{"id":148968,"date":"2016-03-07T17:09:37","date_gmt":"2016-03-07T16:09:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=148968"},"modified":"2016-03-07T17:09:37","modified_gmt":"2016-03-07T16:09:37","slug":"erster-kreisbeigeordneter-sieht-grosse-herausforderung-aber-auch-moralische-verpflichtung-bei-minderjaehrigen-unbegleiteten-auslaendern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=148968","title":{"rendered":"Erster Kreisbeigeordneter sieht gro\u00dfe Herausforderung, aber auch moralische Verpflichtung bei minderj\u00e4hrigen unbegleiteten Ausl\u00e4ndern"},"content":{"rendered":"<p>Die Unterbringung und Betreuung von unbegleiteten minderj\u00e4hrigen Ausl\u00e4ndern z\u00e4hlt zu den gesetzlichen Pflichtaufgaben der \u00f6rtlichen Jugendhilfetr\u00e4ger. Durch den verst\u00e4rkten Zuzug von Fl\u00fcchtlingen, unter denen sich auch viele allein reisende Kinder und Jugendliche befinden, hat die Bedeutung dieser Aufgabe weiter zugenommen. Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt: \u201eWir haben die Situation im Griff und tun unser M\u00f6glichstes, damit die Betroffenen hier gut Fu\u00df fassen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Nach Angaben des Ersten Kreisbeigeordneten habe der Landkreis Fulda im letzten Quartal des vergangenen Jahres rund einhundert unbegleitete minderj\u00e4hrige Fl\u00fcchtlinge zugewiesen bekommen. Insgesamt sei damit die Zahl auf 250 ausl\u00e4ndische Kinder und Jugendliche angestiegen, die vom Kreisjugendamt nach besten Kr\u00e4ften betreut w\u00fcrden. F\u00fcr 2016 rechnet Erster Kreisbeigeordneter Schmitt kaum mehr mit nennenswerten Zuweisungen, da mittlerweile die bundesweite Verteilung funktioniere und Hessen sein Kontingent bereits \u00fcbererf\u00fcllt habe. So seien in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres keine Zuweisungen mehr an den Landkreis zu verzeichnen gewesen.<\/p>\n<p>Der Erste Kreisbeigeordnete betont, dass die Unterbringung und Betreuung von unbegleiteten minderj\u00e4hrigen Ausl\u00e4ndern einerseits eine gro\u00dfe administrative Herausforderung f\u00fcr die Jugendhilfetr\u00e4ger darstelle, andererseits aber auch eine besondere moralische Verpflichtung beinhalte. Der Landkreis Fulda nehme seine Verantwortung gegen\u00fcber jungen Menschen, die nicht selten aufgrund schlimmer Erlebnisse psychisch vorbelastet seien, sehr ernst und wolle ihnen einen guten Start in ihr neues Leben erm\u00f6glichen. Er, so Schmitt, habe die begr\u00fcndete Hoffnung, dass sie mit den notwendigen p\u00e4dagogischen Hilfestellungen eine Entwicklung wie andere Jugendliche in Deutschland auch durchlaufen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Franziska von Nordheim vom Fachdienst Familie, Jugend, Sport, Ehrenamt, die seit zw\u00f6lf Jahren mit diesem Personenkreis zu tun hat, nennt \u201eStabilisierung\u201c, \u201eIntegration\u201c und \u201eVerselbst\u00e4ndigung\u201c als\u00c2\u00a0 Hauptziele. Die 34-j\u00e4hrige Sozialp\u00e4dagogin war von 2002 bis 2014 beim Jugendhilfeverbund des Caritasverbandes besch\u00e4ftigt und hat dort die ersten Wohngruppen f\u00fcr unbegleitete minderj\u00e4hrige Fl\u00fcchtlinge mit aufgebaut. Nach einer vor\u00fcbergehenden T\u00e4tigkeit in der Clearingstelle der Stadt Frankfurt ist sie zum Landkreis gewechselt. Neben ihr geh\u00f6ren Bernadette Maria M\u00fchlen, Cornelia R\u00f6der-Freitag, Ricarda Ebert und Magdalena M\u00fcller sowie Gerhild Heil, Antje D\u00fccker, Mareike Krenzer, Erzsebet N\u00fcchter und Verena Bleuel zum Team.<\/p>\n<p>Wenn das Kreisjugendamt Kenntnis von m\u00f6glicherweise minderj\u00e4hrigen ausl\u00e4ndischen Fl\u00fcchtlingen erh\u00e4lt, die in den Landkreis eingereist sind, nehmen zwei Mitglieder des Teams mit Unterst\u00fctzung eines Dolmetschers Verbindung mit den Betreffenden auf. Dabei wird neben ganz praktischen Fragen wie der Unterbringung und medizinischen Versorgung gekl\u00e4rt, ob tats\u00e4chlich ein Jugendhilfefall vorliegt und wer rechtlich zust\u00e4ndig ist. Verbleibt der junge Mensch im Landkreis Fulda, bestellt das Familiengericht in der Regel das Kreisjugendamt zum Vormund. Dieses fungiert dann als eine Art von Lotsen, der den Jugendlichen zusammen mit Kooperationspartnern aus dem Bereich der Jugendhilfe durch ihre neue Welt begleitet.<\/p>\n<p>Im R\u00fcckblick auf ihre langj\u00e4hrigen Erfahrungen vertritt Franziska von Nordheim gemeinsam mit den \u00fcbrigen Mitgliedern des Teams die Auffassung, dass sich die Anstrengungen der Verantwortlichen auszahlten. Von den 20 bis 25 ausl\u00e4ndischen Kindern und Jugendlichen, die sie in Wohngruppen pers\u00f6nlich betreut habe, h\u00e4tten die allermeisten ihren Weg gefunden und st\u00fcnden mit beiden Beinen im Leben. Sie k\u00f6nne sich beispielsweise noch gut an f\u00fcnf Fl\u00fcchtlinge aus Eritrea erinnern, die in ihrer Anfangszeit beim Jugendhilfeverbund zwischen neun und zw\u00f6lf Jahren alt gewesen seien. Zwei von ihnen studierten mittlerweile. Andere Jugendliche seien nach einer entsprechenden Ausbildung heute in der Altenpflege, im Gesundheitsbereich oder in der Elektrobrache t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Foto: Marzena Seidel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Die Unterbringung und Betreuung von unbegleiteten minderj\u00e4hrigen Ausl\u00e4ndern z\u00e4hlt zu den gesetzlichen Pflichtaufgaben der \u00f6rtlichen Jugendhilfetr\u00e4ger. Durch den verst\u00e4rkten Zuzug von Fl\u00fcchtlingen, unter denen sich auch viele allein reisende Kinder und Jugendliche befinden, hat die Bedeutung dieser Aufgabe weiter zugenommen. 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