{"id":147349,"date":"2016-01-21T20:15:23","date_gmt":"2016-01-21T19:15:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=147349"},"modified":"2016-01-21T20:15:23","modified_gmt":"2016-01-21T19:15:23","slug":"33-frauen-maenner-und-kinder-erhielten-im-stadtschloss-ihre-einbuergerungsurkunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=147349","title":{"rendered":"33 Frauen, M\u00e4nner und Kinder erhielten im Stadtschloss ihre Einb\u00fcrgerungsurkunden"},"content":{"rendered":"<p>Fulda ist bunt und vielf\u00e4ltig. Wie sehr, das spiegelt sich unter anderem in der Vielzahl von Menschen unterschiedlichster Nationalit\u00e4t wider, die in der Domstadt ihre neue Heimat gefunden haben. Als Geste der Wertsch\u00e4tzung und des Willkommens richtet die Stadt inzwischen seit 15 Jahren mehrmals im Jahr einen Empfang f\u00fcr diejenigen aus, die eingeb\u00fcrgert worden sind. Gemeinsam mit Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann \u00fcberreichte\u00c2\u00a0 Oberb\u00fcrgermeister Dr. Heiko Wingenfeld im Marmorsaal des Stadtschlosses die Einb\u00fcrgerungsurkunde an 33 Frauen und M\u00e4nner. Hartmann, Wingenfeld wie auch der neu gew\u00e4hlte Vorsitzende des Ausl\u00e4nderbeirats Abdulkerim Demir begl\u00fcckw\u00fcnschten die Neueingeb\u00fcrgerten zu ihrem Schritt und ermutigten sie, als \u201eBr\u00fcckenbauer\u201c die Gesellschaft mitzugestalten.<\/p>\n<p>Willkommen<\/p>\n<p>Aus 15 L\u00e4ndern stammten die G\u00e4ste im Marmorsaal. Die gr\u00f6\u00dfte Gruppe unter den Eingeb\u00fcrgerten bildeten diesmal Kameruner, Menschen aus der T\u00fcrkei und Marokko. \u201eUns freut es, dass so viele die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft annehmen wollen. Wir hei\u00dfen sie alle herzlich willkommen\u201c, rief Fuldas Stadtverordnetenvorsteherin den Teilnehmern des Empfangs zu. Fulda sei eine \u201eweltoffene und moderne Stadt\u201c, bekannte sie, in der die Hilfe f\u00fcr andere gro\u00df geschrieben und hoch gehalten werde. An ihre Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer appellierte Hartmann, von allen B\u00fcrgerrechten Gebrauch zu machen und Demokratie mitzugestalten, indem man w\u00e4hlen gehe. Auch dem ehrenamtlichen Engagement \u2013 beispielsweise als Wahlhelfer &#8211; r\u00e4umte die Christdemokratin breiten Raum in ihrer Rede ein. Leidenschaftlich warb sie ferner f\u00fcr Fulda, denn die Stadt habe \u201eunendlich viel zu bieten.\u201c \u201ePflegen Sie die nachbarschaftlichen Kontakte. Es kommt viel Interessantes, Wissenswertes und Neues auf sie zu.\u201c Im Sinne des gegenseitigen Geben und Nehmens, lie\u00df Hartmann keinen Zweifel daran, dass Deutsche wie Neueingeb\u00fcrgerte viel voneinander lernen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Bereicherung<\/p>\n<p>\u00c4hnlich \u00e4u\u00dferte sich Ausl\u00e4nderbeiratsvorsitzender Demir, der von den Neueingeb\u00fcrgerten als einer Bereicherung f\u00fcr die Gesellschaft sprach. \u201eWenn wir uns weltoffen zeigen, k\u00f6nnen wir uns gegen\u00fcber den Neuzuwanderern besser darstellen\u201c, betonte er,\u00c2\u00a0 \u201ewenn wir sie erschrecken\u201c, bedeute es eine Gefahr f\u00fcr die Integration.\u00c2\u00a0 Die Ereignisse von K\u00f6ln h\u00e4tten f\u00fcr Verunsicherung gesorgt. Diese, so glaubt Demir , seien jedoch \u201enicht ohne politische Macht im Hintergrund\u201c zu sehen. Was Fl\u00fcchtlinge aus dem Einflussgebiet des so genannten Islamischen Staates (IS) betrifft, merkte Demir an, jeder, der den IS kenne, wisse, was die Vertreter dieses Systems Menschen antuen. Diejenigen, die von dort kommen, seien \u201etraumatisiert und brauchen eine schnelle Integration.