{"id":148340,"date":"2016-02-22T18:13:05","date_gmt":"2016-02-22T17:13:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=148340"},"modified":"2016-02-22T18:13:05","modified_gmt":"2016-02-22T17:13:05","slug":"umweltministerin-schreibt-hessischen-tierschutzforschungspreis-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=148340","title":{"rendered":"Umweltministerin schreibt Hessischen Tierschutzforschungspreis aus"},"content":{"rendered":"<p>\u201eJedes Jahr leiden zahllose Tiere in Laboren, weil an ihnen wissenschaftliche Versuche durchgef\u00fchrt werden. L\u00e4ngst nicht alle sind wirklich zwingend erforderlich. Alternative Methoden k\u00f6nnten den Versuch an lebenden Tieren oftmals ersetzen, ohne den ben\u00f6tigten Erkenntnisgewinn einzuschr\u00e4nken\u201c, sagte die f\u00fcr den Tierschutz zust\u00e4ndige Umweltministerin Priska Hinz heute in Wiesbaden. Dort hat sie den Hessischen Tierschutzforschungspreis 2016 ausgeschrieben. Die mit 14.000 Euro dotierte Auszeichnung wird f\u00fcr herausragende wissenschaftliche Arbeiten vergeben, die einen richtungweisenden Beitrag zur Vermeidung oder Verminderung von Tierversuchen leisten. Dies gilt f\u00fcr die Forschung, Lehre oder bei der Herstellung biomedizinischer Produkte wie beispielsweise Impfstoffen und Antik\u00f6rpern. Ber\u00fccksichtigt werden auch Arbeiten, die zu einer deutlichen Verminderung von Schmerzen oder Leiden der verwendeten Tiere beitragen. Die Bewerbungsfrist endet am 1. Juli 2016.<\/p>\n<p>\u201eWir d\u00fcrfen nicht nachlassen, nach weiteren Ans\u00e4tzen zur Vermeidung von Tierversuchen oder zur Minderung von Schmerzen und Leiden der Tiere zu suchen und diese Methoden dann auch in die breite Anwendung zu bringen.\u00c2\u00a0 Die Hessische Landesregierung hat sich auf das Ziel verst\u00e4ndigt, Tierversuche langfristig durch alternative Verfahren zu ersetzen. Daher wollen wir gerade f\u00fcr Hessen, als wichtigem Standort f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Entwicklung, mit der Ausschreibung des Tierschutzforschungspreises auf Landesebene einen besonderen Anreiz setzen\u201c, betonte Hinz.<\/p>\n<p>Preisw\u00fcrdig sind Beitr\u00e4ge, die neue methodische Ans\u00e4tze liefern, beziehungsweise bereits bestehende Ans\u00e4tze aufgreifen und so fortentwickeln, dass sie in der Praxis breite Anwendung finden k\u00f6nnen. Teilnahme- und vorschlagsberechtigt sind Personen oder Personengruppen, die in Hessen wissenschaftlich t\u00e4tig sind, sowie in Hessen ans\u00e4ssige wissenschaftlich t\u00e4tige Firmen und Einrichtungen. \u00dcber die Preisvergabe entscheidet eine Jury, der die Landesbeauftragte f\u00fcr Tierschutz, Dr. Madeleine Martin, sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Hochschule und Industrie, Beh\u00f6rden und Tierschutzorganisationen angeh\u00f6ren.<\/p>\n<p>\u201eDer Hessische Tierschutzforschungspreis ist ein weiterer wichtiger Baustein auf dem Weg hin zu weniger Tierversuchen in Hessen\u201c, betonte Ministerin Hinz. Das Land finanziert seit Sommer 2015 auch zwei Tierschutz-Professuren an den Universit\u00e4ten in Frankfurt und Gie\u00dfen. Diese so genannten \u201e3-R\u201c-Professuren widmen sich Forschungsmethoden, die das Leiden von Versuchstieren vermindern, durch alternative Arbeitsweisen ersetzen oder ganz vermeiden. Die Abk\u00fcrzung \u201e3-R\u201c steht f\u00fcr die englischen Begriffe Reduction (Reduzierung), Replacement (Ersatz) und Refinement (Verbesserung). Die Landesregierung unterst\u00fctzt die Professuren in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren mit rund zwei Millionen Euro.<\/p>\n<p>Hintergrund<\/p>\n<p>In den vergangenen beiden Jahrzehnten konnten durch die Entwicklung neuer Methoden und Fortschritte insbesondere in der \u201ein vitro\u201c-Technik (\u201ein vitro\u201c = im Reagenzglas, gemeint sind unter anderem Methoden, die mit Zell- oder Gewebe-\/Organkulturen arbeiten) bereits eine Reihe fr\u00fcher \u00fcblicher Tierversuche ersetzt oder verringert werden. Nicht nur in Deutschland, sondern auch auf europ\u00e4ischer und internationaler Ebene wird an diesem Ziel gearbeitet. Dennoch werden jedes Jahr immer noch Millionen von Tieren in belastenden Versuchen eingesetzt. Nach offiziellen Angaben des BMEL wurden 2.997.152 Wirbeltiere im Jahr 2013 f\u00fcr Tierversuche und andere wissenschaftliche Zwecke eingesetzt. Im Jahr 2014 sank die Zahl auf 2.798.463 Tiere. Die am h\u00e4ufigsten verwendeten Versuchstiere sind M\u00e4use, Ratten, Kaninchen als auch Fische.<\/p>\n<p>Die Ausschreibungsunterlagen gibt es bei der Hessischen Landestierschutzbeauftragten, Dr. Madeleine Martin, Mainzer Stra\u00dfe 80, 65189 Wiesbaden, E-Mail: tierschutz@umwelt.hessen.de oder unter www.tierschutz.hessen.de.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eJedes Jahr leiden zahllose Tiere in Laboren, weil an ihnen wissenschaftliche Versuche durchgef\u00fchrt werden. L\u00e4ngst nicht alle sind wirklich zwingend erforderlich. 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