{"id":152680,"date":"2016-06-28T06:14:40","date_gmt":"2016-06-28T04:14:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=152680"},"modified":"2016-06-27T23:17:33","modified_gmt":"2016-06-27T21:17:33","slug":"horizonterweiternde-eindruecke-und-ergebnisse-eines-china-besuchs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=152680","title":{"rendered":"Horizonterweiternde Eindr\u00fccke und Ergebnisse eines China-Besuchs"},"content":{"rendered":"<p>Gut zwei Monate ist der Besuch einer Fuldaer Delegation in der chinesischen Stadt Liyang her. Zu den konkreten Ergebnissen des transkontinentalen Austauschs geh\u00f6rte die Unterzeichnung einer Absichtserkl\u00e4rung zur Begr\u00fcndung einer Partnerschaft zwischen der H\u00fcnfelder Wigbertschule und der Liyang Senior High School of Jiangsu Province. Im Interview berichtet Oberstudiendirektor Markus Bente \u00fcber seine Eindr\u00fccke vom chinesischen Schul- und Bildungssystem sowie \u00fcber die geplante Schulpartnerschaft.<\/p>\n<p>Welche Schulen haben Sie in China besucht? \u00e2\u20ac\u00a8Bente: Wir haben zwei Schulen gesehen. Eine berufliche Schule und die Liyang Senior High School of Jiangsu Province, die von 3600 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern aus der gesamten Provinz Jiangsu besucht wird.<\/p>\n<p>Das sind andere Dimensionen als bei uns. Wie kann man sich die Gegebenheiten vor Ort vorstellen? \u00e2\u20ac\u00a8Bente: Das Schulgel\u00e4nde ist wirklich beeindruckend. Der Campus ist einfach nur gro\u00df. Es gibt ein gro\u00dfes Sportgel\u00e4nde und neben der Schule einen Bereich mit Appartements f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. In der Schule werden Schuluniformen getragen, und die Klassengr\u00f6\u00dfen liegen zwischen 40 und 50 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern. Der technische Stand der Schule ist mit dem unsrigen vergleichbar.<\/p>\n<p>Warum gibt es Appartements? \u00e2\u20ac\u00a8Bente: Zun\u00e4chst einmal kommen die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus der gesamten Provinz. Dann startet der Unterricht teilweise schon morgens um 7 Uhr und endet erst um 18 Uhr. Zudem findet Unterricht auch am Wochenende statt &#8211; Zusatzkurse oder eine Art Nachhilfeunterricht f\u00fcr diejenigen, die dies w\u00fcnschen. Deshalb braucht man f\u00fcr einige Schler \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten. Die Schule selbst versteht sich als Elite-Schule. Man r\u00fchmt sich, sehr viele Wissenschaftler hervorgebracht zu haben, die an ausl\u00e4ndischen oder chinesischen Universit\u00e4ten lehren. Die Motivation der Lernenden ist sehr hoch.<\/p>\n<p>Welche Unterschiede zum deutschen Schulsystem haben Sie sonst noch ausgemacht? \u00e2\u20ac\u00a8Bente: Es gibt in China ein nationales und ein internationales Abitur. Nur mit letzterem kann man eine ausl\u00e4ndische Universit\u00e4t besuchen. Und man hat nur einen Versuch, um sein Abitur zu bestehen. Insofern ist die seh hohe Motivation nachvollziehbar.<\/p>\n<p>Was versprechen Sie sich von einer Partnerschaft mit der High School?<br \/>\nBente: Ich finde es wichtig, Welt zu \u00f6ffnen und unseren Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern Welt zu zeigen \u2013 im Rahmen der M\u00f6glichkeiten, die eine Schule hat. Dazu ben\u00f6tigt man Partnerschaften. Welt \u00f6ffnen hei\u00dft f\u00fcr mich, Verst\u00e4ndnis f\u00fcr etwas zu haben, in Kenntnis von etwas urteilen zu k\u00f6nnen und nicht mit Vorurteilen zu k\u00e4mpfen. Neben dem normalen Sch\u00fcleraustausch k\u00f6nnten im Rahmen der Partnerschaft auch l\u00e4ngere Auslandsaufenthalte nach dem Abitur m\u00f6glich gemacht werden. Auch gegenseitige Konsultationen sind denkbar. Theoretisch kann eine Lehrerdelegation nach China reisen, sich das Schulsystem anschauen und in Gespr\u00e4che eintreten. Umgekehrt nat\u00fcrlich ganz genauso.