{"id":152548,"date":"2016-06-24T06:02:42","date_gmt":"2016-06-24T04:02:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=152548"},"modified":"2016-06-24T06:02:42","modified_gmt":"2016-06-24T04:02:42","slug":"betriebliche-ausbildung-in-hessen-2015-ausbildungsbeteiligung-und-intensitaet-ruecklaeufig-aber-uebernahmequote-auf-hoechststand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=152548","title":{"rendered":"Betriebliche Ausbildung in Hessen 2015 &#8211; Ausbildungsbeteiligung und -intensit\u00e4t r\u00fcckl\u00e4ufig, aber \u00dcbernahmequote auf H\u00f6chststand"},"content":{"rendered":"<p>Mit der betrieblichen Ausbildung sichern sich die Betriebe fr\u00fchzeitig die von ihnen ben\u00f6tigten Fachkr\u00e4fte. In j\u00fcngerer Vergangenheit ist eine erfolgreiche Besetzung freier Ausbildungsstellen aber schwieriger geworden. Ma\u00dfgeblich hierf\u00fcr sind insbesondere die sinkenden Schulabg\u00e4ngerzahlen sowie der Trend zum Studium.<br \/>\nNach den Daten des IAB-Betriebspanels 2015 hat sich diese Problematik aktuell nicht weiter versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>Dennoch belegen die Ergebnisse der Betriebsbefragung eine reduzierte Dynamik des Ausbildungsmarktes:<\/p>\n<p>Die Ausbildungsbeteiligung (der Anteil ausbildender Betriebe) ist in Hessen zur\u00fcckgegangen. Dieser Trend ist bereits seit 2008 zu beobachten. 2015 lag der Anteil bei 28 Prozent &#8211; dem niedrigsten Wert im Zeitraum der Panelbetrachtung. Dies wird insbesondere durch die geringe Ausbildungsbeteiligung der Dienstleistungsbetriebe beeinflusst, da vier von f\u00fcnf dieser Betriebe nicht ausbilden. Ebenso bilden 15 Prozent der Gro\u00dfbetriebe nicht aus.<br \/>\nDie hessische Ausbildungsquote (der Anteil der Auszubildenden an den sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten) sank 2015 ebenfalls und liegt mit 4,4 Prozent weiterhin deutlich unter dem westdeutschen Durchschnitt. Besonders hohe Ausbildungsquoten weisen das Baugewerbe und die Kleinstbetriebe aus.<br \/>\nDie Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen lag dem IAB-Betriebspanel zufolge 2015 bei hochgerechnet etwa 55.000 Ausbildungsstellen &#8211; ein R\u00fcckgang gegen\u00fcber dem Vorjahr um knapp 5.000 Stellen. Der Trend der letzten Jahre, in denen ein stetiger Anstieg der angebotenen Ausbildungsstellen zu verzeichnen war, ist somit unterbrochen. Dennoch ist das Niveau im langj\u00e4hrigen Vergleich eher hoch.<\/p>\n<p>Hessenweit wurden 2015 rund 24.000 Auszubildende von ihren Ausbildungsbetrieben \u00fcbernommen. Die \u00dcbernahmequote betr\u00e4gt somit 69 Prozent und ist so hoch wie noch nie im Zeitraum der Panelbetrachtung. Dies l\u00e4sst sich als deutlicher Indikator werten, dass die ausbildenden hessischen Betriebe st\u00e4rker als in der Vergangenheit die Notwendigkeit sehen, eigene Fachkr\u00e4fte heranzuziehen und zu binden. Die niedrigsten \u00dcbernahmequoten finden sich im Dienstleistungssektor. In der \u00d6ffentlichen Verwaltung ist die \u00dcbernahmebereitschaft dagegen deutlich \u00fcberdurchschnittlich. Am h\u00f6chsten ist sie &#8211; wie schon in den Vorjahren &#8211; im Baugewerbe. Hier wurden 91 Prozent aller erfolgreichen Absolventen auch \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Dass immer mehr hessische Betriebe ihre Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss weiter besch\u00e4ftigen, sieht Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen, als wichtigen Schritt zur Fachkr\u00e4ftesicherung. \u201eDie steigende \u00dcbernahmequote zeigt, dass die hessischen Betriebe die Zeichen der Zeit erkannt haben und selbst ausgebildete Fachkr\u00e4fte langfristig an sich binden, auch wenn