{"id":149682,"date":"2016-03-26T09:45:33","date_gmt":"2016-03-26T08:45:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=149682"},"modified":"2016-03-26T09:45:33","modified_gmt":"2016-03-26T08:45:33","slug":"welttuberkulosetag-zahl-der-neuerkrankungen-ist-gestiegen%e2%80%a8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=149682","title":{"rendered":"Welttuberkulosetag: Zahl der Neuerkrankungen ist gestiegen\u00e2\u20ac\u00a8"},"content":{"rendered":"<p>Eine Welt ohne Tuberkulose \u2013 das ist die Vision der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Bis zum Jahr 2050 strebt die WHO f\u00fcr L\u00e4nder wie Deutschland die Ausrottung der Tuberkulose an. Ob dieses Ziel innerhalb der n\u00e4chsten 34 Jahre erreicht werden kann, bleibt jedoch abzuwarten. Die anl\u00e4sslich des Welttuberkulosetages am 24. M\u00e4rz ver\u00f6ffentlichten Statistiken von WHO und Robert Koch-Institut (RKI) zeigen, dass die Zahl der Tuberkulosef\u00e4lle im Jahr 2015 weltweit und auch in Deutschland gestiegen ist. Experten sprechen von einer Trendumkehr.<\/p>\n<p>Denn\u00c2\u00a0 nach Jahren der leichten Entspannung ist laut WHO in 2015 die gesch\u00e4tzte Zahl der Neuerkrankungen weltweit um 600.000 (+ 6,7%) auf 9,6 Millionen gestiegen. In Deutschland wurde in 2015 bei 5.865 Menschen die Diagnose Tuberkulose (TB) gestellt. Im Jahr zuvor waren es laut Robert Koch-Institut 4.533 F\u00e4lle. \u00e2\u20ac\u00a8\u00e2\u20ac\u00a8Da Tuberkulose nach dem Infektionsschutzgesetz zu den meldepflichtigen Erkrankungen geh\u00f6rt, liegen auch genaue Zahlen f\u00fcr Stadt und Landkreis Fulda vor. Hier zeigt sich folgendes Bild: In 2015 lag die Zahl der gemeldeten TB-F\u00e4lle bei 26, ein Jahr zuvor waren es 18 F\u00e4lle und im Jahr 2013 genau 6 F\u00e4lle.<\/p>\n<p>\u201eDie Analysen der regionalen und \u00fcberregionalen Meldedaten zeigen, dass die Ver\u00e4nderungen der Tuberkulose-Zahlen mit demografischen Entwicklungen und aktuellen Migrationsbewegungen zusammenh\u00e4ngen\u201c, erkl\u00e4rt Roland Stepan, Leiter des Kreisgesundheitsamts. \u201eDie meisten unserer F\u00e4lle sind nicht-ansteckende Tuberkulosen, da sie nicht die Lunge betreffen und die Tuberkulosebakterien somit auch nicht in die Atemluft gelangen k\u00f6nnen\u201c, unterstreicht Stepan. Nach wie vor sei ein gro\u00dfer Teil der Tuberkulosepatientinnen und -patienten in Deutschland geboren. Der Anteil an Erkrankten, die in einem anderen Land geboren wurden, habe aber in den letzten Jahren zugenommen.<\/p>\n<p>Die Tuberkulose, die durch Bakterien verursacht und von Mensch zu Mensch \u00fcbertragen wird, f\u00fchrt weltweit die Liste der t\u00f6dlichen Infektionskrankheiten an. Nach Sch\u00e4tzungen der WHO starben 2014 rund 1,5 Millionen Menschen an dieser Infektionskrankheit, die fr\u00fcher \u201eSchwindsucht\u201c genannt wurde. In entwickelten L\u00e4ndern sterben jedoch nur sehr wenige Menschen an dieser grunds\u00e4tzlich gut behandelbaren Krankheit. \u00e2\u20ac\u00a8\u00e2\u20ac\u00a8Zu den Symptomen der TB geh\u00f6ren Husten, Nachtschwei\u00df, leichtes Fieber, Schmerzen beim Atmen, ein allgemeines Krankheitsgef\u00fchl und Gewichtsverlust. Das Krankheitsbild tritt insbesondere bei Patienten mit geschw\u00e4chtem Immunsystem auf. Der Erreger kann \u00fcber Husten oder Niesen weiterverbreitet werden. In 80 Prozent der F\u00e4lle ist die Lunge von einer TB betroffen, aber auch andere Organe oder das zentrale Nervensystem k\u00f6nnen betroffen sein.<\/p>\n<p>Behandelt wird die Tuberkulose mit speziellen Antibiotika, die \u00fcber mehrere Monate hinweg eingenommen werden m\u00fcssen. Ein wachsendes Problem stellen dabei allerdings die sogenannten multiresistenten Erreger dar. Das sind Bakterien, die auf mehr als ein Antibiotikum nicht mehr reagieren. Auch bei Tuberkulose treten Resistenzen inzwischen immer h\u00e4ufiger auf, so dass unter Umst\u00e4nden andere Medikamente eingesetzt werden m\u00fcssen, die die Therapie deutlich verl\u00e4ngern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eUm die Tuberkulose zu bek\u00e4mpfen und eine Ausbreitung zu verhindern, ist es vor allem wichtig, sie fr\u00fchzeitig zu erkennen und umgehend effektiv zu behandeln\u201c, betont Roland Stepan. Bei einer ansteckenden Lungentuberkulose werde der Erkrankte solange isoliert, bis er nicht mehr ansteckend sei. Au\u00dferdem werde eine sogenannte Umgebungsuntersuchung durchgef\u00fchrt. Alle Personen, die l\u00e4ngere Zeit in einem engeren Kontakt mit dem Tuberkulosekranken gestanden h\u00e4tten, w\u00fcrden untersucht. Gegebenenfalls m\u00fcssten diese Personen dann eine prophylaktische Behandlung durchf\u00fchren.<\/p>\n<p>\u201eTuberkulose ist eine ernste Erkrankung, aber sie ist diagnostizierbar, in der Regel gut behandelbar und bereits im Vorfeld zu verhindern. Angesichts der gro\u00dfen bestehenden und neuen Herausforderungen in der Tuberkulose-Kontrolle, ist das Zusammenspiel der Akteure auf allen Ebenen desh<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Eine Welt ohne Tuberkulose \u2013 das ist die Vision der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Bis zum Jahr 2050 strebt die WHO f\u00fcr L\u00e4nder wie Deutschland die Ausrottung der Tuberkulose an. Ob dieses Ziel innerhalb der n\u00e4chsten 34 Jahre erreicht werden kann, bleibt jedoch abzuwarten. 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