{"id":151341,"date":"2016-05-19T09:30:36","date_gmt":"2016-05-19T07:30:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=151341"},"modified":"2016-05-19T09:30:36","modified_gmt":"2016-05-19T07:30:36","slug":"das-hessische-kegelspiel-von-der-durchreisestation-zur-beliebten-urlaubsregion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=151341","title":{"rendered":"Das Hessische Kegelspiel: Von der Durchreisestation zur beliebten Urlaubsregion."},"content":{"rendered":"<p>Der Tourismus im Hessischen Kegelspiel ist zu einem der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Region geworden. Die Grundlagen hierf\u00fcr wurden schon fr\u00fch gelegt.<br \/>\nBereits in den 1950-er Jahren legten viele reiselustige Schweden, Norweger und D\u00e4nen auf dem Weg in den S\u00fcden Rast in der Region ein. Auf dem Campingplatz in der Praforst war allerdings nur kurz Zwischenstation, anstatt f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit in der Kuppenrh\u00f6n zu verweilen. Die Fremdenverkehrsinstanzen befassten sich nun mit der Frage, wie man die nordischen G\u00e4ste zu einem l\u00e4ngeren Aufenthalt in der Vorderrh\u00f6n verleiten k\u00f6nnte. \u00dcberlegungen gingen dahin, das Stadt- und Kreisgebiet g\u00fcnstig und schnell, auch f\u00fcr G\u00e4ste aus dem Frankfurter und Kasseler Raum, erreichbar zu machen und f\u00fcr entsprechend preiswerte und einwandfreie \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten zu sorgen.<\/p>\n<p>In etlichen Gemeinden wurden Fremdenverkehrsvereine gegr\u00fcndet. Der Kreis H\u00fcnfeld bekam sogar 120.000 Mark zur Verf\u00fcgung gestellt, die f\u00fcr Um- oder Neubauten, f\u00fcr Werbung oder Infrastruktureinrichtungen waren \u2013 eine gewaltige Summe f\u00fcr die damalige Zeit! Ein wirkungsvoller und k\u00fcnstlerisch hochwertiger Prospekt wurde herausgebracht, der unter anderem ein ausf\u00fchrliches Unterkunftsverzeichnis enthielt. Die engere Heimat wurde zus\u00e4tzlich durch Reklame der Bundesbahn und den Einsatz von Sonderz\u00fcgen w\u00e4hrend der Urlaubszeit angekurbelt.<\/p>\n<p>Auch der Verkehrsverein in Mackenzell setzte Anfang der 60-er Jahre erfolgreich auf den Fremdenverkehr. Um G\u00e4ste anzulocken warb man damit, dass man in den Ferien seinen F\u00fchrerschein erlangen konnte. Aus allen Teilen des Landes kamen G\u00e4ste, um ihre Fahrpr\u00fcfung abzulegen. \u201eAndernorts gibt es Skilehrer, wir haben Fahrlehrer\u201c war der Werbeslogan.<\/p>\n<p>Im Februar 1972 wurde der Fremdenverkehrsverein H\u00fcnfeld gegr\u00fcndet, da es bis dahin unterschiedliche Strukturen der Fremdenverkehrsf\u00f6rderung gab. Im alten Kern der Stadt wurden diese Aufgaben beispielsweise von der Verwaltung und einer Reihe von Vereinen wahrgenommen, Sargenzell und Ro\u00dfbach waren an den Fremdenverkehrsverein Haunetal angeschlossen.<br \/>\nUnterk\u00fcnfte und Gastronomie sollten geschaffen werden, Fremdenverkehrsg\u00e4ste sollten betreut und beraten werden. In der Folge zog es Jahr f\u00fcr Jahr einige Tausend Besucher in den Raum H\u00fcnfeld, das nicht mehr nur Durchreisestation sondern ein beliebter Urlaubsort wurde. Der Fremdenverkehr erlebte einen Aufschwung, im Landesdurchschnitt wurde er lediglich von der Region Nordhessen \u00fcbertroffen.<\/p>\n<p>Die meisten Gemeinden im Landkreis Fulda waren durch \u00f6rtliche Verkehrsvereine im Fremdenverkehr organisiert. Zur Steigerung der \u00dcbernachtungszahlen und weiteren Erschlie\u00dfung der Tourismusregion wurde der Fremdenverkehrsverein \u201eHessisches Kegelspiel\u201c gegr\u00fcndet. Er umfasste das Stadtgebiet H\u00fcnfeld sowie die Gemeindegebiete von Burghaun, Eiterfeld, N\u00fcsttal und Rasdorf. Am 5.12.1991 fand die Gr\u00fcndungsversammlung statt. Der Fremdenverkehrsverein trat auch dem Fremdenverkehrsverband Rh\u00f6n bei.