{"id":152348,"date":"2016-06-17T09:43:34","date_gmt":"2016-06-17T07:43:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=152348"},"modified":"2016-06-17T09:43:34","modified_gmt":"2016-06-17T07:43:34","slug":"8-punkte-programm-gegen-wohnungseinbrecher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=152348","title":{"rendered":"8-Punkte-Programm gegen Wohnungseinbrecher"},"content":{"rendered":"<p>Zu einem verst\u00e4rkten Kampf gegen Einbrecherbanden haben sich heute Bayern, Baden-W\u00fcrttemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz zusammengeschlossen. Dazu haben Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, Baden-W\u00fcrttembergs Innenminister Thomas Strobl, Hessens Innenminister Peter Beuth und der rheinland-pf\u00e4lzische Innenminister Roger Lewentz am Rande der Innenministerkonferenz eine l\u00e4nder\u00fcbergreifende Kooperationsvereinbarung zur Bek\u00e4mpfung der Wohnungseinbruchskriminalit\u00e4t unterzeichnet. Kern der Vereinbarung ist ein 8-Punkte-Programm, das insbesondere einen schnelleren und besseren Informationsaustausch, eine st\u00e4rkere gemeinsame T\u00e4terfahndung sowie eine noch intensivere Zusammenarbeit bei konkreten Ermittlungsverfahren und in der Pr\u00e4vention vorsieht. +++<\/p>\n<p>Dazu Bayerns Innenminister Joachim Herrmann: &#8220;Mit unserer neuen Kooperation b\u00fcndeln wir unsere St\u00e4rken und Kompetenzen. Damit wollen wir im gemeinsamen Kampf gegen die Einbruchskriminalit\u00e4t noch schlagkr\u00e4ftiger werden. Vorbild war unsere bereits im Sommer 2015 mit Baden-W\u00fcrttemberg geschlossene Kooperationsvereinbarung. Wie die Daten der Kriminalstatistik zeigen, hat sich unser Ma\u00dfnahmenpaket bereits bew\u00e4hrt. Im vergangenen Jahr gingen die Einbruchszahlen in Bayern entgegen dem Bundestrend zur\u00fcck. Ich hoffe, dass k\u00fcnftig weitere Bundesl\u00e4nder unserer Kooperation beitreten werden. Nur gemeinsam k\u00f6nnen wir der l\u00e4nder- und grenz\u00fcberschreitenden Wohnungseinbruchkriminalit\u00e4t wirksam Einhalt gebieten.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Die gut organisierten Einbrecherbanden mit denen wir es zu tun haben, machen vor L\u00e4ndergrenzen keinen Halt. Deshalb ist es wichtig, l\u00e4nder\u00fcbergreifend zusammenzuarbeiten. Ein Einbruch ist f\u00fcr die Opfer h\u00e4ufig nicht nur ein materieller Schaden \u2013 sie sind in vielen F\u00e4llen tief ersch\u00fcttert und regelrecht traumatisiert, weil in ihre Privat- und Intimsph\u00e4re eingedrungen wurde. Deshalb wollen wir einen besonderen Schwerpunkt auf die Bek\u00e4mpfung der Einbruchkriminalit\u00e4t legen. Ich freue mich deshalb sehr, dass wir die bestehende Zusammenarbeit mit Bayern zusammen mit Hessen und Rheinland-Pfalz ausbauen k\u00f6nnen&#8221;, sagte Baden-W\u00fcrttembergs stellvertretender Ministerpr\u00e4sident und Innenminister Thomas Strobl.<\/p>\n<p>Der rheinland-pf\u00e4lzische Innenminister Roger Lewentz betonte: &#8220;Die\u00c2\u00a0 international agierenden T\u00e4terbanden sind eine bundesweite Herausforderung. Um ihnen das Handwerk zu legen, m\u00fcssen die L\u00e4nderpolizeien noch enger zusammenarbeiten und Erkenntnisse austauschen, um Tatzusammenh\u00e4nge zu erkennen und Bandenstrukturen zu rekonstruieren. Erfolgversprechende Ans\u00e4tze liegen unter anderem in gemeinsamen Ermittlungsgruppen und dem l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Abgleich von Spuren.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Reisende T\u00e4tergruppen interessieren sich nicht f\u00fcr unsere L\u00e4ndergrenzen. Deshalb m\u00fcssen unsere Landespolizeien noch enger und schneller zusammenarbeiten. Wir bringen dabei insbesondere den in Hessen bereits erfolgreich praktizierten t\u00e4terorientierten Ermittlungsansatz ein. Das hei\u00dft, es werden Ermittlungen zu allen Delikten, die einem T\u00e4ter oder einer Gruppe zugeordnet werden k\u00f6nnen, zusammengef\u00fchrt. Diese B\u00fcndelung von Ermittlungen soll auf die Kooperationsl\u00e4nder ausgeweitet werden, um bedeutsame Erfolge bei der Bek\u00e4mpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls zu erzielen. Ich freue mich auf die k\u00fcnftige Zusammenarbeit&#8221;, so der Hessische Innenminister Peter Beuth.