{"id":149371,"date":"2016-03-18T19:17:44","date_gmt":"2016-03-18T18:17:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=149371"},"modified":"2016-03-18T19:17:44","modified_gmt":"2016-03-18T18:17:44","slug":"gemischte-gefuehle-fuer-den-bundesverkehrswegeplan-es-fliesst-viel-geld-nach-hessen-aber-wichtige-projekte-fehlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=149371","title":{"rendered":"Gemischte Gef\u00fchle f\u00fcr den Bundesverkehrswegeplan:  Es flie\u00dft viel Geld nach Hessen \u2013 aber wichtige Projekte fehlen"},"content":{"rendered":"<p>Die Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern (ARGE) begr\u00fc\u00dft den vorgelegten Entwurf zum Bundesverkehrswegeplan (BVWP) in weiten Teilen. Die Mittelaufteilung priorisiert den Erhalt der Verkehrsinfrastruktur (69 Prozent) vor dem Neubau (31 Prozent) und l\u00e4sst gleichzeitig auch regionale Projekte (25 Prozent der Mittel) gegen\u00fcber den \u00fcberregional bedeutsamen Hauptachsen (75 Prozent) nicht zu kurz kommen. Der Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 ist ein Schritt in die richtige Richtung, da er statt eines gleichm\u00e4\u00dfigen Verteilens der Mittel auf die Bundesl\u00e4nder nun nach Dringlichkeit und Engpassbeseitigung priorisiert. \u201eDies unterst\u00fctzen die hessischen IHKs ausdr\u00fccklich, da die festen L\u00e4nderquoten den Realit\u00e4ten der Infrastrukturabnutzung nicht gerecht wurden\u201c, sagte Matthas Gr\u00e4\u00dfle, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs.<\/p>\n<p>Es flie\u00dfen insgesamt fast 8 Milliarden Euro nach Hessen. \u201eDiese Summe begr\u00fc\u00dfen wir als Schritt in die richtige Richtung, weil es zeigt, dass die Bedeutung von Hessen als zentralem Verkehrsknoten f\u00fcr Stra\u00dfe und Schiene als Priorit\u00e4t gewertet wird, und viele Projekte so eine realistische Chance auf Umsetzung bekommen\u201c, so Gr\u00e4\u00dfle. Unverst\u00e4ndlich sei dennoch, dass beispielsweise L\u00e4nder wie Bayern oder Baden-W\u00fcrtemberg mehr Geld als Hessen erhalten w\u00fcrden, da schon der Schienenknoten FrankfurtRheinMain bundesweit von h\u00f6chster Bedeutung ist \u2013 alleine ein Drittel aller Versp\u00e4tungen im Bahnverkehr haben ihre Ursache dort.<\/p>\n<p>\u201eUnserer vorl\u00e4ufigen Einsch\u00e4tzung nach sind bei Stra\u00dfen, Schienen und Wasserwegen viele der wesentlichen Infrastrukturprojekte Hessens in den vordringlichen Bedarf aufgenommen worden. Die Wirtschaft versteht das als klares Signal der Politik, dass diese Projekte auch bis 2030 realisiert werden sollen. Jetzt gilt es, die Planungsverfahren mit Hochdruck aufzunehmen beziehungsweise weiterzuf\u00fchren, damit aus den Pl\u00e4nen schnellstm\u00f6glich konkret nutzbare Verkehrswege werden\u201c, so Gr\u00e4\u00dfle.<br \/>\nEr k\u00fcndigte eine weitere genauere Pr\u00fcfung mit ausf\u00fchrlicher Stellungnahme der hessischen IHKs zum umfangreichen BVWP gegen\u00fcber dem Bundesverkehrsministerium an. So sind die Projektsteckbriefe, die zu einer fundierten Bewertung gerade der Schienenprojekte notwendig sind, erst ab dem 21. M\u00e4rz 2016 freigeschaltet, und k\u00f6nnen entsprechend erst dann analysiert werden.<\/p>\n<p>\u201eAuf den ersten Blick scheinen viele wichtige Projekte enthalten zu sein \u2013 bei der Stra\u00dfe sind dies die wichtigsten Autobahnkreuze, bei der Schiene der Bahnknoten Frankfurt. Das Schicksal der Nordmainischen S-Bahn und des Ausbaus bis Friedberg ist bisher unklar, hier m\u00fcssen die Projektsteckbriefe abgewartet werden. Zu hoffen ist, dass diese Projekte als Teil des Schienenknotens Frankfurt im vordringlichen Bedarf stehen. Die Regionaltangente West hingegen wurde gar nicht aufgenommen. Auch einige der Engp\u00e4sse auf den Autobahnen A 3 und A 5 in der Region FrankfurtRheinMain haben es ebenfalls nicht in den vordringlichen Bedarf geschafft. Hier\u00fcber sind wir entt\u00e4uscht. Die Begr\u00fcndung werden wir genau pr\u00fcfen und uns dann fundierter dazu positionieren\u201c, sagte Gr\u00e4\u00dfle.<\/p>\n<p>Der BVWP ist insgesamt zu diesem Zeitpunkt f\u00fcr den Schienenknoten Frankfurt leider nicht sehr ausssagekr\u00e4ftig, er wurde aber immerhin in den vordringlichen Bedarf aufgenommen. \u201eHier hoffen wir, dass viele Projekte z\u00fcgig umgesetzt werden k\u00f6nnen, um das Nadel\u00f6hr FrankfurtRheinMain aufzul\u00f6sen.\u201c Auch die Neubaustrecken von Frankfurt nach Fulda und W\u00fcrzburg beziehungsweise nach Mannheim, sind im vordringlichen Bedarf aufgenommen worden. Ausdr\u00fccklich aufgef\u00fchrt ist auch die Wallauer Spange, \u00fcber die Z\u00fcge von Wiesbaden zum Frankfurter Flughafen gelangen k\u00f6nnten. F\u00fcr die ICE-NBS Frankfurt-Mannheim sei die Trassierung ebenso in Erfahrung zu bringen, wie die Anbindung Darmstadts an die Neubaustrecke, um eine Einsch\u00e4tzung vornehmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eWichtig f\u00fcr unsere Unternehmen ist auch die Aufnahme eines Projektes f\u00fcr die Vertiefung der Fahrrinne des Mains in die Engpassbeseitung und damit in die zuerst umzusetzenden Projekte. Dies ist eine gute Nachricht f\u00fcr viele Unternehmen, die ihre G\u00fcter auf dem Wasser transportieren oder dies vorhaben\u201c, so Gr\u00e4\u00dfle.<\/p>\n<p>\u201eEntscheidend wird bei allem aber sein, insbesondere die Projekte des vordringlichen Bedarfs innerhalb der n\u00e4chsten 15 Jahre auch tats\u00e4chlich umzusetzen. Beim Bundesverkehrswegeplan 2003 ist dies nicht gelungen. Das darf sich nicht wiederholen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Die Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern (ARGE) begr\u00fc\u00dft den vorgelegten Entwurf zum Bundesverkehrswegeplan (BVWP) in weiten Teilen. Die Mittelaufteilung priorisiert den Erhalt der Verkehrsinfrastruktur (69 Prozent) vor dem Neubau (31 Prozent) und l\u00e4sst gleichzeitig auch regionale Projekte (25 Prozent der Mittel) gegen\u00fcber den \u00fcberregional bedeutsamen Hauptachsen (75 Prozent) nicht zu kurz kommen. 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