{"id":148609,"date":"2016-02-27T16:38:39","date_gmt":"2016-02-27T15:38:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=148609"},"modified":"2016-02-27T16:38:39","modified_gmt":"2016-02-27T15:38:39","slug":"ess-talks-podiumsdiskussion-mit-kommunalen-spitzenpolitikern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=148609","title":{"rendered":"ESS talks \u00e2\u20ac\u00a6 &#8211; Podiumsdiskussion mit kommunalen Spitzenpolitikern"},"content":{"rendered":"<p>Am Montag, 22.02.2016 fand in der Eduard-Stieler-Schule Fulda eine Podiumsdiskussion mit Politikern der Parteien statt, die in den Kreistag einziehen wollen. Die von dem Fachkonferenzleiter Politik und Wirtschaft eingeladenen Vertreter wurden von Schulleiter Dr. Rudolf Drexler begr\u00fc\u00dft, der sich auf eine \u201einformative und spannende Diskussion\u201c freute.<\/p>\n<p>Markus Meysner (MdL) konstatierte der CDU auf kommunaler Ebene eine erfolgreiche Arbeitsbilanz, verwies auf die Spitzenpositionen des Landkreises in Hessen in den Bereichen Bildung und Arbeitsmarkt, zeigte Vorteile der Infrastruktur und bescheinigte eine zielf\u00fchrende und krisentaugliche Vorgehensweise beim Thema Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen im Landkreis. \u201eGut. Weiter. Machen.\u201c sei nicht nur ein Slogan, sondern auch Verpflichtung, Fulda auch zuk\u00fcnftig erfolgreich zu f\u00fchren. F\u00fcr die SPD best\u00e4tigte Birgit K\u00f6mpel (MdB) weitestgehend die Aussagen von Meysner, zeigte aber auch Defizite im Bereich kommunaler Infrastruktur, v.a. auch den Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum und der Sicherstellung der \u00e4rztlichen Versorgung, auf. Sie warb auch daf\u00fcr, dass die absolute Mehrheit der CDU gebrochen werde, damit auch andere Meinungen Geh\u00f6r in den politischen Entscheidungen finden. Helmut Sch\u00f6nberger (B.90\/Die Gr\u00fcnen) gab sich als \u201eFundi\u201c der gr\u00fcnen Parteipolitik zu erkennen und warb als \u00f6kologischer Nebenerwerbslandwirt auch f\u00fcr den regionalen Vertrieb von Produkten. Er positionierte sich ebenfalls auf der Seite einer weitestgehend guten kommunalen Kreistagsarbeit, bezog sich aber auch auf den Ausbau des \u00f6ffentlichen Personennahverkehrs. Auch der Ausbau der regenerativen Energie und der regionalen Stromversorgung lagen ihm am Herzen. Als langj\u00e4hriger Kreistagspolitiker stellte Thomas Gr\u00fcnkorn (CWE) zun\u00e4chst das Konzept seiner W\u00e4hlergemeinschaft vor, die im Besonderen ohne parteibedingte Zugeh\u00f6rigkeiten \u201eechte Kommunalpolitik\u201c betreibe. Die hier engagierten Politiker setzten sich f\u00fcr deren regionale und lokale Politik ein, weil sie ein echtes Interesse an Beteiligung und B\u00fcrgern\u00e4he zeigten. Marion Klotzsche (FDP) unterstellte den Vorrednern, kein wirkliches Programm zu zeigen und zeigte vier Themen auf: Verbesserung der Notfallversorgung im Klinikum Fulda, Stopp des Ausbaus der Windkraftanlagen, Ausbau der Bildungsregion Fulda und F\u00f6rderung der digitalen Wertsch\u00f6pfung. F\u00fcr den Ausbau von regionalen Windkraftanlagen unter B\u00fcrgerbeteiligung warb Michal Wahl (Die Linke), der gerade diese dezentrale Energieerzeugung unter Ausschluss der Gro\u00dfkonzerne favorisierte. Neben bezahlbarem Wohnraum wies Wahl auf die hohe Anzahl an Bezieher von Sozialleistungen hin, die durch entsprechende Sozialtarife am \u00f6ffentlichen, auch kulturellen Leben beteiligt werden sollten. Die AfD schickte ihren Beisitzer Dr. Wolfgang Strecker ins Rennen, der sich in seinem Statement lautstark gegen die \u201eL\u00fcgenpresse\u201c verwehrte und gegen die \u201eF\u00e4kalisierung\u201c im Umgang mit der AfD eintrat. Als lokalpolitische Themen forderte Strecker, dass der Kreishaushalt einer realen Pr\u00fcfung unterzogen werde, ein \u201eKassensturz\u201c sei notwendig, weil es an Transparenz fehle, was nicht nur mit Kopfsch\u00fctteln seitens der beteiligten Politiker honoriert wurde. Er forderte eine Aufhebung der Studiengeb\u00fchren, die es in Hessen nur f\u00fcr eine sehr kurze Episode bis 2008 gab, wurde auch auf diesen Fehler nicht nur von dem neben ihm stehenden Klotzsche hingewiesen.