{"id":150291,"date":"2016-04-18T19:24:51","date_gmt":"2016-04-18T17:24:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=150291"},"modified":"2016-04-18T19:24:51","modified_gmt":"2016-04-18T17:24:51","slug":"fachtag-zeigt-herausforderungen-und-chancen-von-verschiedenartigkeit-in-kindertagesstaetten-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=150291","title":{"rendered":"Fachtag zeigt Herausforderungen und Chancen von Verschiedenartigkeit in Kindertagesst\u00e4tten auf"},"content":{"rendered":"<p>Keine universellen Antworten, aber zahlreiche Impulse lieferte ein Fachtag zum Thema \u201eVielfalt bereichert\u201c, zu dem die Fachberatung f\u00fcr Kindertagesst\u00e4tten des Landkreises Fulda eingeladen hatte.<\/p>\n<p>Im Wiesenhaus der Loheland-Stiftung in K\u00fcnzell gingen rund 50 Leitungskr\u00e4fte aus  Kindertagesst\u00e4tten der Region der zentralen Frage nach, wie es in der Praxis des Kindergartens gelingen k\u00f6nne, mit Kindern und deren Eltern, die durch Flucht aus ihren Herkunftsl\u00e4ndern in den Landkreis Fulda gekommen sind, eine lernende Gemeinschaft zu bilden.<\/p>\n<p>Am Vormittag verdeutlichte die Referentin Daniela Kobelt-Neuhaus, Vorstandsmitglied der Karl-K\u00fcbel-Stiftung f\u00fcr Kind und Familie und Leiterin der Abteilung Fort- und Weiterbildung der P\u00e4dagogischen Akademie Elisabethenstift in Darmstadt, welche Herausforderungen und Chancen sich hinter dem Begriff  Vielfalt, der unter anderem Religion, ethnische und kulturelle Pr\u00e4gung, sexuelle Orientierung oder F\u00e4higkeiten und Kompetenzen umfasst, verbergen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Dabei w\u00e4hlte die Referentin den k\u00fcrzesten Weg zwischen der philosophischen Dimension von Verschiedenartigkeit und dem individuellen Verst\u00e4ndnis eines vielschichtigen Ph\u00e4nomens. \u201eWieviel Vielfalt ist eigentlich ertr\u00e4glich und wo komme ich bei diesem Thema an meine pers\u00f6nlichen Grenzen?\u201c fragte die Referentin nach kurzen einleitenden Worten und bat das Auditorium um kritische Selbstreflexion im Dialog mit dem Sitznachbarn. Der provokante \u201eEisbrecher\u201c f\u00fchrte ohne Umwege zu einer entscheidenden Erkenntnis im Umgang mit Vielfalt: \u201eVielfalt braucht Worte und Mut!\u201c  <\/p>\n<p>Es sei wichtig, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu benennen. \u201eStauen Sie nichts an, es kommt als Vorurteil wieder heraus\u201c, verdeutlichte Kobelt-Neuhaus. \u201eBennen Sie Unterschiede sofort und machen Sie auf wertsch\u00e4tzende und klare Art und Weise deutlich, wo Ihre Grenzen im Umgang miteinander sind.\u201c Trotz Sprachbarrieren sei es m\u00f6glich, sich auszudr\u00fccken, denn auch Mimik und Gestik transportierten entsprechende Botschaften. <\/p>\n<p>\u201eDie Kinder der Fl\u00fcchtlingsfamilien sind unbefangener und lernen sehr schnell. Sie sind der Zugang und die Br\u00fccke zu den Eltern. Und wenn wir langfristig voneinander lernen wollen, m\u00fcssen wir die Eltern mitnehmen\u201c, betonte die geb\u00fcrtige Schweizerin. Dies gelte sowohl f\u00fcr die Fl\u00fcchtlingsfamilien als auch f\u00fcr die deutschen Familien. <\/p>\n<p>Anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis wurde deutlich, dass ein permanenter Balanceakt von  Abgrenzen und sich Einbringen eine Konsequenz der Vielfalt ist. \u201eMan muss immer wieder neu mit der Vielfalt umgehen \u2013 das macht es so anstrengend, sie zu leben. Sie ist nicht immer bereichernd, und wir k\u00f6nnen auch nicht alles brauchen, was mitgebracht wird, aber wir k\u00f6nnen es aufnehmen und unseren Horizont erweitern. Vielfalt macht klug\u201c, so die Referentin.  <\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend erl\u00e4uterte Kobelt-Neuhaus die vielf\u00e4ltigen Herausforderungen im Alltag von Kita-Leitungen und p\u00e4dagogischem Personal, berichtete von individuellen L\u00f6sungsans\u00e4tzen aus der eigenen Erfahrungsschatzkiste und gab einige Empfehlungen sowie Bedingungen f\u00fcr ein Gelingen mit auf den Weg. \u201eWerden Sie Br\u00fcckenbauer und Beziehungsstifter. Stellen Sie Fragen, entwickeln Sie einen Blick f\u00fcr Ressourcen statt sich an Defiziten zu orientieren, arbeiten Sie nicht f\u00fcr, sondern mit den Familien, setzen Sie sich konkrete und realisierbare Ziele, nutzen Sie Qualifizierungs- und Fortbildungsangebote, bilden Sie Netzwerke und tauschen Sie sich regelm\u00e4\u00dfig aus.\u201c<\/p>\n<p>Die M\u00f6glichkeit zum intensiven Austausch wurde am Nachmittag im Rahmen von Workshops genutzt, in denen auch verschiedene Fragestellungen des Vormittags vertieft werden konnten. Zuvor hatte Caroline Theisenroth vom Fachdienst Zuwanderung des Landkreises Fulda Zahlen, Daten und Fakten zur aktuellen Fl\u00fcchtlingssituation pr\u00e4sentiert. \u201eEs war insgesamt eine gelungene Veranstaltung, die sehr gut angenommen wurde, die Fragen beantwortet, ein realistisches Bild vermittelt und gleichzeitig Mut gemacht hat\u201c, so das Fazit der Organisatorinnen.<\/p>\n<p>Bild: Nach der Einleitung von Referentin Daniela Kobelt-Neuhaus stand eine kritische Selbstreflexion im Dialog mit dem Sitznachbarn  auf dem Programm. Intensiven Austausch gab es auch bei verschiedenen Workshops.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Keine universellen Antworten, aber zahlreiche Impulse lieferte ein Fachtag zum Thema \u201eVielfalt bereichert\u201c, zu dem die Fachberatung f\u00fcr Kindertagesst\u00e4tten des Landkreises Fulda eingeladen hatte. 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