{"id":153772,"date":"2016-07-29T23:09:02","date_gmt":"2016-07-29T21:09:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=153772"},"modified":"2016-07-29T23:09:02","modified_gmt":"2016-07-29T21:09:02","slug":"rhoener-wurstmarkt-wirbt-fuer-metzgerberuf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=153772","title":{"rendered":"Rh\u00f6ner Wurstmarkt wirbt f\u00fcr Metzgerberuf"},"content":{"rendered":"<p>Bald findet zum achten Mal der Rh\u00f6ner Wurstmarkt statt. Der Andrang von Feinschmeckern aus ganz Deutschland wird gro\u00df sein. Die Metzger plagen jedoch Nachwuchssorgen. Immer weniger junge Leute begeistern sich f\u00fcr das traditionelle Handwerk. Im Gegensatz dazu liegt der Fleischkonsum nach wie vor hoch.  Grund genug, die Ausbildung als Schwerpunkt-Thema f\u00fcr die diesj\u00e4hrige Veranstaltung am 8.\/9. Oktober zu w\u00e4hlen. <\/p>\n<p>Im Gegensatz zu den sinkenden Zahlen von Fleischerfachbetrieben und Auszubildenden hat sich der Fleischkonsum der Bundesb\u00fcrger schon seit 30 Jahren auf satte 60 Kilogramm pro Jahr eingependelt, sagt die Statistik des Deutschen Fleischerverbandes. Wer soll also die schmackhaften Wurst- und Schinkenprodukte k\u00fcnftig produzieren? <\/p>\n<p>\u201eDas Metzgerhandwerk hat viele Betriebe bedingt durch den Preiskampf mit den Superm\u00e4rkten verloren. Die Metzgereien, die noch am Markt sind, sind leistungsstarke und innovative Betriebe, die gut ausgelastet sind. Um die Vielfalt unserer guten Fleisch- und Wurstwaren in der Rh\u00f6n zu erhalten, braucht es ein starkes Metzgerhandwerk. Dies entscheidet das Kaufverhalten der Bev\u00f6lkerung mit\u201c, wei\u00df Hugo Neugebauer, Pr\u00e4sident der Handwerkskammer Unterfranken, aus eigener Erfahrung. <\/p>\n<p>Wurstschauk\u00fcche<br \/>\nDie Initiatoren des bundesweit bekannten Rh\u00f6ner Wurstmarkts nutzen das Podium der Feinschmeckermesse am 8.\/9. Oktober in Ostheim v.d. Rh\u00f6n f\u00fcr eine intensive Nachwuchswerbung. Hierf\u00fcr wird eine Wurstschauk\u00fcche installiert. Die Demonstrationen des Handwerks sollen das Interesse junger Leute f\u00fcr den Beruf des Metzgers oder des\/der Metzgereifachverk\u00e4ufers\/-in wecken. Ebenso wird eine Infothek mit Brosch\u00fcren und Filmen von den Verb\u00e4nden eingerichtet. <\/p>\n<p>\u201eDer Fachkr\u00e4ftemangel und die fehlenden Lehrlinge im Metzgerhandwerk machen mir gro\u00dfe Sorgen\u201c, betont der Pr\u00e4sident der Handwerkskammer und Senior-Chef seiner Familienmetzgerei. \u201eWir k\u00f6nnen nur in den Schulen und bei Berufsinfo-Veranstaltungen f\u00fcr unseren wichtigen und wunderbaren Metzgerberuf werben\u201c, so der langj\u00e4hrige Unterst\u00fctzer des Rh\u00f6ner Wurstmarkts. <\/p>\n<p>Positive Signale f\u00fcr die Ern\u00e4hrungsberufe sehen die Experten vom Bayerischen Fleischerverband in den Gro\u00dfst\u00e4dten. Schlagworte wie Regionalit\u00e4t, Authentizit\u00e4t, Kompetenz und Vertrauen bei der Wahl der Lebensmittel tragen dazu bei, Berufe wie den des Metzgers ins rechte Licht zu r\u00fccken, sagt Landesinnungsmeister Konrad Ammon jun.. Es gilt, das Bild vom \u201eblutr\u00fcnstigen Metzger\u201c aus den 1970er Jahren endg\u00fcltig abzul\u00f6sen. Metzger sind heute Wurstmacher, Ern\u00e4hrungsberater und Eventmanager, also Genusshandwerker\u201c, betont Konrad Ammon jun.