<br \/>\nEine wesentliche Zielsetzung, die der Verein initiieren und realisieren konnte, war der Ausbau der touristischen Radwegeinfrastruktur mit dem Bau des Kegelspielradweges als Leitweg f\u00fcr die ganze Region. Mittlerweile verf\u00fcgt das Hessische Kegelspiel \u00fcber eines der dichtesten, qualifiziertesten Radwegenetze in der gesamten Destination Rh\u00f6n.<\/p>\n<p>Mit Wirkung zum 30.06.2009 setzte der Landkreis die Aufl\u00f6sung des Fremdenverkehrsverbandes Rh\u00f6n durch, dadurch sollte es zur Neustrukturierung der touristischen Aktivit\u00e4ten kommen. Die neu formierte Rh\u00f6ntouristik Service GmbH, angesiedelt beim Kreis, beschr\u00e4nkte sich fortan lediglich auf das Destinationsmarketing f\u00fcr die Rh\u00f6n. Bisherige Leistungen im Bereich der Betreuung von touristischen Leistungserbringern und des Binnenmarketings der G\u00e4ste sollten dagegen nur noch von so genannten touristischen Arbeitsgemeinschaften \u00fcbernommen werden. Somit wurde auch im H\u00fcnfelder Land der Tourismus neu geordnet. Aus dem Fremdenverkehrsverein Hessisches Kegelspiel wurde im Jahr 2011 eine Touristische Arbeitsgemeinschaft (TAG). Die Interkommunale Arbeitsgemeinschaft hatte die Gr\u00fcndung der TAG initiiert, deren Vorsitz der damalige B\u00fcrgermeister von Burghaun Alexander Hohmann, \u00fcbernahm. Heutiger Vorstandsvorsitzender ist der Eiterfelder B\u00fcrgermeister Hermann-Josef Scheich.<br \/>\nZu den bisherigen Mitgliedskommunen Burghaun, Eiterfeld, H\u00fcnfeld, Rasdorf und N\u00fcsttal kamen Haunetal und Geisa hinzu.<\/p>\n<p>Als Anschubfinanzierung erhielt die TAG 100.000 Euro an F\u00f6rdermitteln des Landes Hessen.<br \/>\nDie TAG Hessisches Kegelspiel hat ihre Gesch\u00e4ftsstelle mit hauptamtlichem Personal im Kegelspielhaus in H\u00fcnfeld und ist erster Anlaufpunkt f\u00fcr Ferieng\u00e4ste, Tagestouristen, Einheimische und Mitglieder. G\u00e4stef\u00fchrungen in der Region werden angeboten, Souvenirs, regionale Produkte sowie Wander- und Radwanderkarten werden verkauft. Die Tourist-Information entwickelt als Innen- und Au\u00dfenmarketingma\u00dfnahme Brosch\u00fcren, Flyer und Karten, um diese in der Region und auf regionaler sowie \u00fcberregionaler Ebene auf Messen und Veranstaltungen zu pr\u00e4sentieren. Ebenso wichtig ist die Unterst\u00fctzung der Tourismusstellen in den Mitgliedskommunen und die Interessenvertretung der TAG in touristischen Dachverb\u00e4nden.<\/p>\n<p>Innerhalb von 10 Jahren wurden die \u00dcbernachtungszahlen auf j\u00e4hrlich 120.000 \u2013 130.000 verdoppelt. J\u00e4hrlich kommen 1,4 Mio. Tagesg\u00e4ste ins Hessische Kegelspiel, vor allem zu Point Alpha, ins Konrad-Zuse-Museum, in das Museum Modern Art und dem Sargenzeller Fr\u00fcchteteppich. Aber auch Radfahrer, Wanderer und Kulturinteressierte zieht es immer wieder in diese Region.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Der Tourismus im Hessischen Kegelspiel ist zu einem der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Region geworden. Die Grundlagen hierf\u00fcr wurden schon fr\u00fch gelegt. Bereits in den 1950-er Jahren legten viele reiselustige Schweden, Norweger und D\u00e4nen auf dem Weg in den S\u00fcden Rast in der Region ein. 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