganz sicher nicht zu den Aufgaben eines Stadtoberhaupts. Als Teil des Magistrats vertritt der Oberb\u00fcrgermeister die Stadt und gibt Erkl\u00e4rungen der Stadt in seinem Namen ab (vgl. \u00c2\u00a7 71 Abs. 1 HGO). Werbeauftritte f\u00fcr kommerzielle Unternehmen sind daher nicht m\u00f6glich. Zudem bevorzugt er damit in unzul\u00e4ssiger Weise ein osthessisches Ver\u00f6ffentlichungsorgan. Die FZ und die anderen zur Parzellergruppe geh\u00f6renden Medien sind schlie\u00dflich nicht die einzigen Online- und Printmedien in unserer Region&#8221;, verdeutlicht Fraktionsvorsitzende Karin Masche. Man k\u00f6nne diesen politisch skandal\u00f6sen Werbeauftritt als peinlichen Fehler abtun, wenn die Bevorzugung der Fuldaer Zeitung nicht schon Methode habe. Sie spielt darauf an, dass dieses Printmedium nicht nur das einzige offizielle Ver\u00f6ffentlichungsorgan der Amtlichen Bekanntmachungen sei und Parzeller f\u00fcr die jeden Dienstag in der FZ erscheinen Stadtseiten j\u00e4hrlich pauschal 98.000 \u00e2\u201a\u00ac zzgl. Mehrwertsteuer (Stand Fr\u00fchjahr 2012) f\u00fcr von der Magistratspressestelle verfasste Artikel und Bekanntmachungen erhalte \u2013 obwohl die Stadt Fulda mit dem Printmedium &#8216;Fulda Informiert&#8217;, das an alle Haushalte in der Stadt verteilt werde (\u00fcbrigens durch die Mediengruppe Parzeller) und der Internetpr\u00e4senz www.fulda.de zwei eigene Ver\u00f6ffentlichungsorgane unterhalte.<\/p>\n<p>Als &#8220;zynisch&#8221; kritisiert Masches Fraktionskollegin Ute Riebold, die Aussage des Fuldaer Oberb\u00fcrgermeisters, dass die FZ seit &#8220;mehr als 140 Jahren \u00e2\u20ac\u00a6 das Zeitgeschehen aus authentisch Fuldaer Perspektive heraus widerspiegelt&#8221;. &#8220;Damit ist peinlicherweise auch deren unr\u00fchmliches Wirken w\u00e4hrend der 12-j\u00e4hrigen Nazidiktatur umfasst, das im Zeitraum von 1945 bis 1951 ein Erscheinungsverbot nach sich zog.&#8221;<\/p>\n<p>Riebold hat bereits eine offizielle Anfrage eingereicht. Im Folgenden der Wortlaut:<br \/>\nWerbeauftritt f\u00fcr die Mediengruppe Parzeller<br \/>\nSehr geehrter Herr Oberb\u00fcrgermeister,<br \/>\nzu Ihrem Einsatz f\u00fcr die Fuldaer Zeitung \u2013 die Anzeige ist bisher am Freitag, den 29. Juli 2016 in der Fuldaer Zeitung auf Seite 19, in der H\u00fcnfelder Zeitung auf Seite 20, in den Kinzigtal Nachrichten auf Seite 16 und im Schlitzer Boten auf Seite 18 erschienen \u2013 habe ich einige Fragen an Sie:<br \/>\n1.    Wie vertr\u00e4gt sich Ihr Werbeauftritt mit Ihren Aufgaben als Oberb\u00fcrgermeister und damit, dass Sie die Stadt Fulda repr\u00e4sentieren?<br \/>\n2.    Mit welchem Betrag wurde Ihr Engagement honoriert?<br \/>\n3.    