{"id":152788,"date":"2016-06-30T09:02:24","date_gmt":"2016-06-30T07:02:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=152788"},"modified":"2016-06-30T09:02:24","modified_gmt":"2016-06-30T07:02:24","slug":"gedenkkreuz-auf-dem-pferdskopf-wird-100-jahre-alt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=152788","title":{"rendered":"Gedenkkreuz auf dem Pferdskopf wird 100 Jahre alt"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Pferdskopf-Menschenkette.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-152789\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Pferdskopf-Menschenkette-265x176.jpg\" alt=\"Pferdskopf-Menschenkette\" width=\"265\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Pferdskopf-Menschenkette-265x176.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Pferdskopf-Menschenkette-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Pferdskopf-Menschenkette-600x399.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Pferdskopf-Menschenkette.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Der Berg geh\u00f6rt zum eindrucksvollen Gebirgspanorama um Poppenhausen. Der 875-Meter hohe Pferdskopf, der sich je nach Perspektive v\u00f6llig anders zeigt, ist der markanteste Hausberg der Luftkurortgemeinde im Talkessel des oberen L\u00fcttertals. Das unterhalb des Gipfels stehende Hochkreuz ist von weither sichtbar. Es steht dort zum Gedenken an die Opfer der beiden Weltkriege.<\/p>\n<p>Mitten im Ersten Weltkrieg, im Jahr 1916, nimmt die Zahl der Opfer t\u00e4glich zu. Dieses Schicksal ist in schwerer trauriger Zeit f\u00fcr die Menschen Anlass, dem christlichen Glauben an Gott eine gr\u00f6\u00dfere Bedeutung zu geben.<\/p>\n<p>Und so nimmt die Idee Gestalt an, ein Hochkreuz als Mahnmal f\u00fcr die Gefallenen der Pfarrei Poppenhausen aufzustellen. Zudem, so steht es in der Nachberichterstattung im Gersfelder Kreisblatt vom 11. Juli 1916 zu lesen, k\u00f6nnten hier auch die Turner und Besucher der allj\u00e4hrlich auf der Wasserkuppe stattfindenden Rh\u00f6nturnfeste ihrer \u201esonnt\u00e4glichen Pflicht\u201c nachkommen.<br \/>\nDamit war auch schon die \u00d6rtlichkeit \u201eWasserkuppe\u201c als Aufstellort festgelegt.<br \/>\nMit dem Poppenhausener Kaplan Konrad Trageser wurde eine geeignete Person gefunden, die voller Elan f\u00fcr die Sache warb. Denn f\u00fcr die Realisierung dieser Idee bedurfte es Sach- und Geldspenden.<\/p>\n<p>Bereits am 6. Juli 1916 wurde das vom heimischen Zimmermeister Friedrich R\u00f6mmelt aus Eiche gefertigte zw\u00f6lf Meter hohe Kreuz mit Hilfe von 35 Personen, darunter auch zehn gerade auf Fronturlaub befindlichen Turnvereinsmitglieder, aufgerichtet. Nach der Einweihung am Fest Mari\u00e4 Himmelfahrt zelebrierte Kaplan Trageser am 20. August den ersten Feldgottesdienst unter dem Kreuz. Bis in die drei\u00dfiger Jahre wurde diese Tradition allj\u00e4hrlich w\u00e4hrend des Rh\u00f6nturnfests aufrechterhalten.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Dritten Reichs war das christliche Kreuz verp\u00f6nt, und so verwundert es nicht, dass es im Herbst 1937 nicht mehr stand. Ohne jede Information war es einfach abges\u00e4gt worden. Pfarrer Trageser, der damals in Marbach t\u00e4tig war, hatte es von dort mit seinem Fernglas am 16. Oktober nicht mehr gesehen.<\/p>\n<p>Diese Hiobsbotschaft von Trageser nahm der Poppenhausener Altb\u00fcrgermeister und Vorsitzende des Turnvereins, Joseph Bub, zum Anlass, seinen massiven Protest bei der Reichssegelfliegerschule und dem Luftfahrtamt Berlin auszudr\u00fccken. Von diesen Stellen wurde dann erkl\u00e4rt, dass das Mahnmal auf Antrag der Firma Telefunken wegen \u201eFunkst\u00f6rungen\u201c und auch wegen St\u00f6rungen des Flugbetriebs \u201eentfernt\u201c worden sei.