{"id":148878,"date":"2016-03-04T20:13:50","date_gmt":"2016-03-04T19:13:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=148878"},"modified":"2016-03-04T20:13:50","modified_gmt":"2016-03-04T19:13:50","slug":"glaube-ist-nicht-das-was-man-sagt-sondern-das-was-man-wagt-neunte-runde-von-talk-am-dom-im-ideal-in-fulda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=148878","title":{"rendered":"\u201eGlaube ist nicht das, was man sagt, sondern das, was man wagt\u201c \u2013 neunte Runde von \u201eTalk am Dom\u201c im \u201eIdeal\u201c in Fulda"},"content":{"rendered":"<p>Mit viel Schwung und unter gro\u00dfem Beifall sagte ZDF-Moderator Peter Hahne am Donnerstag in Fulda: \u201eGlaube ist nicht das, was man sagt, sondern das, was man wagt\u201c. Sich der Gnade Gottes anzuvertrauen, sei \u201edas Sch\u00f6nste, was es gibt\u201c, so der bekennende evangelische Christ, Journalist und Buchautor. Hahne war zusammen mit dem Musiker Frank Tischer, dem evangelischen Radiopfarrer Dr. Siegfried Kr\u00fcckeberg, Rainer Sippel von \u201eantonius \u2013 Netzwerk Mensch\u201c und dem Berliner Tatortreiniger Christian Heistermann bei Moderator Klaus Depta zum neunten \u201eTalk am Dom\u201c eingeladen. Die vom Publikum im vollbesetzten Caf\u00e9 \u201eIdeal\u201c aufmerksam verfolgten, lebendigen Beitr\u00e4ge der G\u00e4ste wurden von Frank Tischer mit seinen christlichen Songs musikalisch umrahmt.<\/p>\n<p>Peter Hahne stellte heraus, dass man im Leben niemals aufgeben sollte. Zu viele Menschen resignierten heute oder g\u00e4ben andere Menschen auf. Es fehle den Menschen in unserem Land an \u201epositiver Selbstliebe\u201c. Dass es beispielsweise aus R\u00fccksicht auf den Islam kein Schweinefleisch mehr in Frankfurter Kinderg\u00e4rten geben solle, bezeichnete Hahne als lachhaft. \u201eDas Grundgesetz hat christliche Wurzeln, und dazu stehe ich!\u201c, so der bekannte Journalist unter dem Beifall des Publikums. Es sei bedenklich, dass heute viele Menschen Anspielungen und Inhalte der Bibel nicht mehr verst\u00fcnden. \u201eWer die Bibel nicht kennt und sich als Intellektuellen bezeichnet, der ist bl\u00f6d!\u201c, lautete Hahnes griffiges Fazit. Gott habe den Menschen als \u201eBedienungsanleitung\u201c f\u00fcr ihr Leben die Bibel gegeben. \u201eIch bin Christ, weil ich dar\u00fcber nachgedacht habe.\u201c Christen m\u00fcssten ihren Glauben deutlich in der \u00d6ffentlichkeit bekennen. Von Depta auf sein Mitte April erscheinendes Buch \u201eFinger weg von unserem Bargeld\u201c angesprochen, beklagte Hahne einer immer weitergehende Entm\u00fcndigung der B\u00fcrger in Deutschland. Klartext sprach er auch zum Thema \u201eGender-Mainstreaming\u201c, indem er diese Verwischung der nat\u00fcrlichen Geschlechterunterschiede von Frau und Mann als \u201egr\u00f6\u00dften Unsinn aller Zeiten\u201c bezeichnete.<\/p>\n<p>Frank Tischer ist ein Musiker aus der Region Fulda und m\u00f6chte Franz von Assisis \u201eSonnengesang\u201c aus dem 13. Jahrhundert einen neuen Sound geben. Im Gespr\u00e4ch mit Klaus Depta erz\u00e4hlte er manche Anekdote aus der Begegnung mit vielen Gr\u00f6\u00dfen der internationalen Rock- und Popmusik. \u201eIch sitze aber nicht gerne in der ersten Reihe, sondern mache am liebsten einfach nur Musik\u201c, hob Tischer hervor. Vor einigen Jahren brachte er die Artussage mit \u00fcber 200 Sch\u00fclern auf die B\u00fchne, denn von mittelalterlichen Mythen und Rittersagen ist er ganz fasziniert. Der heilige Franziskus habe ihn sehr beeindruckt, weil er freiwillig arm geworden sei: \u201eEr ging auf 100 Prozent Risiko!\u201c Der Sonnengesang als Dankgebet an Gott, in dem die Naturelemente gepriesen werden, sei auch heute noch aktuell. Deshalb werde er ihn mit Chor und Orchester zun\u00e4chst aus der Region, sp\u00e4ter vielleicht auch anderswo, auff\u00fchren.