{"id":150374,"date":"2016-04-19T11:23:51","date_gmt":"2016-04-19T09:23:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=150374"},"modified":"2016-04-19T11:23:51","modified_gmt":"2016-04-19T09:23:51","slug":"smartphones-am-arbeitsplatz-on-oder-off","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=150374","title":{"rendered":"Smartphones am Arbeitsplatz \u2013 On oder Off?"},"content":{"rendered":"<p>Es ist Alltag in deutschen B\u00fcros: Ein Angestellter sitzt konzentriert an seiner Arbeit und versucht eine L\u00f6sung f\u00fcr ein Problem zu finden. Und tats\u00e4chlich \u2013 auf einmal l\u00e4uft es: Der Mitarbeiter hat die z\u00fcndende Idee. Eins f\u00fcgt sich ums andere, ein Flow-Zustand ist erreicht, die L\u00f6sung ist zum Greifen nahe \u2013 doch dann blinkt und t\u00f6nt es aus dem Smartphone. Eine Nachricht ist eingegangen und der kreative Prozess unterbrochen. &#8220;Wenn diese Ablenkung nur f\u00fcnf Minuten betr\u00e4gt, dauert es eine weitere viertel Stunde, bis der Flow-Prozess wieder erreicht ist&#8221;, sagt Patrick Durner von der Hessischen Landesstelle f\u00fcr Suchtfragen (HLS), &#8220;erst ab der 16. Minute steigt der Mitarbeiter wieder in produktives Arbeiten ein.&#8221;<\/p>\n<p>F\u00fcr Betriebe bedeutet dies nicht nur, dass wertvolle Arbeitszeit unproduktiv verstreicht. Die Kosten, die entstehen k\u00f6nnen, sind kaum absch\u00e4tzbar. &#8220;Wenn Mitarbeiter durch Nachrichten abgelenkt werden und so m\u00f6glicherweise unachtsam weiter agieren, k\u00f6nnen insbesondere beim Bedienen von Maschinen oder bei Transaktionen mit hohen Geldsummen gravierende menschliche oder materielle Sch\u00e4den entstehen&#8221;, so Durner. Der Medienp\u00e4dagoge leitet das virtuelle Selbsthilfeprojekt webcare (webC@RE). Webcare bietet Menschen eine niedrigschwellige Anlaufstelle, wenn sie glauben, dass sie sich zu viel mit ihrem Computer oder Smartphone<br \/>\nbesch\u00e4ftigen \u2013 vielleicht sogar s\u00fcchtig sind.<\/p>\n<p>Anzeichen wahrnehmen \u2013 Bewusstsein schaffen<br \/>\nAnzeichen f\u00fcr eine Smartphonesucht oder einen exzessiven Medienkonsum  sind etwa, wenn Menschen ihr soziales Umfeld vernachl\u00e4ssigen und aggressiv reagieren, wenn man sie auf den \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Konsum anspricht. Das Projekt wird von der HLS betreut und von der Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen unterst\u00fctzt. Betroffene k\u00f6nnen sich hier, wenn gew\u00fcnscht anonym, mit anderen Betroffenen austauschen. Sie erfahren u. a. welche Wege sie aus der Mediensucht f\u00fchren k\u00f6nnen oder wie sie dem Verlangen danach entgegenwirken.<\/p>\n<p>&#8220;Wir m\u00fcssen alle lernen, die digitalen Medien bewusst einzusetzen, damit wir ihre Vorteile tats\u00e4chlich nutzen und nicht durch die Nachteile krank werden.  Es ist zwar nicht jeder, der sein Smartphone intensiv nutzt, gleich davon abh\u00e4ngig&#8221;, sagt Dr. Barbara Vo\u00df, Leiterin der Landesvertretung der TK in Hessen, &#8220;die zunehmende Digitalisierung erfordert aber auch Medienkompetenz von ihren Nutzern. Das hei\u00dft dann &#8216;off&#8217; oder &#8216;on&#8217; zu sein, wenn es angemessen ist. Arbeitgeber k\u00f6nnten hier ansetzen und ihren Mitarbeitern im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsf\u00f6rderung Angebote machen.&#8221;<\/p>\n<p>In jedem Fall stellt die Digitalisierung der Arbeitswelt alle Beteiligten vor neue Herausforderungen. Mittlerweile k\u00f6nnen durch das mobile Internet neben der Kommunikation in sozialen Netzwerken auch \u00fcberall bequem diverse Spiele mit dem Smartphone gespielt werden. Arbeitgeber m\u00fcssen sich daher mit einem m\u00f6glichen Suchtrisiko ihrer Angestellten auseinandersetzen und deshalb Regeln f\u00fcr die Mediennutzung entwickeln \u00c2\u00ad\u2013\u00c2\u00ad auch zum Schutz f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten.<\/p>\n<p>Smartphone kann wie Alkoholkonsum wirken<br \/>\n&#8220;Eine Studie hat ergeben, dass die Ablenkung durch das Smartphone beim Laufen oder auch Autofahren vergleichbar mit 0,8 Promille Alkohol ist&#8221;, sagt Durner. Wichtig sei es deshalb auch, die Arbeitsplatzgestaltung anzugehen. Denn wenn Menschen bei der Arbeit nicht gefordert w\u00fcrden, sei der Griff zum Smartphone nicht die Ursache des Problems, sondern die Konsequenz, findet der Medienp\u00e4dagoge.<\/p>\n<p>Dazu kommt, dass die Bandbreite der Medienangebote in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist. Neuere Studien zu problematischem Mediennutzungsverhalten der Bev\u00f6lkerung in Deutschland gibt es kaum. Die Zahlen der Studie &#8220;Pr\u00e4valenz der Internetabh\u00e4ngigkeit \u2013 Diagnostik und Risikoprofile&#8221; (PINTA-Diari) beziehen sich auf einen Untersuchungszeitraum von 2011 bis 2013: Die Autoren gehen davon aus, dass in der Altersgruppe der 14 bis 24-J\u00e4hrigen 2,4 Prozent und im Alter von 14 bis 65 Jahren ein Prozent internetabh\u00e4ngig ist. &#8220;Anhand der zunehmenden Bedeutung digitaler Medien in der Gesellschaft und der Geschwindigkeit, mit der sich die Entwicklung hier vollzieht, d\u00fcrfte die Dunkelziffer jedoch weit h\u00f6her liegen&#8221;, meint Vo\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Es ist Alltag in deutschen B\u00fcros: Ein Angestellter sitzt konzentriert an seiner Arbeit und versucht eine L\u00f6sung f\u00fcr ein Problem zu finden. 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