{"id":149209,"date":"2016-03-14T20:33:46","date_gmt":"2016-03-14T19:33:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=149209"},"modified":"2016-03-14T20:33:46","modified_gmt":"2016-03-14T19:33:46","slug":"staatsminister-al-wazir-gruettner-und-dr-schaefer-stellen-mit-verbraucherzentrale-hessen-vorschlag-fuer-zusaetzliche-altersvorsorge-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=149209","title":{"rendered":"Staatsminister Al-Wazir, Gr\u00fcttner und Dr. Sch\u00e4fer stellen mit Verbraucherzentrale Hessen Vorschlag f\u00fcr zus\u00e4tzliche Altersvorsorge vor"},"content":{"rendered":"<p>Morgen ist Weltverbrauchertag. Die Verbraucherzentralen informieren an ihm in diesem Jahr vor allem \u00fcber die \u201eAltersvorsorge im Zinstief\u201c. Heute an morgen und an die Altersvorsorge denken: Damit haben sich auch die hessischen Staatsminister Tarek Al-Wazir, Stefan Gr\u00fcttner und Dr. Thomas Sch\u00e4fer auseinandergesetzt. Das Ergebnis ist ihr viel diskutierter Vorschlag zur Deutschland-Rente. Gemeinsam haben sie ihn heute in Wiesbaden vorgestellt, unterst\u00fctzt von Jutta Gelbrich, Vorstand der Verbraucherzentrale Hessen.<\/p>\n<p>Wirtschaftsminister Al-Wazir, Sozialminister Gr\u00fcttner und Finanzminister Dr. Sch\u00e4fer wollen die zus\u00e4tzliche Altersvorsorge attraktiver machen. Die betriebliche und private Altersvorsorge sind in Deutschland unterentwickelt. Der Staat muss daher st\u00e4rker in die Verantwortung gehen, ansonsten werden viele B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in einigen Jahren ihren Lebensstandard im Alter nicht halten k\u00f6nnen. Gleichzeitig droht immer mehr Menschen zuk\u00fcnftige Altersarmut: \u201eWir schlagen eine einfache, sichere und g\u00fcnstige zus\u00e4tzliche Altersvorsorge vor: die Deutschland-Rente, ein Standardprodukt f\u00fcr jedermann. Sie wird zum Selbstkostenpreis von einem zentralen Rentenfonds verwaltet, damit das Geld, das B\u00fcrger f\u00fcr ihre zus\u00e4tzliche Altersvorsorge beiseitelegen, sicher vor \u00fcberteuerten Angeboten ist. Sie sorgt f\u00fcr Orientierung in einem un\u00fcbersichtlichen Markt, schafft Vertrauen und hilft vor allem, den Lebensstandard im Alter zu sichern und viele B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger vor Altersarmut zu sch\u00fctzen. Der Staat organisiert sie und steht daf\u00fcr mit seinem guten Namen: Daher nennen wir sie die Deutschland-Rente.\u201c<\/p>\n<p>Die Deutschland-Rente: Gesch\u00fctzt vor politischem Zugriff<\/p>\n<p>Deutschlandfonds hei\u00dft der zentrale Rentenfonds, der die Beitr\u00e4ge der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger verwaltet und anlegt. \u201eDer Deutschlandfonds ist staatlich organisiert, eigenst\u00e4ndig und unabh\u00e4ngig. Ein politischer Zugriff auf die eingezahlten Beitr\u00e4ge ist ausgeschlossen. Das ist f\u00fcr uns von zentraler Bedeutung. Darauf muss sich verlassen k\u00f6nnen, wer mit der Deutschland-Rente f\u00fcr das eigene Alter vorsorgt. Und darauf ist Verlass!\u201c, erkl\u00e4rten Al-Wazir, Gr\u00fcttner und Sch\u00e4fer. Als Vorbild f\u00fcr die gesetzliche Absicherung dieser Unabh\u00e4ngigkeit des Deutschlandfonds k\u00f6nne etwa die Deutsche Bundesbank dienen.