{"id":152734,"date":"2016-06-29T07:57:18","date_gmt":"2016-06-29T05:57:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=152734"},"modified":"2016-06-29T07:57:18","modified_gmt":"2016-06-29T05:57:18","slug":"wiederansiedlungsprojekt-druesige-fetthenne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=152734","title":{"rendered":"Wiederansiedlungsprojekt \u201eDr\u00fcsige Fetthenne\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Ein Wiederansiedlungsprojekt einer bundesweit extrem bedrohten Pflanze geht in eine neue Runde. Es handelt sich um sedum villosum oder auf Deutsch um die Dr\u00fcsige Fetthenne. Dank Vermehrung im Botanischen Garten Frankfurt konnten nun im Beisein von B\u00fcrgermeister Thomas Schreiner, Weidewart Ralf Schmitt sowie Martin Kremer vom Biosph\u00e4renreservat durch den Rh\u00f6nbotaniker Uwe Barth rund 200 dieser sensiblen Pflanzen auf der Seifertser Rute ausgebracht werden. Barth berichtete, das es bereits vor einigen Jahren eine versuchsweise Vermehrungen und ein Ausbringen in verschiedenen Bereichen der Berghutungen im Ulstertal gegeben habe. Allerdings mit nur m\u00e4\u00dfigem Erfolg! Mit dem neuen Versuch hoffen die Akteure nun auf mehr Gl\u00fcck. Dabei scheint das feuchte und nasse Wetter dieser Tage durchaus vielversprechend.<\/p>\n<p>Das Besondere an der Dr\u00fcsigen Fetthenne, einer sehr unscheinbaren kleinen Pflanze aus der Familie der Fetthennen, ist, dass sie feuchte und sumpfige Standorte liebt. Ihr \u201eWettbewerbsvorteil\u201c ist, dass die Art gut mit Viehvertritt zu Recht kommt und es ihr nichts ausmacht, wenn Rinderherden \u00fcber sie hinweg ziehen. Genau auf solche vertretenen, matschigen Bereiche ist die Pflanze angewiesen. Nur dort hat sie einen Vorteil gegen\u00fcber anderen starkw\u00fcchsigen Pflanzen. Aber in Deutschland sind solche Beweidungsformen selten geworden. Daher ist die Dr\u00fcsige Fetthenne in vielen Bereichen Deutschlands l\u00e4ngst ausgestorben. In Hessen fristet sie ein sehr bescheidenes Dasein im Bereich der Ulstertal-Hutungen und auf kleinen k\u00fcnstlich gepflegten Fl\u00e4chen im Vogelsberg. Gro\u00dffl\u00e4chige Beweidungen, an denen Rinderherden durchaus auch nasse und sumpfige Stellen nutzen, gibt es au\u00dferhalb der Alpen eigentlich nur noch in der Rh\u00f6n, betont auch B\u00fcrgermeister Schreiner. Daher ist die Dr\u00fcsige Fetthenne, so Barth, auch ein Relikt der Beweidungsformen fr\u00fcherer Jahrhunderte. B\u00fcrgermeister Thomas Schreiner pflichtet Uwe Barth bei. Er w\u00fcnscht sich, dass die Einmaligkeit und Besonderheit der gro\u00dfen gemeindlichen Hutefl\u00e4chen im Ulstertal als wertvolle historische Kulturlandschaft st\u00e4rker in das Bewusstsein von Einheimischen und G\u00e4sten r\u00fccken m\u00f6ge.<\/p>\n<p>F\u00fcr Martin Kremer hat das Projekt Pilotcharakter. W\u00e4hrend es bereits eine ganze Reihe von Wiederansiedlungsprojekten im faunistischen Bereich mit Edelkrebs, Schneider, Karausche und Birkwild gibt, erscheint die die Wiederansiedelung von bedrohten Pflanzen als eine wesentlich gr\u00f6\u00dfere Herausforderung. Gleichwohl \u00fcberlegt man im Biosph\u00e4renreservat weitere Projekte im botanischen Bereich, z.B. zur St\u00e4rkung der Best\u00e4nde der Frauenschuhorchidee.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Ein Wiederansiedlungsprojekt einer bundesweit extrem bedrohten Pflanze geht in eine neue Runde. Es handelt sich um sedum villosum oder auf Deutsch um die Dr\u00fcsige Fetthenne. 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