<\/p>\n<p>In der sich anschlie\u00dfenden Diskussion zeigte sich, dass Meysner auf die Kritik zu den Wahlplakaten der CDU, es gehe nicht um Berlin, sondern um Fulda, gelassen reagierte, weil er eben die regionalen Themen im Vordergrund sehe. Man wolle sich im Landkreis von den Turbulenzen auf Bundesebene nicht seinen \u201eEinser\u201c in der Bewertung eintr\u00fcben lassen; K\u00f6mpel zeigte sich irritiert, dass man sich so von der Bundespolitik distanziere und im Gegensatz in positiven Seiten Merkel als Werbung sehe. Vor allem st\u00f6rte sie sich aber an den Wahlplakaten der AfD und forderte Strecker heraus, zu erkl\u00e4ren, warum es keine lokalpolitischen Themen gebe, was der Moderator, Rene-Andr\u00e9 Kohl best\u00e4tigte, da er bei der Suche nach dem Wahlprogramm auf das zur Bundestagswahl 2013 auf Bundesebene weitergeleitet wurde, was sich im Verlauf der weiteren Diskussion um so fragw\u00fcrdiger darstellte, da Dr. Strecker sich von Aussagen der Bundes-Parteif\u00fchrung distanzierte, da es \u201enicht alles seine Meinung sei.\u201c Er zeigte sich trotz allem optimistisch, dank seines aussichtsreichen Listenplatzes in den Kreistag \u201eeinzumarschieren\u201c \u2013 ein Sprachgebrauch, der daran erinnerte, dass auch im Deutschen Reichstag 1933 eine Partei \u00e2\u20ac\u0161einmarschierte\u00e2\u20ac\u02dc. Er forderte, dass die Politikerentscheidungen wieder mehr an \u201eLogik und Menschenverstand\u201c ankn\u00fcpfen sollten und von Kompetenz gepr\u00e4gt werden, forderte aber gleichzeitig, dass man ihm und seiner Partei eine 100 Tage Frist g\u00f6nne, um sich einzuarbeiten \u2013 ein Umstand, den nicht nur Herrn Gr\u00fcnkorn, sondern auch Frau K\u00f6mpel zum Einwand und Kopfsch\u00fctteln brachte.<\/p>\n<p>Gerade in der Fragerunde zeigte sich, dass neben den Personenbef\u00f6rderungsproblemen im l\u00e4ndlichen Raum vor allem ein Interesse daran bestand, die AfD und mit ihr Herrn Dr. Strecker mit ihren eigenen Aussagen und Themen zu konfrontieren. Eine Sch\u00fclerin mit Migrationshintergrund des Beruflichen Gymnasiums stellte sich in feinem Deutsch vor, fragte sehr provokativ bezogen auf ihre eigene Biografie, dass sie mit ihrer Familie aus Afghanistan geflohen sei, auf wen man denn an der Grenze geschossen h\u00e4tte, auf sie, ihre Geschwister, oder nur ihre Mutter und den Vater? Im Plenum brandete hierzu Beifall auf, was die aufgeheizte Stimmung gegen\u00fcber der AfD zeigte. Auch eine weitere Frage bezog sich auf die \u00c4u\u00dferungen Martin Hohmanns auf dem Aschermittwochstreffen in Neuhof, woraufhin Strecker sich wieder auf die \u201eL\u00fcgenpresse\u201c und \u201eunwahre Behauptungen\u201c berief, da er bei dieser Veranstaltung teilgenommen habe und schlie\u00dflich wisse, was dort gesagt wurde. Er rief alle dazu auf, zu w\u00e4hlen, betonte, dass er und seine Partei nicht dazu aufriefen, eine andere Partei nicht zu w\u00e4hlen, wie dies andere t\u00e4ten. Insgesamt erweckte es den Eindruck, man versuche sich als AfD in eine Opferrolle zu bringen, die von den anderen Parteien gefordert wurde. \u201eIch kann die AfD und Herrn Strecker nicht verstehen, sie stellen sich als Opfer dar, br\u00fcllen aber derart aggressiv ins Mikro, dass man sich nicht vorstellen kann, dass dieser Mann Gewalt grunds\u00e4tzlich ablehnt, wie er es gesagt hat\u201c, so eine Sch\u00fclerin in der Reflexion der Diskussion.<\/p>\n<p>Geleitet wurde die Diskussion durch Lisa Weisgerber (LiV) und Rene-Andre Kohl, die sich am Ende f\u00fcr das rege Interesse und das Erscheinen der Kandidaten bedankten.<\/p>\n<p>Bild (v.l.n.r.): Kai-Uwe Abersfelder und Rene-Andre Kohl (Fachkonferenzleiter Politik und Wirtschaft), Dr. Wolfgang Strecker (AfD), Mario Klotzsche (FDP), Markus Meysner (CDU), Birgit K\u00f6mpel (SPD), Helmut Sch\u00f6nberger (B.90\/Gr\u00fcne), Thomas Gr\u00fcnkorn (CWE), Michael Wahl (Die Linke), Dr. Rudolf Drexler (Schulleiter), Lisa Weisgerber (Lehrkraft im Vorbereitungsdienst)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Am Montag, 22.02.2016 fand in der Eduard-Stieler-Schule Fulda eine Podiumsdiskussion mit Politikern der Parteien statt, die in den Kreistag einziehen wollen. 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