{"id":147255,"date":"2016-01-19T10:39:26","date_gmt":"2016-01-19T09:39:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=147255"},"modified":"2016-01-19T10:39:26","modified_gmt":"2016-01-19T09:39:26","slug":"zdk-praesident-prof-sternberg-beim-kkv-neujahrsempfang-keine-pauschalverurteilung-von-fluechtlingen-neues-schwerpunktthema-des-kkv-mensch-bleiben-in-der-arbeitswelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=147255","title":{"rendered":"ZdK-Pr\u00e4sident Prof. Sternberg beim KKV-Neujahrsempfang: Keine Pauschalverurteilung von Fl\u00fcchtlingen \u2013 Neues Schwerpunktthema des KKV: \u201eMensch bleiben in der Arbeitswelt\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eEiner ganz gro\u00dfen Weltreligion einen Hang zum Hass zu unterstellen ist fatal. Deshalb warne ich vor einer Pauschalverurteilung von Fl\u00fcchtlingen und Muslimen aufgrund der Silvestervorkommnisse in K\u00f6ln. F\u00fcr eine gelingende Integration der Muslime wird es weiterhin auf den Dialog ankommen.\u201c Mit diesen deutlichen Worten warb der Pr\u00e4sident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. DDr. Thomas Sternberg, anl\u00e4sslich des Neujahrsempfangs des KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, in M\u00fcnster, weiterhin f\u00fcr direkte Gespr\u00e4che mit den Muslimen. Der geb\u00fcrtige Fuldaer Bundesvorsitzende des KKV, Bernd-M. Wehner, unterst\u00fctzte diese Aussage. Gleichzeitig pl\u00e4dierte er f\u00fcr eine sachlichere Debatte bei der Fl\u00fcchtlingspolitik. Diese d\u00fcrfe auch von Mitgef\u00fchl getragen sein. Trotzdem m\u00fcsse hier nach praktikablen L\u00f6sungen gesucht werden. Au\u00dferdem m\u00fcsse man zwischen Asyl und Einwanderung unterscheiden. \u201eWer bei nachweisbarer politischer Verfolgung oder bei Flucht vor Krieg- und V\u00f6lkermord bei uns Asyl beantragt, den k\u00f6nnen wir nicht wieder wegschicken. Hier darf es keine Obergrenze der Hilfe geben\u201c, so Wehner w\u00f6rtlich.<\/p>\n<p>Zum f\u00fcnften Neujahrsempfang des KKV-Bundesverbandes, der zum ersten Mal in M\u00fcnster stattfand, konnte Josef Ridders, einer der stv. Vorsitzenden des KKV-Bundesverbandes und Vorsitzender der KKV-Ortsgemeinschaft in Greven, rund 100 KKVerinnen und KKVer und G\u00e4ste im Franz Hitze Haus begr\u00fc\u00dfen. Als man bei Prof. Sternberg nachgefragt habe, ob er als Gastredner zur Verf\u00fcgung st\u00fcnde, habe man noch nicht wissen k\u00f6nnen, dass er zu diesem Zeitpunkt auch Pr\u00e4sident des ZdK geworden sei. Um so mehr freue sich der KKV, ihn nicht nur als Hausherrn der Akademie Franz Hitze Haus sondern auch als ersten Repr\u00e4sentanten des obersten Laiengremiums der Katholischen Kirche begr\u00fc\u00dfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Christen m\u00fcssen \u201eKonsensbildner\u201c sein<br \/>\nThomas Sternberg wies in seiner Rede darauf hin, dass ein Dialog mit Muslimen nur gelingen k\u00f6nne, wenn diejenigen, die ihn f\u00fchrten, auch ihre eigenen Werte vertreten w\u00fcrden. Er appellierte an die Christen, sich als \u201eKonsensbildner\u201c zu engagieren und Gemeinschaft herzustellen. Es gelte \u201emit Menschen ins Gespr\u00e4ch zu kommen, die anders sind als wir\u201c. Eine der wichtigsten Aufgaben der Christen in naher Zukunft werde es sein, \u201ezum Kitt der Gesellschaft\u201c beizutragen, so Sternberg weiter.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus ging der ZdK-Pr\u00e4sident auch auf das neue Schwerpunktthema des KKV \u201eMensch bleiben in der Arbeitswelt\u201c ein. Hier richtete er die Forderung an die Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, sich st\u00e4rker jenen Menschen zu widmen, die nicht am Erwerbsleben teilnehmen. Neben Arbeitslosen gebe es die Gruppe derer, die nicht in der Lage seien, eine qualifizierte Arbeit auszu\u00fcben. Sie d\u00fcrften nicht einfach mit Sozialgeld ruhiggestellt werden. Vielmehr brauche es Arbeitsmodelle, die ihnen das Gef\u00fchl vermittelten, gebraucht zu werden. &#8220;Jeder Mensch braucht am Tag eine Dosis der Bedeutung f\u00fcr andere&#8221;, zitierte Sternberg den Psychiater Klaus D\u00f6rner.