<\/p>\n<p>Die neue Kooperationsvereinbarung zur Bek\u00e4mpfung der Wohnungseinbruchskriminalit\u00e4t hat folgende acht Schwerpunkte:<\/p>\n<p>Erstens: Die Ermittlungs- und Fahndungsbeh\u00f6rden intensiveren ihren Informationsaustausch. Das betrifft vor allem die Erstellung gemeinsamer Lagebilder sowie den Austausch von Ermittlungsergebnissen mit l\u00e4nder\u00fcbergreifendem Bezug. Das hilft beispielsweise Tatzusammenh\u00e4nge, Reisewege, Absatzm\u00e4rkte und Bandenstrukturen besser rekonstruieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zweitens: Die L\u00e4nderpolizeien verst\u00e4rken ihre t\u00e4terorientierten Ermittlungen, um Serient\u00e4ter und kriminelle Banden gemeinsam schneller hinter Schloss und Riegel zu bringen. Dazu geh\u00f6rt auch, dass Fahndungen und Ermittlungen l\u00e4nder\u00fcbergreifend besser koordiniert werden.<\/p>\n<p>Drittens: Die L\u00e4nder erarbeiten ein gemeinsames Bek\u00e4mpfungskonzept gegen reisende Intensivt\u00e4ter und osteurop\u00e4ische T\u00e4terbanden, gerade auch im Hinblick auf Reise- oder Fluchtwege. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise gemeinsame Ermittlungsgruppen mit Kriminalbeamten der beteiligten L\u00e4nder.<\/p>\n<p>Viertens: Es gibt k\u00fcnftig gemeinsame l\u00e4nder\u00fcbergreifende Fahndungsma\u00dfnahmen und Schwerpunktkontrollen. Bereits f\u00fcr Herbst 2016 sind entsprechende Aktionen geplant. Beispielsweise wurden bei einer zweiw\u00f6chigen Schwerpunktkontrollaktion der Bayerischen Polizei und der Polizei Baden-W\u00fcrttemberg im Herbst 2015 mit insgesamt rund 2.400 eingesetzten Polizisten 101 Personen vorl\u00e4ufig festgenommen sowie 154 Straftaten und 76 Ordnungswidrigkeiten zur Anzeige gebracht.<\/p>\n<p>F\u00fcnftens: Die L\u00e4nderpolizeien arbeiten bei der der Kriminaltechnik noch enger zusammen. Das betrifft vor allem l\u00e4nder\u00fcbergreifende Spurenabgleiche, beispielsweise bei Schuh- und Werkzeugspuren. Dadurch erhoffen sich die Ermittler zus\u00e4tzliche Ermittlungsans\u00e4tze.<\/p>\n<p>Sechstens: Die L\u00e4nder bauen ein l\u00e4nder\u00fcbergreifendes Pr\u00e4ventionsnetzwerk auf, um m\u00f6glichst viele B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger individuell \u00fcber effektive Sicherungstechnik zu beraten. Fast jeder zweite Einbruch bleibt im Versuchsstadium stecken, weil die T\u00e4ter gest\u00f6rt oder von einer wirkungsvollen Sicherungstechnik abgehalten wurden.<\/p>\n<p>Siebtens: Die Polizeien intensivieren gemeinsam die internationale Zusammenarbeit. Dazu geh\u00f6rt insbesondere eine st\u00e4rkere internationale Vernetzung mit Polizeibeh\u00f6rden aus S\u00fcdosteuropa. Unter anderem ist zur Bek\u00e4mpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls eine internationale Expertenkonferenz geplant, an der auch das Bundeskriminalamt und Europol beteiligt sind.<\/p>\n<p>Achtens: Die L\u00e4nderpolizeien entwickeln gemeinsam den Ansatz des sogenannten &#8216;Predictive Policing&#8217; durch spezielle Prognosesoftware weiter. Dadurch k\u00f6nnen Polizeistreifen noch gezielter einbruchsgef\u00e4hrdete Bereiche \u00fcberwachen. Hier hat Bayern mit &#8216;Precobs&#8217; in Ballungsr\u00e4umen bereits vielversprechende Erfahrungen gemacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Zu einem verst\u00e4rkten Kampf gegen Einbrecherbanden haben sich heute Bayern, Baden-W\u00fcrttemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz zusammengeschlossen. Dazu haben Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, Baden-W\u00fcrttembergs Innenminister Thomas Strobl, Hessens Innenminister Peter Beuth und der rheinland-pf\u00e4lzische Innenminister Roger Lewentz am Rande der Innenministerkonferenz eine l\u00e4nder\u00fcbergreifende Kooperationsvereinbarung zur Bek\u00e4mpfung der Wohnungseinbruchskriminalit\u00e4t unterzeichnet. 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