{"id":150991,"date":"2016-05-09T08:31:32","date_gmt":"2016-05-09T06:31:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=150991"},"modified":"2016-05-09T08:31:32","modified_gmt":"2016-05-09T06:31:32","slug":"rotmilankonzept-rhoen-in-der-fertigstellungphase","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=150991","title":{"rendered":"Rotmilankonzept Rh\u00f6n in der Fertigstellungphase"},"content":{"rendered":"<p>Ein zentraler Baustein des Rh\u00f6ner Rotmilanprojekts ist die Erstellung eines Schutzkonzeptes Rotmilan Rh\u00f6n. Damit sollen die planerischen Grundlagen f\u00fcr die weiteren Projektschritte geschaffen werden. Aktuell werden f\u00fcr das Konzept die einzelnen Ma\u00dfnahmen in Expertengremien diskutiert. In diesem Zuge fand im Groenhoff Haus auf der Wasserkuppe ein Ma\u00dfnahmenworkshop mit Teilnehmern aus Hessen, Bayern und Th\u00fcringen statt. Der Projektkoordinator Bastian Sauer ruft deshalb Landnutzer und Natursch\u00fctzer auf, weitere Projektideen und Ma\u00dfnahmen zu melden.<br \/>\nUnter der Leitung von Projektkoordinator Bastan Sauer wurden m\u00f6glichst konkrete Ma\u00dfnahmen diskutiert und abgestimmt. Im Vorfeld hatte das Planungsb\u00fcro PlanWerk aus der Rotmilankartierung 2015 insgesamt 150 Horste in unterschiedlichen Landschaftsbereichen der Rh\u00f6n ausgew\u00e4hlt. An Hand dieser Liste wurden die Schutzm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die \u00fcberwiegend in Waldrandn\u00e4he gelegenen Horste beratschlagt. Vom Planungsb\u00fcro wurden Ma\u00dfnahmen wie die St\u00f6rungsvermeidung w\u00e4hrend der Brutzeit, die Einrichtung einer Horstschutzzone mit einem 50m-Radius, das Anbringen von Horstschutzmanschetten zur Abwehr von Waschb\u00e4ren sowie das Erfassen der Horstb\u00e4ume \u00fcber GPS diskutiert. Als weitere Ziele wurden die Erhaltung von Wechselhorsten und Ruheb\u00e4umen genannt. Zum Schutz der Rotmilane vor bewusster Vergr\u00e4mung wurde auch \u00fcber die Anbringung von Wildkameras diskutiert. Martin Hormann von der Staatlichen Vogelschutzwarte Hessen bedauerte, dass der vom Bundesnaturschutzgesetz gew\u00e4hrte strenge Schutz f\u00fcr den Rotmilan offenbar nur ungen\u00fcgend greife, wenn zunehmend Vergiftungen, illegale Horstbaumf\u00e4llungen und bewusste St\u00f6rungen bekannt werden. Die Beteiligten hoffen hier auf eine bessere \u00dcberwachung in der Fl\u00e4che dank der inzwischen \u00fcber 130 ehrenamtlichen Kartierer. Diskutiert wurde auch, ob ggfs., so wie vor einigen Jahrzehnten beim Wanderfalkenschutz, eine konkrete Horstbewachung k\u00fcnftig n\u00f6tig werde.<\/p>\n<p>Als Ma\u00dfnahmen im landwirtschaftlichen Bereich wurden der freiwillige Verzicht auf D\u00fcnger und Pestizide, die Erh\u00f6hung der Anbauvielfalt und die Erhaltung naturnaher kr\u00e4uterreicher Ackerr\u00e4nder diskutiert. In diesem Zusammenhang wurde auch auf die gro\u00dfe Bedeutung von ungeteerten Feldwegen mit ihren Saumstrukturen hingewiesen. Gefordert wurde ein strengerer Umgang mit Gr\u00fcnlandumbr\u00fcchen und Ma\u00dfnahmen zur Erh\u00f6hung der