{"id":149883,"date":"2016-04-04T21:34:14","date_gmt":"2016-04-04T19:34:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=149883"},"modified":"2016-04-04T21:34:14","modified_gmt":"2016-04-04T19:34:14","slug":"mdb-michael-brand-diskutiert-mit-schuelerinnen-und-schuelern-der-richard-mueller-schule-ueber-die-herausforderungen-der-fluechtlingspolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=149883","title":{"rendered":"MdB Michael Brand diskutiert mit Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern der Richard-M\u00fcller-Schule \u00fcber die Herausforderungen der Fl\u00fcchtlingspolitik"},"content":{"rendered":"<p>Sonntag: Wahlen zu Stadtparlament und Kreistag. Montag: Berlin. Dienstag: Fl\u00fcchtlingspolitik in der Richard-M\u00fcller-Schule. Das Leben des Bundestagsabgeordneten Michael Brand, direkt gew\u00e4hlter Vertreter der Region in Berlin und zugleich j\u00fcngster Ausschussvorsitzender im Bundestag, ist nicht langweilig. Davon konnten sich auch ca. 100 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler \u00fcberzeugen, die in einer 90-min\u00fctigen Diskussionsrunde die Gelegenheit hatten, mit Brand die breite Themenpalette der Fl\u00fcchtlingskrise zu diskutieren: von notwendiger Integration \u00fcber die Bek\u00e4mpfung von Fluchtursachen bis hin zu dem Zustand der EU. Organisiert und eingeladen hatte die Fachoberschulklasse 7 der Jahrgangsstufe 11 mit ihrer Politiklehrerin Kerstin Uhrig, die auch durch die Veranstaltung f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Das Thema war insbesondere nach den Wahlergebnissen und dem Abschneiden der AfD bei der Kommunalwahl brisant. Sowohl Schulleiterin Claudia H\u00fcmmler-Hille als auch das Moderatorenteam mit Nicholas B\u00f6hm, Ayub Betz, Elvisa Hoxhaj und Franziska Neidhardt gingen auf das Protestsignal der W\u00e4hler ein und fragten Brand, was dieses Ergebnis f\u00fcr die Fl\u00fcchtlingspolitik bedeute. \u201eIch h\u00e4tte auch gerne einfache Antworten, aber die Wahrheit ist, sie funktionieren einfach nicht\u201c, so Brand. \u201eWir brauchen L\u00f6sungen der Probleme, und keine Scheinl\u00f6sungen. Ein globales Problem kann nicht national gel\u00f6st werden.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAls Christ in der Politik, der tagt\u00e4glich mit viel Elend und mangelnder Solidarit\u00e4t in der EU zu tun hat\u201c, betonte Brand, dass man durch das \u201eAuflegen einer harten Rhetorik und das konsequente Ignorieren von Fluchtursachen\u201c das Problem nicht l\u00f6se. \u201eIch wei\u00df um Sorgen, Angst und Wut bei B\u00fcrgern. Es hilft aber gerade jetzt nicht w\u00fctendes Abreagieren, sondern nur k\u00fchler Kopf und richtiges Vorgehen, das auch Wirkung erzielt.\u201c Wenn Europa versage, werden weitere Millionen sich auf den Weg machen. Von der Umsetzung der getroffenen Vereinbarungen h\u00e4ngt viel ab, auch eine Kontingentl\u00f6sung k\u00f6nne ein wichtiger Schritt sein. \u201eDie Sicherung der EU-Au\u00dfengrenzen, eine deutliche Reduzierung der Zahlen sowie gerechte Lastenverteilung in der EU bleiben der richtige Plan.\u201c Die neuesten Vereinbarungen gingen \u201eklar in die richtige Richtung\u201c.<\/p>\n<p>Die Aufnahme von Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fl\u00fcchten, sei eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. \u201eSie mit Anstand zu behandeln, auch\u201c, so Brand. Falsch verstandene Toleranz mit Menschen, die sich in unserem Land nicht an die Regeln halten, d\u00fcrfe nicht akzeptiert werden. Wer nach der Scharia leben wolle, habe sich mit Deutschland das falsche Land ausgesucht. \u201eKeine Toleranz der Intoleranz\u201c, sei auch eine Antwort auf die Ereignisse der Silvesternacht in K\u00f6ln. Probleme d\u00fcrften nicht unter den Tisch gekehrt werden, auch nicht die zugenommenen Angriffe gegen Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnfte.<\/p>\n<p>Brand betonte, er habe weniger Angst vor der angeblichen Islamisierung des Abendlandes, sondern eher vor der schleichenden Ent-Christianisierung unserer Gesellschaft. \u201eDas liegt an uns, nicht an anderen. Wir m\u00fcssen selbstbewusst f\u00fcr unsere Werte einstehen, f\u00fcr Freiheit, Gleichberechtigung, und Demokratie. Wir d\u00fcrfen uns nicht wegducken.\u201c Wer die Bibel lese, werde feststellen, dass die Geschichte der Christen eine von Flucht, Vertreibung und Mitmenschlichkeit sei. Er dankte allen Haupt- und Ehrenamtlichen, die sich so stark engagieren: \u201eJe gr\u00f6\u00dfer die Probleme sind, desto mehr kommt die Menschlichkeit raus.\u201c<\/p>\n<p>Die Moderatoren problematisierten das Verhalten der europ\u00e4ischen Mitgliedsl\u00e4nder und auch hier wurde die Komplexit\u00e4t des Themas deutlich. Dass im Rahmen der Fl\u00fcchtlingspolitik die europ\u00e4ischen L\u00e4nder h\u00e4ufig Einzelinteressen verfolgten und sich nicht solidarisch verhielten, sei h\u00f6chst bedauerlich und widerspreche dem europ\u00e4ischen Grundgedanken.<\/p>\n<p>Den \u201eKleinmut mancher in Europa\u201c bezeichnete Brand als \u201eerb\u00e4rmlich und auch gef\u00e4hrlich\u201c. Klar sei, auch Deutschlands Kr\u00e4fte seien nicht unbegrenzt. \u201eAn Deutschland h\u00e4ngt Europa, ob wir wollen oder nicht. Und unser Wohlstand und unsere Stabilit\u00e4t h\u00e4ngen umgekehrt auch an Europa. Und Panik ist der schlechteste Ratgeber in gef\u00e4hrlicher Lage. Wenn andere die Nerven verlieren, m\u00fcssen wir sie behalten. Denn es steht verdammt viel auf dem Spiel.\u201c<\/p>\n<p>Michael Brand vermittelte den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in dieser Veranstaltung, dass es h\u00e4ufig keine einfachen L\u00f6sungen f\u00fcr schwierige Probleme gibt. Die Zeit verging wie im Flug, am Ende konnten nicht alle Fragen gekl\u00e4rt werden. Dass Brand laut eigener Einsch\u00e4tzung nicht ausreichend Talent zum Profifu\u00dfballer hatte, bedauerte sicherlich niemand, denn die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler erlebten einen engagierten und offenen Politiker, der klare und deutliche Worte f\u00fcr seine Position fand und \u00fcberzeugend vermittelte, dass es nicht nur Schwarz und Wei\u00df gibt, sondern dazwischen jede Menge Graut\u00f6ne.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Sonntag: Wahlen zu Stadtparlament und Kreistag. Montag: Berlin. 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