{"id":149891,"date":"2016-04-04T21:41:42","date_gmt":"2016-04-04T19:41:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=149891"},"modified":"2016-04-04T21:41:42","modified_gmt":"2016-04-04T19:41:42","slug":"abtsroder-steinaxt-als-zeugnis-rhoener-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=149891","title":{"rendered":"Abtsroder Steinaxt als Zeugnis Rh\u00f6ner Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>Bereits vor \u00fcber 40 Jahren fand Sophie N\u00fcdling bei Arbeiten im Rahmen der Flurbereinigung eine alte Steinaxt in der Gemarkung Abtsroda zwischen Heiligen Berg und Schlicht. Diese wurde jetzt von ihrem Sohn, dem Abtsrodaer Steinmetz Bernhard N\u00fcdling, an den Kreisarch\u00e4ologen Dr. Frank Verse \u00fcbergeben. <\/p>\n<p>Die Axt stammt aus der Jungsteinzeit und ist \u00fcber 4000 Jahre alt. Sie besteht aus Granit, der in der Gegend um Abtsroda nicht vorkommt. Zwar konnte das zur Herstellung verwendete Granitvorkommen bisher nicht lokalisiert werden, es steht jedoch fest, dass die Axt \u00fcber eine gr\u00f6\u00dfere Entfernung zu ihrem sp\u00e4teren Fundort transportiert werden musste. Sie stellt einen wertvollen Besitz dar, da es viele Stunden und Tage dauerte sie zu schleifen. Auch die Durchbohrung war zeitaufw\u00e4ndig. Daf\u00fcr stand ihrem Besitzer anschlie\u00dfend ein vielseitig verwendbares Ger\u00e4t zur Verf\u00fcgung. Stein\u00e4xte k\u00f6nnen sowohl als Waffe als auch als Werkzeug verwendet werden. Experimente mit vergleichbaren Stein\u00e4xten belegen, dass mit ihnen durchaus auch B\u00e4ume gef\u00e4llt werden konnten. <\/p>\n<p>Warum die Axt von Abtsroda schlie\u00dflich in den Boden gelangte, wo sie Jahrtausende sp\u00e4ter gefunden wurde, ist nicht mehr festzustellen. Vielleicht ging sie verloren oder wurde versteckt. M\u00f6glicherweise gelangte sie aber auch als Beigaben in eine Bestattung, deren Knochen l\u00e4ngst verschwunden sind. In jedem Fall ist das \u00fcber 4000 Jahre alte Fundst\u00fcck ein bedeutendes Zeugnis f\u00fcr die fr\u00fche Besiedlung der Rh\u00f6n. Zu dieser Zeit streiften wohl nur wenige Menschen durch die recht unwirtlichen Rh\u00f6ner Berge. Vielleicht hielten sie sich nur vor\u00fcbergehend zur Jagd oder zur Viehweide dort auf und lebten ansonsten in den angrenzenden Tal- und Beckenzonen mit milderem Klima und fruchtbareren B\u00f6den.<\/p>\n<p>Wie Bernhard N\u00fcdling berichtete, hat die Axt aber auch eine moderne Geschichte. Als Junge nahm er sie mit in die Schule, wo sie von Lehrern und Mitsch\u00fclern bestaunt wurde. Auch zahlreiche Besucher seines Steinmetzbetriebs haben sie in der Vergangenheit bewundert. Viele Erinnerungen sind mit ihr verkn\u00fcpft, so dass es umso bemerkenswerter ist, dass er sich nun entschlossen hat, sie dem Vonderau Museum in Fulda zu schenken. Dort wird sie zuk\u00fcnftig als wertvolles Zeugnis Rh\u00f6ner Geschichte in die Dauerausstellung aufgenommen werden und f\u00fcr alle Besucher zu besichtigen sein. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Bereits vor \u00fcber 40 Jahren fand Sophie N\u00fcdling bei Arbeiten im Rahmen der Flurbereinigung eine alte Steinaxt in der Gemarkung Abtsroda zwischen Heiligen Berg und Schlicht. Diese wurde jetzt von ihrem Sohn, dem Abtsrodaer Steinmetz Bernhard N\u00fcdling, an den Kreisarch\u00e4ologen Dr. Frank Verse \u00fcbergeben. 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