<\/p>\n<p>\u201eDer Beruf des Metzgers ist kein Knochenjob mehr\u201c, sagt Anton Koob, Obermeister der Metzgerinnung Rh\u00f6n-Grabfeld und Mitorganisator des Wurstmarkts. Durch die moderne Ausstattung der Wurstk\u00fcchen sei die Arbeit viel leichter und ergonomischer geworden, unterstreicht er. <\/p>\n<p>Eindringlich appellieren die Verbandssprecher an die Unternehmen, Auszubildende f\u00fcr sich zu gewinnen. Die Handwerkskammer und der Fleischerverband unterst\u00fctzen ihre Mitglieder mit altersgerechten Informationsangeboten. Das Spektrum reicht von der Internetplattform www.fleischerberufe.de \u00fcber WhatsApp-Hotlines (0175 229 72 22) bis hin zu Flyern und aufmerksamkeitsstarken Gewinnspielen. <\/p>\n<p>Tipps vom Metzgermeister<br \/>\n\u201eHolen Sie junge Leute ins Praktikum und schaffen Sie in Ihrem Betrieb ein Wohlf\u00fchlklima\u201c, empfiehlt der Ostheimer Metzgermeister Andreas Ortlepp seinen Kollegen. \u201eEin moderner Auftritt und trendige Produkte wie dry aged Steaks machen den Betrieb attraktiv f\u00fcr die Ausbildung\u201c, wei\u00df der 41-j\u00e4hrige Besitzer der seit \u00fcber 70 Jahren bestehenden Traditions-Metzgerei mit Partyservice. Facebook ist seiner Erfahrung nach ein ideales Medium f\u00fcr eine junge Au\u00dfenwirkung. Auch Nachwuchskr\u00e4fte will er k\u00fcnftig mit Unterst\u00fctzung der Sozialen Netzwerke finden.  <\/p>\n<p>Begeisterter Nachwuchs<br \/>\nDie rechte Hand von Andreas Ortlepp ist ein \u201eEigengew\u00e4chs\u201c, das mit derselben Leidenschaft kocht und wurstet wie sein Chef. Vor einem Jahr hat der 20-j\u00e4hrige Sascha Klett seine Ausbildung zum Metzger im Verkauf erfolgreich abgeschlossen. \u201eDer Beruf macht mir einfach Spa\u00df. Alles andere w\u00e4re langweilig\u201c, sagt der Ostheimer \u00fcberzeugt. Der Staatlich gepr\u00fcfte Haushaltshelfer liebt das Kreative und die Abwechslung durch die Produktvielfalt ebenso wie die direkte Kunden-R\u00fcckmeldung. Ein h\u00f6herer Lohn wiege das nicht auf. Das Lernen ist f\u00fcr ihn l\u00e4ngst nicht abgeschlossen. \u201eJetzt geht es erst richtig los. Jetzt kommt die Verantwortung\u201c,  so Sascha unternehmungslustig. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Bald findet zum achten Mal der Rh\u00f6ner Wurstmarkt statt. Der Andrang von Feinschmeckern aus ganz Deutschland wird gro\u00df sein. Die Metzger plagen jedoch Nachwuchssorgen. Immer weniger junge Leute begeistern sich f\u00fcr das traditionelle Handwerk. Im Gegensatz dazu liegt der Fleischkonsum nach wie vor hoch. 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