{"id":152852,"date":"2016-07-01T09:27:37","date_gmt":"2016-07-01T07:27:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=152852"},"modified":"2016-07-01T09:27:37","modified_gmt":"2016-07-01T07:27:37","slug":"urspruenglich-als-mahnmal-fuer-gefallene-des-ersten-weltkriegs-auf-wasserkuppe-errichtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=152852","title":{"rendered":"Urspr\u00fcnglich als Mahnmal f\u00fcr Gefallene des Ersten Weltkriegs auf Wasserkuppe errichtet"},"content":{"rendered":"<p>Wer sich das eindrucksvolle Gebirgspanorama der Hochrh\u00f6n betrachtet, wird etwas unterhalb des 875 hohen markanten Gipfel des Pferdskopfs \u2013 jedem Rh\u00f6nfreund bekannt &#8211; ein gro\u00dfes Holzkreuz ausmachen. Es steht hier zum Gedenken an die Opfer beider Weltkriege.<\/p>\n<p>Wir schreiben das Jahr 1916 mitten im Ersten Weltkrieg, die Zahl der Opfer nimmt t\u00e4glich zu, und wie so oft in schweren Zeiten tritt der Gedanke an Gott wieder mehr in den Vordergrund. Die Idee, ein Mahnmal f\u00fcr die Gefallenen der Pfarrei Poppenhausen aufzustellen, nimmt Gestalt an. Zudem, so lesen wir im Gersfelder Kreisblatt vom 11. Juli, k\u00f6nnten hier auch die Turner und Besucher der allj\u00e4hrlich auf der Wasserkuppe stattfindenden Rh\u00f6nturnfeste ihrer \u201esonnt\u00e4glichen Pflicht nachkommen\u201c.<\/p>\n<p>Damit war auch schon die \u00d6rtlichkeit \u201eWasserkuppe\u201c festgelegt und mit dem Poppenhausener Kaplan Konrad Trageser eine geeignete Person gefunden, die voller Elan f\u00fcr die Sache warb und die erforderlichen Sach- oder Geldspenden beschaffte. Am 6. Juli 1916 wurde das von Zimmermeister Friedrich R\u00f6mmelt aus Eiche gefertigte zw\u00f6lf Meter hohe Kreuz mit Hilfe von 35 Personen, darunter auch zehn gerade auf Fronturlaub befindlichen Turnvereinsmitglieder aufgerichtet. Nach der Einweihung am Fest Mari\u00e4 Himmelfahrt zelebrierte Kaplan Trageser am 20. August den ersten Feldgottesdienst unter dem Kreuz, und bis in die drei\u00dfiger Jahre wurde diese Tradition allj\u00e4hrlich w\u00e4hrend des Rh\u00f6nturnfests aufrechterhalten.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Dritten Reichs war das christliche Kreuz verp\u00f6nt, und so verwundert es nicht, dass es im Herbst 1937 nicht mehr stand, einfach abges\u00e4gt, niemand war informiert worden. Pfarrer Trageser, jetzt in Marbach t\u00e4tig, hatte es von dort mit seinem Fernglas am 16. Oktober nicht mehr gesehen. Auf diese Hiobsbotschaft von Trageser hin legte der Poppenhausener Altb\u00fcrgermeister und Vorsitzender des Turnvereins, Joseph Bub, massiven Protest bei der Reichssegelfliegerschule und dem Luftfahrtamt Berlin ein. Von diesen Stellen wurde erkl\u00e4rt, dass das Mahnmal auf Antrag der Firma Telefunken wegen \u201eFunkst\u00f6rungen\u201c und auch wegen St\u00f6rungen des Flugbetriebs \u201eentfernt\u201c worden sei.<\/p>\n<p>Durch z\u00e4he Verhandlungen konnte Ende des Jahres erreicht werden, dass das Kreuz auf den Pferdskopf \u201eversetzt\u201c werden durfte. Da aus Gr\u00fcnden der Flugsicherheit die h\u00f6chste Stelle nicht in Frage kam, w\u00e4hlte man unter Mithilfe einer h\u00f6lzernen Stange, an der ein wei\u00dfes Laken befestigt war, einen geeigneten Standort aus, der von Poppenhausen und auch von fast allen Ecken der Pfarrei zu sehen war. Die versiegelte Flasche mit der von Kaplan Trageser im Jahr 1916\u00c2\u00a0 handgeschriebenen Urkunde steckte noch im Boden des heute noch sichtbaren Sockels auf der Wasserkuppe. Sie wurde geborgen und mit einem neuen Dokument unter dem am 30. September 1938 unterhalb des Pferdskopf-Gipfels am Kamm zum \u201eGoldloch\u201c wiedererrichteten Mahnmal eingegraben.<\/p>\n<p>Im Sommer 1951 erfolgte eine Renovierung und dann am 7. Juli die Neueinweihung. Eine neue von B\u00fcrgermeister Benno Bub geschnitzte Holztafel erhielt die nun erg\u00e4nzte Inschrift: \u201e1914-18 Volk gedenke derer die auf deinen H\u00f6hen gestorben sind an ihren Wunden 1939-45\u201c. Als das Alter des nunmehr 50j\u00e4hrigen Kreuzes sich aber immer mehr bemerkbar machte, wurde ein neues Mahnkreuz errichtet. Zusch\u00fcsse von Landkreis und Gemeinde sowie beachtliche Eigenleistungen ortsans\u00e4ssiger Handwerker und Vereine machten es m\u00f6glich, dass am 17. Juni 1966 das von Oberbaurat G\u00f6schel geplante Kreuz eingeweiht\u00c2\u00a0 und der Kriegerkameradschaft zur Pflege \u00fcbertragen werden konnte. Am 18. September 1999 wiederum wurde ein neues Kreuz aufgerichtet, dessen feierliche Einweihung Dechant Erwin Lachnit am 13. Mai 2000 vornahm.<\/p>\n<p>Feierstunde<br \/>\nDie Gemeinde Poppenhausen veranstaltet am Freitag, 8. Juli, 17 Uhr am Gedenkkreuz aus Anlass des 100j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums eine Feierstunde. Der Abschluss findet um 18.30 Uhr im Gasthof Heckenh\u00f6fchen statt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wer sich das eindrucksvolle Gebirgspanorama der Hochrh\u00f6n betrachtet, wird etwas unterhalb des 875 hohen markanten Gipfel des Pferdskopfs \u2013 jedem Rh\u00f6nfreund bekannt &#8211; ein gro\u00dfes Holzkreuz ausmachen. Es steht hier zum Gedenken an die Opfer beider Weltkriege. 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