<\/p>\n<p>Breite Diskussion ist angesto\u00dfen<\/p>\n<p>Im Dezember hatten die drei Minister ihr Positionspapier zur Deutschland-Rente ver\u00f6ffentlicht. Seitdem hat es Gespr\u00e4che mit Verb\u00e4nden, Interessenvertretern und Fachpolitikern gegeben. \u201eDie Resonanz ist enorm. Wir haben mit diesem Vorschlag offenbar einen Nerv getroffen. Ein erstes Ziel ist daher bereits erreicht: eine offene, engagiert gef\u00fchrte Diskussion \u00fcber eines der wichtigsten Themen der kommenden Jahre. Wir freuen uns \u00fcber weitere Beitr\u00e4ge und werden unser Konzept mit ihnen abgleichen\u201c, so die Minister.<\/p>\n<p>Verbraucherzentrale unterst\u00fctzt Deutschland-Rente<\/p>\n<p>Besonders engagiert in der Debatte sind die Verbraucherzentralen. \u201eVerbraucher w\u00fcnschen sich ein einfaches Standardprodukt f\u00fcr die private Altersvorsorge. Die Verbraucherzentrale Hessen begr\u00fc\u00dft daher die Initiative der drei hessischen Minister f\u00fcr eine Deutschlandrente. Wir w\u00fcnschen uns einen Diskurs mit allen Akteuren, um gesamtgesellschaftlich Antworten auf offene Fragen zu diesem Konzept zu finden. Insbesondere Fragen zur Sicherheit der Deutschlandrente vor staatlichem Zugriff, zu deren Flexibilit\u00e4t und zur Reduzierung gesetzlicher Rentenbeitr\u00e4ge infolge einer Befreiung von den Sozialabgaben in der Ansparphase sind aus unserer Sicht im Interesse der Verbraucher zu kl\u00e4ren. Um zu erfahren, wie Verbraucher das Konzept der Deutschlandrente beurteilen, startet die Verbraucherzentrale Hessen heute mit einer Online\u2013Umfrage auf www.verbraucher.de. Die Ergebnisse aus dieser Umfrage werden wir in die weitere Diskussion einbringen. Das Votum der Verbraucher ist uns wichtig\u201c, sagte Jutta Gelbrich, Vorstand der Verbraucherzentrale Hessen.<\/p>\n<p>Kampf gegen Altersarmut durch eigene Beitr\u00e4ge und staatliche F\u00f6rderung<\/p>\n<p>Bei der Deutschland-Rente sollen die eigenen Beitr\u00e4ge mit den gleichen staatlichen Zulagen aufgestockt werden wie derzeit bereits bei der Riester-Rente. \u201eBereits mit geringen Eigenbeitr\u00e4gen k\u00f6nnen dank der zus\u00e4tzlichen staatlichen F\u00f6rderung viele B\u00fcrgerinnern und B\u00fcrger, die derzeit nicht viel zur Seite legen k\u00f6nnen, eine nennenswerte Vorsorge aufbauen. Unser Vorschlag richtet sich daher vor allem an untere Einkommensgruppen und an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kleiner Betriebe, die keine eigene betriebliche Altersvorsorge bieten. Das ist ein Beitrag, um den Kampf gegen drohende Altersarmut anzugehen\u201c, betonten die Minister.<\/p>\n<p>Warum zus\u00e4tzliche Altersvorsorge wichtig ist<\/p>\n<p>In wenigen Jahren gehen die Babyboomer in Rente und der massive Einbruch der Geburtenzahlen nach 1965 wird deutlich sp\u00fcrbar. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung der Menschen. Das f\u00fchrt zwangsl\u00e4ufig zu gro\u00dfen Belastungen f\u00fcr das umlagefinanzierte Rentensystem. Die Folge: Der Lebensstandard im Alter wird bei vielen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern deutlich sinken und Altersarmut erheblich zunehmen. \u201eWer das nicht einfach hinnehmen will, muss heute die entscheidenden Weichen stellen, um der betrieblichen und privaten Altersvorsorge neuen Schub zu geben\u201c, sind sich die drei Minister sicher.