die sinkende Ausbildungsbeteiligung der Betriebe nachdenklich stimmen muss. Ebenso unterstreicht die gute \u00dcbernahmequote die Bedeutung der dualen Ausbildung und den hohen wirtschaftlichen Stellenwert, den eine Fachausbildung f\u00fcr den Betrieb und f\u00fcr den Arbeitnehmer darstellt. Damit auch f\u00f6rderungsbed\u00fcrftige Jugendliche die Chance auf eine Ausbildungsstelle und eine dauerhafte Perspektive auf dem Arbeitsmarkt haben,\u00c2\u00a0 k\u00f6nnen wir eine Reihe begleitender Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten vor und w\u00e4hrend der Ausbildung anbieten. Die Ausbildung von Fachkr\u00e4ften wird f\u00fcr den Arbeitsmarkt der Zukunft auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels von entscheidender Bedeutung sein.\u201c<\/p>\n<p>Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir hebt die Zusammenarbeit im Rahmen des &#8220;B\u00fcndnis Ausbildung Hessen&#8221; hervor, in dem sich die Landesregierung gemeinsam mit Wirtschaft, Gewerkschaften, Kommunalen Spitzenverb\u00e4nden und der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit unter anderem f\u00fcr die St\u00e4rkung der dualen Ausbildung einsetzt. \u201eDie Wirtschaft hat sich selbst verpflichtet, die Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen zu erh\u00f6hen. Als Partner im B\u00fcndnis bietet die Landesregierung Programme, um die Unternehmen dabei zu unterst\u00fctzen und ihre Ausbildungsbereitschaft zu st\u00e4rken. So k\u00f6nnen beispielsweise Betriebe, die Hauptschulabsolventen direkt nach Schulabgang als Auszubildende einstellen, Zusch\u00fcsse f\u00fcr die Ausbildungsverg\u00fctung erhalten \u2013 insgesamt 2 Mio. Euro haben wir f\u00fcr dieses Jahr f\u00fcr das Programm bereitgestellt. Au\u00dferdem unterst\u00fctzen wir sehr kleine Betriebe, die ausbilden wollen, indem wir Qualifizierungsma\u00dfnahmen f\u00f6rdern, die die Kompetenz sowohl der Auszubildenden als auch die der Ausbilderinnen und Ausbilder erweitern. Gleichzeitig ist es unser Ziel, die Ausbildung f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler attraktiver zu machen, etwa indem wir den Hochschulzugang f\u00fcr beruflich Qualifizierte mit dualer Ausbildung und gutem Abschluss weiter \u00f6ffnen. Vom kommenden Wintersemester an startet dazu ein Modellversuch, an dem sich alle staatlichen Hochschulen Hessens beteiligten.\u201c<\/p>\n<p>Hintergrundinformation<\/p>\n<p>Die Ausbildungsdaten des IAB-Betriebspanels sind nicht mit Daten der Ausbildungsstatistiken vergleichbar, da sich bspw. sowohl der Erhebungszeitpunkt als auch Begriffsdefinitionen unterscheiden (siehe methodische Anmerkungen).<\/p>\n<p>Das Institut f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit (IAB) l\u00e4sst seit 1993 j\u00e4hrlich Betriebe im Rahmen des IAB-Betriebspanels durch TNS Infratest Sozialforschung befragen. Die Auswertung f\u00fcr Hessen erfolgt durch das Institut f\u00fcr Wirtschaft, Arbeit und Kultur. Finanziert werden die hessischen Zusatzauswertungen durch das Hessische Ministerium f\u00fcr Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit sowie den Europ\u00e4ischen Sozialfonds.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Mit der betrieblichen Ausbildung sichern sich die Betriebe fr\u00fchzeitig die von ihnen ben\u00f6tigten Fachkr\u00e4fte. In j\u00fcngerer Vergangenheit ist eine erfolgreiche Besetzung freier Ausbildungsstellen aber schwieriger geworden. Ma\u00dfgeblich hierf\u00fcr sind insbesondere die sinkenden Schulabg\u00e4ngerzahlen sowie der Trend zum Studium. Nach den Daten des IAB-Betriebspanels 2015 hat sich diese Problematik aktuell nicht weiter versch\u00e4rft. 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