<\/p>\n<p>Pl\u00e4doyer f\u00fcr neue Internetkultur<br \/>\nDer KKV-Bundesvorsitzende erinnerte in seinem R\u00fcckblick an die zahlreichen Themen mit denen sich der Bundesverband im vergangenen Jahr auseinandergesetzt und zu denen er Stellung bezogen habe. So habe er beispielsweise die unter bestimmten Bedingungen eingef\u00fchrte Rente mit 63 Jahren als kontraproduktiv kritisiert. Au\u00dferdem habe er sich bei der Suizid-Debatte sehr engagiert f\u00fcr den Gesetzentwurf von Sensburg\/D\u00f6rflinger\/H\u00fcppe eingesetzt, der die Strafbarkeit der Teilnahme an der Selbstt\u00f6tung sehr eng gefasst habe. Dar\u00fcber hinaus habe der Bundesverband f\u00fcr eine neue Internetkultur pl\u00e4diert. \u201eOffenbar ist f\u00fcr viele Menschen, die sich im Netz \u00e4u\u00dfern, Anstand und Wertsch\u00e4tzung ein Fremdwort. Es ist jedenfalls erschreckend, mit welcher H\u00e4me und vielfach sogar Hass andere Meinungen niedergemacht werden\u201c, so Wehner.<\/p>\n<p>\u201eDas Evangelium muss auf zwei Beinen kommen.\u201c<br \/>\nIn seinem Ausblick auf die Aktivit\u00e4ten des KKV in 2016 wies der KKV-Bundesvorsitzende auf den immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Glaubensverlust hin. Angesichts dieser Glaubenskrise werde es\u00c2\u00a0 entscheidend sein, dass Christen selbst durch ihr pers\u00f6nliches Vorbild aber auch durch das Wort Zeugnis von ihrem Glauben und der damit verbundenen Hoffnung ablegten. \u201eAuch als Verband sind wir hier gefordert. Wir m\u00fcssen wieder \u00e2\u20ac\u0161Salz der Erde\u00e2\u20ac\u2122 werden.\u201c Der K\u00f6lner Erzbischof, Kardinal Woelki, weise zu Recht darauf hin, dass jeder getaufte und gefirmte Christ aufgerufen sei, die Botschaft des Evangeliums weiterzugeben \u2013 vor allem durch die Tat. Kurzum: Das Evangelium m\u00fcsse auf zwei Beinen kommen. Nur so sei man als katholischer Sozialverband glaubw\u00fcrdig und letztlich auch attraktiv.<\/p>\n<p>Wehner zeigte weitere Themen auf, denen sich der KKV in diesem Jahr stellen wolle. So werde man frei nach dem Motto \u201cDer Mensch ist nicht f\u00fcr die Arbeit da, sondern die Arbeit f\u00fcr den Menschen\u201c dar\u00fcber diskutieren, wie menschenw\u00fcrdiges Arbeiten in einer immer schneller werdenden digitalisierten Arbeitswelt m\u00f6glich sei. Unter dem Stichwort \u201eIndustriegesellschaft 4.0\u201c habe der F\u00f6rdererkreis f\u00fcr Bildungsarbeit im KKV Unternehmen, Verb\u00e4nde und Institutionen bereits einen Fragenkatalog vorgelegt, um mit einer Situationsanalyse den technologischen Wandel in einer digitalisierten Arbeitswelt zu erfassen. Dabei gelte das Augenmerk besonders den Auswirkungen auf die sozialen Verh\u00e4ltnisse und der Frage nach Chancen und Risiken f\u00fcr den Menschen an seinem ver\u00e4nderten Arbeitsplatz. Ein zweiter Schritt werde sein, bei den entsprechenden Fakult\u00e4ten diese Analyse vorzustellen, um dann das Thema in einer Semesterarbeit vertiefen zu lassen, und m\u00f6gliche Konsequenzen aufzuzeigen.<\/p>\n<p>Lebensschutz am Anfang und am Ende, Familie und Beruf, Genderideologie, Fl\u00fcchtlingsfrage, Sonntagsschutz, Gewalt und Hass im Netz seien weitere Themen, denen sich der KKV stellen werde, erl\u00e4uterte Wehner. \u201eAls eine Gemeinschaft engagierter Katholiken wollen wir gem\u00e4\u00df unserem Grundsatzprogramm solidarisch und mitgestaltend in Beruf und Arbeitswelt, in Staat und Gesellschaft wirken, um dabei christlichen Wertvorstellungen Geltung zu verschaffen\u201c, unterstrich der KKV-Bundesvorsitzende die Zielsetzung des Verbandes.<br \/>\nDer Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e.V. ist ein katholischer Sozialverband mit rund 80 Ortsgemeinschaften in ganz Deutschland. Informationen zum KKV erhalten Sie im Internet unter www.kkv-bund.de, oder unter 0201 87923 \u2013 0.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eEiner ganz gro\u00dfen Weltreligion einen Hang zum Hass zu unterstellen ist fatal. Deshalb warne ich vor einer Pauschalverurteilung von Fl\u00fcchtlingen und Muslimen aufgrund der Silvestervorkommnisse in K\u00f6ln. 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