Artenvielfalt im Gr\u00fcnland. Durch die fr\u00fchen und h\u00e4ufigen Silagemahden wird auch das Gr\u00fcnland immer arten\u00e4rmer. Dies betrifft, so berichtete Bastian Sauer, nicht nur die Pflanzenvielfalt und die Insektenwelt sondern auch das Vorkommen von Kleins\u00e4ugern. Damit einhergehende R\u00fcckg\u00e4nge bei Kleinv\u00f6geln und M\u00e4usen schaden dem Rotmilan, f\u00fcr den diese wichtige Nahrungsquellen sind. Diskutiert wurde aber auch die Umsetzbarkeit solcher Ma\u00dfnahmen im Dialog mit der Landwirtschaft und den Grundeigent\u00fcmern. Christian Gelpke, einer der f\u00fchrenden Rotmilanexperten Deutschlands, betonte, dass hier ein erheblicher Beratungsaufwand und eine Vertrauensbasis unumg\u00e4nglich seien. Martin Seuring vom Landkreis Fulda verwies auf die Greeningfl\u00e4chen, die von vielen Landwirten vorgehalten werden m\u00fcssen. Auf diesen Fl\u00e4chen k\u00f6nnten rotmilanfreundlichen Ma\u00dfnahmen am ehesten realisiert werden. Herausgearbeitet wurde ferner, dass auch die weniger intensiv genutzten Feuchtwiesen und der Strukturreichtum mit S\u00e4umen und Heckenstrukturen f\u00fcr den Rotmilan eine \u00fcberlebenswichtige Grundlage bilden.<\/p>\n<p>Deutlich wurde in der Diskussion, dass es in den drei beteiligten Landesteilen durchaus unterschiedliche Problemlagen gibt. Mit Blick auf Viehdichten, Bewirtschaftungsintensit\u00e4t, Weidevieh und Strukturreichtum aber auch hinsichtlich der F\u00f6rderprogramme gibt es erheblich landesspezifische Unterschiede.<\/p>\n<p>Daneben bestand \u00dcbereinkommen, dass allgemein erst wenige Erkenntnisse \u00fcber die Altersstruktur der V\u00f6gel, den Wechsel der Horste, die Auswirkungen der unterschiedlichen Landschaften auf den Bruterfolg und die Vergleichbarkeit von Forschungsergebnisse der norddeutschen Tiefebene mit Mittelgebirgsregionen wie der Rh\u00f6n vorliegen.<\/p>\n<p>Aus Sicht von Herrn Scheffler, Landesbund f\u00fcr Vogelschutz Bayern, sollte der Fokus auch auf Sicherungsma\u00dfnahmen an Freileitungen gelegt werden, da es hier in einigen Bereichen der Rh\u00f6n noch erheblich Defizite g\u00e4be.<\/p>\n<p>Martin Kremer vom Biosph\u00e4renreservat forderte, die Themen \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung im Schutzkonzept mit konkreten Ma\u00dfnahmen zu verankern.<\/p>\n<p>Seitens des Projektb\u00fcros sind nun Landbesitzer und \u2013nutzer sowie Natursch\u00fctzer aufgerufen, weitere Ma\u00dfnahmen f\u00fcr das l\u00e4nder\u00fcbergreifende Rotmilankonzept einzureichen. Bastian Sauer hofft, noch bis zum 15. Mai Anregungen aus der Bev\u00f6lkerung zu bekommen (Kontakt: Tel. 06654-96120, bastian.sauer@brrhoen.de)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Ein zentraler Baustein des Rh\u00f6ner Rotmilanprojekts ist die Erstellung eines Schutzkonzeptes Rotmilan Rh\u00f6n. Damit sollen die planerischen Grundlagen f\u00fcr die weiteren Projektschritte geschaffen werden. Aktuell werden f\u00fcr das Konzept die einzelnen Ma\u00dfnahmen in Expertengremien diskutiert. 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