<\/p>\n<p>Durch z\u00e4he Verhandlungen konnte Ende des Jahres erreicht werden, dass das Kreuz auf den Pferdskopf \u201eversetzt\u201c werden durfte. Da aus Gr\u00fcnden der Flugsicherheit die h\u00f6chste Stelle nicht in Frage kam, w\u00e4hlte man unter Mithilfe einer h\u00f6lzernen Stange, an der ein wei\u00dfes Laken befestigt war, einen geeigneten Standort aus, der von Poppenhausen und auch von fast allen Ecken der Pfarrei zu sehen war. Die versiegelte Flasche mit der von Kaplan Trageser im Jahr 1916 handgeschriebenen Urkunde steckte noch im Boden des Sockels auf der Wasserkuppe. Sie wurde dort geborgen und mit einem neuen Dokument unter dem am 30. September 1938 unterhalb des Pferdskopf-Gipfels am Kamm zum \u201eGoldloch\u201c wiedererrichteten Mahnmal eingegraben.<\/p>\n<p>Im Sommer 1951 erfolgte eine Renovierung und dann am 7. Juli die Neueinweihung. Eine neue von B\u00fcrgermeister Benno Bub geschnitzte Holztafel erhielt die nun erg\u00e4nzte Inschrift: \u201e1914-18 &#8211; Volk gedenke derer die auf deinen H\u00f6hen gestorben sind an ihren Wunden &#8211; 1939-45\u201c.<br \/>\nAls das nunmehr 50-j\u00e4hrige Hochkreuz aus Holz in die Jahre kam und sich deutliche Sch\u00e4den zeigten, wurde ein neues Mahnkreuz errichtet. Zusch\u00fcsse von Landkreis Fulda, der Gemeinde Poppenhausen sowie beachtliche Eigenleistungen ortsans\u00e4ssiger Handwerker, Vereine und zahlreicher B\u00fcrger machten es m\u00f6glich. Am 10. Juni 1966 wurde das von Oberbaurat G\u00f6schel geplante Kreuz mit Hilfe der \u00dcberlandwerk AG aufgestellt, am 17. Juni durch Pfarrer Josef Albinger eingeweiht und einvernehmlich der Kriegerkameradschaft Poppenhausen zur Pflege \u00fcbertragen. Nach Ablauf weiterer 33 Jahre wurde am 18. September 1999 wiederum ein neues Kreuz aufgerichtet, dessen feierliche Einweihung Dechant Erwin Lachnit am 13. Mai 2000 vornahm.<\/p>\n<p>Seither steht das emporragende Kreuz in Sturm und Wetter \u201ezur Ehre Gottes und zum Andenken an unsere gefallenen Br\u00fcder\u201c, wie es in der ersten Urkunde aus dem Jahr 1916 hei\u00dft, auf dem Pferdskopf\u00c2\u00a0 &#8211; als Zeichen der Erinnerung und der Dankbarkeit. Jedes Jahr am Volkstrauertag f\u00fchrt B\u00fcrgermeister Manfred Helfrich die sog. Kriegskreuzwanderung des Rh\u00f6nklubzweigvereins Poppenhausen zum Hochkreuz am Pferdskopf, um gemeinsam der Opfer von Krieg und Gewalt sowie der Menschen zu gedenken, die durch Kriegshandlungen und deren Folgen damals und in der heutigen Zeit ihr Leben verloren.<\/p>\n<p>Feierstunde<br \/>\nDie Gemeinde Poppenhausen nimmt das bedeutende 100-j\u00e4hrige Jubil\u00e4um zum Anlass, am Freitag, den 8. Juli um 17 Uhr am Gedenkkreuz eine Feierstunde mit Pfarrer i.R. Erwin Lachnit zu veranstalten. In kurzen Gedenkansprachen wird auf die Bedeutung, die Geschichte und die Tradition des Hochkreuzes Wasserkuppe\/Pferdskopf hingewiesen. Die Feierstunde wird von einer Bl\u00e4sergruppe des Musikvereins C\u00e4cilia umrahmt. Der Abschluss findet ab 18.30 Uhr im Gasthof Heckenh\u00f6fchen statt. Alle Interessierten, B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, Freunde von Poppenhausen und des Pferdskopfes sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. Wer sich den Aufstieg nicht zutraut, kann sich bei der Gemeindeverwaltung unter Tel.: 06658\/960011 f\u00fcr einen Shuttle-Service anmelden.<\/p>\n<p>Fotos:<br \/>\nDas am 16. Juni 2016 auf der Wasserkuppe errichtete Gedenkkreuz.<br \/>\nRechts im Bild ist der \u201egeistige Vater\u201c der St\u00e4tte, Kaplan Konrad Trageser, zu sehen, der sein Leben im Januar 1942 im KZ Dachau verlor.<br \/>\nFoto: Archiv Michael Mott<\/p>\n<p>Ein Foto aus j\u00fcngeren Tagen:<br \/>\nDie Wette gegen die FZ im Jahr 2009, die von der Gemeinde Poppenhausen (Wasserkuppe) klar gewonnen wurde. Denn die Poppenhausener schafften es, von der Schutzh\u00fctte unterhalb des Gipfels eine ca. 400-Meter lange Menschenkette zum Gipfel des Pferdkopfes zu bilden, deren Teilnehmer in Begleitung des Musikvereins C\u00e4cilia das Poppenhausener Lied sangen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Der Berg geh\u00f6rt zum eindrucksvollen Gebirgspanorama um Poppenhausen. 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