<\/p>\n<p>Wie weit ist das Partnerschaftsvorhaben inzwischen vorangeschritten?<br \/>\nBente: Die m\u00f6gliche Partnerschaft wurde im Mai in der Schulkonferenz und in der Gesamtkonferenz thematisiert. Es gab eine sehr offene Diskussion dar\u00fcber, mit vielen kritischen Stimmen und letztendlich einer erkennbaren Mehrheit in beiden Entscheidungsgremien, die daf\u00fcr gestimmt haben.<\/p>\n<p>Welche Argumente konnten \u00fcberzeugen?<br \/>\nBente: Eine Partnerschaft einzugehen, bedeutet nicht, gleichzeitig alles gut zu hei\u00dfen, was in einem Land passiert. Bei einer Partnerschaft geht es vielmehr um die Begegnung von Menschen. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die dort hingehen, werden die Menschen und die Gesellschaft kennen lernen und k\u00f6nnen daraus ihre eigenen Schl\u00fcsse ziehen. China ver\u00e4ndert sich und \u00f6ffnet sich, und ich m\u00f6chte, dass unsere Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auch ein Teil dieser \u00d6ffnung sind. Sie sollen aber auch die Unterschiede wahrnehmen und bewerten.<\/p>\n<p>Wann soll eine Partnerschaftsvereinbarung unterzeichnet werden?\u00e2\u20ac\u00a8Bente: Daf\u00fcr gibt es noch keinen genauen Termin. Wir gehen es Schritt f\u00fcr Schritt an. Angedacht ist, dass die ersten chinesischen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler im Mai n\u00e4chsten Jahres zu uns kommen. \u00e2\u20ac\u00a8\u00e2\u20ac\u00a8Und wann w\u00fcrde dann ein Gegenbesuch stattfinden?\u00e2\u20ac\u00a8Bente: Das steht noch nicht fest, und dieser Besuch muss auch sehr rechtzeitig geplant werden, damit wir einen Ansparplan durchf\u00fchren k\u00f6nnen. Der Besuch muss f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sowie die begleitenden Lehrerinnen und Lehrer finanziell realisierbar sein. Ich hoffe diesbez\u00fcglich auf Menschen, die das Vorhaben unterst\u00fctzen, und auch ein wenig auf Sponsoren. Es geht ja nicht um gro\u00dfe Summen. Auch mit kleinen Summen kann man ein S\u00e4ckel nach und nach f\u00fcllen.\u00e2\u20ac\u00a8\u00e2\u20ac\u00a8Auf jeden Fall besteht an der Wigbertschule schon jetzt die M\u00f6glichkeit, Chinesisch zu lernen.\u00e2\u20ac\u00a8Bente: Das ist richtig. In den vergangenen zwei Jahren haben bereits Chinesisch-Kurse bei uns stattgefunden. Wir wollen Chinesisch auch als ordentliches Unterrichtsfach, sprich als neu beginnende dritte Fremdsprache in der Oberstufe, implementieren. Die endg\u00fcltige Genehmigung f\u00fcr die Einrichtung des Fachs seitens des Ministeriums steht noch aus. Chinesisch als Fremdsprache w\u00e4re im \u00dcbrigen nicht nur ein zielf\u00fchrender Baustein f\u00fcr unsere geplante Partnerschaft, sondern auch ein Aspekt der Hochbegabtenf\u00f6rderung, da unsere Schule einen Antrag auf Zuerkennung als G\u00fctesiegelschule Hochbegabung gestellt hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Gut zwei Monate ist der Besuch einer Fuldaer Delegation in der chinesischen Stadt Liyang her. Zu den konkreten Ergebnissen des transkontinentalen Austauschs geh\u00f6rte die Unterzeichnung einer Absichtserkl\u00e4rung zur Begr\u00fcndung einer Partnerschaft zwischen der H\u00fcnfelder Wigbertschule und der Liyang Senior High School of Jiangsu Province. 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