<\/p>\n<p>Der Gesetzgeber hat bereits damit begonnen, das Standard-Rentenniveau um fast 20 Prozent abzusenken. Um auch zuk\u00fcnftig ein vergleichbares Versorgungsniveau wie heute zu erreichen, muss die L\u00fccke aus der geringeren gesetzlichen Rente durch betriebliche und private Altersvorsorge geschlossen werden. Hierf\u00fcr gibt es seit dem Jahr 2001 eine verst\u00e4rkte staatliche F\u00f6rderung, etwa durch Zulagen f\u00fcr die Riesterrente oder die beg\u00fcnstigte Entgeltumwandlung in der betrieblichen Altersvorsorge. Dennoch ist der Verbreitungsgrad v\u00f6llig unzureichend. \u201eKomplexit\u00e4t und hohe Kosten vieler Produkte der betrieblichen und privaten Altersvorsorge schrecken vor allem kleine Unternehmen und viele Arbeitnehmer ab. Die berechtigte \u00f6ffentliche Kritik an den zum Teil v\u00f6llig \u00fcberteuerten Riester-Produkten hat viele B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger mittlerweile stark verunsichert\u201c, erkl\u00e4rten die Minister. \u201eDer Staat muss das ernst nehmen und handeln. Wir brauchen f\u00fcr alle Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die nicht selbst aktiv werden bzw. sich von der Vielzahl der Angebote \u00fcberfordert f\u00fchlen, ein einfaches, kosteng\u00fcnstiges und transparentes Standardprodukt, das der Staat organisiert: die Deutschland-Rente.\u201c<\/p>\n<p>So funktioniert die Deutschland-Rente<\/p>\n<p>In der Praxis soll es wie folgt funktionieren: Arbeitgeber f\u00fchren die Beitr\u00e4ge f\u00fcr das Standardprodukt unb\u00fcrokratisch an den Deutschlandfonds ab. Die Anlage der eingezahlten Beitr\u00e4ge obliegt dann dem eigenst\u00e4ndigen Deutschlandfonds, der ohne eigenes Gewinninteresse auf Selbstkostenbasis arbeitet und\u00c2\u00a0 gesch\u00fctzt vor politischem Zugriff ist.<\/p>\n<p>Gleichzeitig soll das bisherige \u201eOpt-in\u201c durch ein \u201eOpt-out\u201c ersetzt werden. So\u00c2\u00a0 betreiben Arbeitnehmer zus\u00e4tzliche Altersvorsorge, sofern sie gegen\u00fcber dem Arbeitgeber nicht aktiv widersprechen. Damit haben auch junge Besch\u00e4ftigte quasi automatisch einen fr\u00fchzeitigen und einfachen Zugang zur zus\u00e4tzlichen Altersvorsorge. Andere L\u00e4nder erreichen mit dem \u201eOpt-out\u201c einen Verbreitungsgrad von etwa 90 Prozent. \u201eAuch in Deutschland k\u00f6nnen wir auf diesen sanften Druck nicht verzichten, wenn wir ernsthaft Altersarmut bek\u00e4mpfen wollen\u201c, so Al-Wazir, Gr\u00fcttner und Sch\u00e4fer.<\/p>\n<p>Der Deutschlandfonds setzt auf ein breit gestreutes Anlageportfolio, zum Beispiel mit einem h\u00f6heren Aktienanteil als viele derzeitige Altersvorsorgeprodukte. Der sehr langfristige Anlagehorizont und die M\u00f6glichkeiten einer starken Streuung aufgrund der Gr\u00f6\u00dfe des Fonds verringern die Anlagerisiken erheblich und sorgen gleichzeitig f\u00fcr h\u00f6here Renditen. Die Erfahrungen von gro\u00dfen Staatsfonds aus anderen L\u00e4ndern best\u00e4tigen dies. So kommt der norwegische Staatsfonds seit seiner Gr\u00fcndung im Jahr 1997 auf eine durchschnittliche Rendite von \u00fcber 5 Prozent.<\/p>\n<p>\u201eMit der Deutschland-Rente st\u00e4rken wir das Vertrauen in die zus\u00e4tzliche Altersvorsorge und schaffen einen sinnvollen Wettbewerb f\u00fcr einfache und kosteng\u00fcnstige Altersvorsorgeprodukte. Wir sichern den Lebensstandard im Alter und verhindern im Ergebnis f\u00fcr viele B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ein Abrutschen in Altersarmut\u201c, so die Minister abschlie\u00dfend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Morgen ist Weltverbrauchertag. Die Verbraucherzentralen informieren an ihm in diesem Jahr vor allem \u00fcber die \u201eAltersvorsorge im Zinstief\u201c. Heute an morgen und an die Altersvorsorge denken: Damit haben sich auch die hessischen Staatsminister Tarek Al-Wazir, Stefan Gr\u00fcttner und Dr. Thomas Sch\u00e4fer auseinandergesetzt. 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