Sie betonen, dass die Zeitung seit mehr als 140 Jahren (gegr\u00fcndet 1874) &#8220;das Zeitgeschehen aus authentisch Fuldaer Perspektive heraus widerspiegelt&#8221;. Das beinhaltet auch das unr\u00fchmliche Wirken der FZ in den 12 Jahren Herrschaft des Naziterrors, das im Zeitraum von 1945 bis 1951 ein Erscheinungsverbot nach sich zog. Halten Sie vor diesem Hintergrund Ihre Aussage auch f\u00fcr zynisch?<br \/>\n4.    Sie sprechen in Ihrer Anzeige sowohl Leser als auch B\u00fcrger an. Warum richten Sie Ihre Erkl\u00e4rung nicht auch an Leserinnen und B\u00fcrgerinnen?<\/p>\n<p>Der Fuldaer OB reihe sich damit hinter seinen Nachfolger Frederik Schmitt, erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Fulda, der eine Woche zuvor (22. Juli 2016)** in der gleich gestalteten und betitelten Werbeanzeige auf der Hessenseite der FZ verk\u00fcndete: &#8220;Die Fuldaer Zeitung verk\u00f6rpert f\u00fcr mich ein St\u00fcck Heimat als Informationsgeber, Pulsmesser und Sprachrohr der Menschen vor Ort. Sie ist damit weit mehr als Tageszeitung, sondern ein wertvoller Partner und Unterst\u00fctzer der gesamten Region. Von daher hoffe ich, dass auch in Zukunft gerade f\u00fcr junge Menschen der Blick in die Fuldaer Zeitung trotz der grundlegenden \u00c4nderungen in Medienverhalten selbstverst\u00e4ndlich bleibt.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Mal schauen, ob und wie sich auch der Fuldaer B\u00fcrgermeister Dag Wehner, Landrat Bernd Woide oder andere politische F\u00fchrungskr\u00e4fte der Gemeinden und Landkreise Osthessens in \u00e4hnlicher Weise wie OB und Vize-Landrat instrumentalisieren lassen&#8221;, erkl\u00e4rt die Stadtfraktion Die Linke.Offene Liste \/ Menschen f\u00fcr Fulda abschlie\u00dfend.<\/p>\n<p>*<br \/>\nFuldaer Zeitung, Fr 29.07.2016, S. 19, Lokales Fulda<br \/>\nH\u00fcnfelder Zeitung, Fr 29.07.2016, S. 20, Lokales H\u00fcnfeld<br \/>\nKinzigtal Nachrichten, Fr 29.07.2016, S. 16, Lokales Kinzigtal<br \/>\nSchlitzer Bote, Fr 29.07.2016, S. 18, Lokales Schlitz<br \/>\nMK \/ Marktkorb (Nord + S\u00fcd), Mi 03.08.2016, S.    , Anzeige vorgesehen<br \/>\nVB \/ Wochenbote Vogelsberg, Mi 03.08.2016, S.    , Anzeige vorgesehen<br \/>\n**<br \/>\nFuldaer Zeitung, Fr 22.07.2016, S. 7, Hessen<br \/>\nH\u00fcnfelder Zeitung, Fr 22.07.2016, S. 7, Hessen<br \/>\nKinzigtal Nachrichten, Fr 22.07.2016, S. 7, Hessen<br \/>\nSchlitzer Bote, Fr 22.07.2016, S. 7, Hessen<br \/>\nMK \/ Marktkorb (Nord + S\u00fcd), Mi 27.07.2016, S. 14, Sport<br \/>\nVB \/ Wochenbote Vogelsberg, Mi 27.07.2016, S. 10, Sport<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>&#8220;Das kann doch nicht Ihr Ernst sein, Herr Dr. Wingenfeld!&#8221;, kommentiert die Stadtfraktion Die Linke.Offene Liste \/ Menschen f\u00fcr Fulda den Werbeauftritt des Fuldaer Oberb\u00fcrgermeisters in der Fuldaer Zeitung f\u00fcr die Fuldaer Zeitung. 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