\u201c Integration sei jedoch nicht nur Aufgabe der Politik, sondern auch der Unternehmen, die sich aus Sicht des Ausl\u00e4nderbeiratsvorsitzenden verst\u00e4rkt dar\u00fcber Gedanken machen m\u00fcssten. Demirs abschlie\u00dfender Appell: \u201eWir brauchen Sie f\u00fcr ein Netzwerk zwischen Neub\u00fcrgern und Einheimischen. Bleiben Sie dran, mischen Sie sich ein!\u201c<\/p>\n<p>Weltoffen und tolerant<\/p>\n<p>Einen sehr pers\u00f6nlichen und emotionalen Erfahrungsbericht vermittelte Oleksandra Trygub ihren Zuh\u00f6rern. Durch ein Austauschprogramm kam die geb\u00fcrtige Ukrainerin nach dem Ungl\u00fcck von Tschernobyl zum ersten Mal nach Deutschland. Durch pers\u00f6nliche Kontakte entwickelte sich Trygubs Zuneigung zu ihrem Gastland, f\u00fcr das sie 2004 schlie\u00dflich ein\u00c2\u00a0 Studentenvisum bekam. Trotz anf\u00e4nglichem Heimwehs, wie die junge Frau gestand, hatte sie sich schnell integriert. Das Jahr 2006 war f\u00fcr sie ein Meilenstein, als die Welt zur Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft zu Gast in Deutschland war. Diese Tage haben Oleksandra Trygub nachhaltig gepr\u00e4gt. Jahrzehntelang habe man in Deutschland nicht mehr so viele Deutschlandfahnen gesehen. Seither habe sich Deutschland immer mehr der Welt ge\u00f6ffnet und pr\u00e4sentiere sich als tolerante Nation. \u201eMeine Familienangeh\u00f6rigen empfinden deshalb tiefen Respekt und Anerkennung f\u00fcr Deutschland.\u201c Aktuell stehe das Land vor einer seiner gr\u00f6\u00dften Herausforderungen. \u201eMenschen brauchen Ihre Unterst\u00fctzung. Bleiben Sie weiterhin so gro\u00dfz\u00fcgig und offen, zeigen Sie Solidarit\u00e4t gegen\u00fcber den Fl\u00fcchtlingen\u201c, forderte Trygub auf. Deutschland habe schon einmal bewiesen, zu was es in der Lage ist, als 1990 mit der ehemaligen DDR \u201eein komplettes Land, das am Boden lag, wieder aufgerichtet wurde.\u201c Nur ein mutiges Land k\u00f6nne die aktuelle Situation meistern &#8211; mit deutscher Gr\u00fcndlichkeit und Genauigkeit. Trygubs Bricht gipfelte schlie\u00dflich in der Feststellung: \u201eMich hat Deutschland von Anfang an \u00fcberzeugt.\u201c<\/p>\n<p>Zu Wurzeln bekennen<\/p>\n<p>Als offen und ermutigend wertete Oberb\u00fcrgermeister Dr. Wingenfeld Trygubs Bericht. Ihr wie auch den \u00fcbrigen G\u00e4sten sprach er einen \u201eherzlichen Gl\u00fcckwunsch\u201c aus, sich mit der Einb\u00fcrgerung f\u00fcr Deutschland entschieden zu haben und forderte auf, \u201efinden Sie sich in unserer Gesellschaft ein.\u201c Aus eigener Erfahrung dank l\u00e4ngerer Auslandsaufenthalte im S\u00fcden Afrikas oder in Frankreich appellierte Wingenfeld an seine G\u00e4ste, sich der eigenen Wurzeln bewusst zu sein und zu bleiben. Gleichzeitig stellte Fuldas Verwaltungschef fest, in Deutschland oder Fulda sei es \u201enicht entscheidend, wo sie geboren sind, entscheidend ist, dass Sie sich f\u00fcr das Grundgesetz und die Menschenw\u00fcrde einsetzen, f\u00fcr Demokratie und Freiheit.\u201c In besonderer Weise seien die Neueingeb\u00fcrgerten Vorbild, denn sie h\u00e4tten bewiesen, dass es gelingt sich zu integrieren. Insbesondere mit Blick auf jene, die jetzt als Fl\u00fcchtlinge nach Deutschland kommen, lud Wingenfeld seine Zuh\u00f6rer ein, \u201eBr\u00fcckenbauer zu sein.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda ist bunt und vielf\u00e4ltig. Wie sehr, das spiegelt sich unter anderem in der Vielzahl von Menschen unterschiedlichster Nationalit\u00e4t wider, die in der Domstadt ihre neue Heimat gefunden haben. 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