<\/p>\n<p>Seit \u00fcber 25 Jahren verk\u00fcndet Radiopfarrer und Professor Dr. Siegfried Kr\u00fcckeberg f\u00fcr die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck die christliche Botschaft im privaten Radio. Als Notfallseelsorger hielt der Theologe vor vielen Jahren bei einem Grubenungl\u00fcck mit \u00fcber 50 Toten in Borken tr\u00f6stend und im Gebet bei den Angeh\u00f6rigen aus, und auch als Radiopfarrer war er bei Katastrophen wie dem 11. September 2001 oder den Pariser Attentaten vom letzten Herbst da, um mit den Menschen im Sender und an den Radioger\u00e4ten die Situation vor Gott zu bringen und zu beten. \u201eDie Radioh\u00f6rerschaft ist wie eine Gemeinde\u201c, stellte Kr\u00fcckeberg im Gespr\u00e4ch mit Depta heraus. Die Kirche beim Privatfunk pr\u00e4sent zu halten, sei kostspielig, aber sinnvoll. Redakteure st\u00fcnden der Kirche zwar oft kritisch gegen\u00fcber, aber es gebe auch viele, die kirchlich sozialisiert oder gl\u00e4ubig seien.<\/p>\n<p>Rainer Sippel ist Leiter einer \u201eeinzigartigen Einrichtung\u201c in Fulda, wie es Moderator Depta ausdr\u00fcckte: Er leitet die Stiftung \u201eantonius \u2013 Netzwerk Mensch\u201c, fr\u00fcher Antoniusheim. Als dieses vor \u00fcber 100 Jahren aus christlichem Geist gegr\u00fcndet wurde, sahen viele Menschen Behinderung noch als einen \u201eFluch\u201c an. \u201eDie Sichtweise auf Behinderung hat sich im Laufe der Zeit positiv ge\u00e4ndert\u201c, so Sippel. Heute stehe nicht mehr das Mitleid, sondern die Sympathie f\u00fcr behinderte Menschen im Vordergrund. In der offener gewordenen Gesellschaft der Bundesrepublik sei Inklusion von Behinderten leichter m\u00f6glich. Der \u201eZitronenfalter\u201c als Fr\u00fchf\u00f6rderstelle f\u00fcr Kinder von Anfang an helfe ihnen und ihren Familien, mit positiven Erfahrungen gut durch das Leben zu kommen. \u201eJeder Mensch soll an unserer Gesellschaft teilhaben d\u00fcrfen\u201c, forderte Sippel. Die Stadt Fulda habe die Wette mit ihm gewonnen, indem sie es schaffte, deutlich mehr als die 111 geforderten Inklusionsprojekte zu finden, was sie zur \u201einklusivsten Stadt Deutschlands\u201c gemacht habe. \u201eHeute braucht es im t\u00e4glichen Leben Kontakte zwischen Menschen mit und ohne Behinderung!\u201c<\/p>\n<p>Christian Heistermann aus Berlin ist von Beruf Tatortreiniger und diente als Berater f\u00fcr eine gleichnamige Fernsehserie. Wenn ein Mordfall passiert ist, beseitigt Heistermann anschlie\u00dfend die Spuren. \u201eOft komme ich dabei ins Gespr\u00e4ch mit den Angeh\u00f6rigen, was nicht immer einfach ist\u201c, erkl\u00e4rte er. Das Berufsbild habe sich in den vergangenen Jahren aus dem des Geb\u00e4udereinigers entwickelt. \u201eIch mache das auch, weil es eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe ist.\u201c Bei seiner Arbeit tr\u00e4gt Heistermann spezielle Kleidung, die er nach dem Dienst auszieht \u2013 es falle ihm aber nicht so leicht, die Bilder in seinem Kopf \u201eabzulegen\u201c. Die schrecklichen Szenen, die sich ihm oft bieten, h\u00e4tten ihn tiefgr\u00fcndiger gemacht, hob Heistermann hervor. \u201eIch versuche Antworten zu finden und bete regelm\u00e4\u00dfig.\u201c Die Tatortreinigung sieht er als M\u00f6glichkeit, \u201edie Toten der Schrecklichkeit des Ortes zu entrei\u00dfen\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Mit viel Schwung und unter gro\u00dfem Beifall sagte ZDF-Moderator Peter Hahne am Donnerstag in Fulda: \u201eGlaube ist nicht das, was man sagt, sondern das, was man wagt\u201c. Sich der Gnade Gottes anzuvertrauen, sei \u201edas Sch\u00f6nste, was es gibt\u201c, so der bekennende evangelische Christ, Journalist und Buchautor. 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