{"id":146834,"date":"2015-12-31T12:42:53","date_gmt":"2015-12-31T11:42:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=146834"},"modified":"2015-12-31T12:42:53","modified_gmt":"2015-12-31T11:42:53","slug":"hessischer-bildungs-und-erziehungsplan-stoesst-veraenderungen-auf-vielen-ebenen-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=146834","title":{"rendered":"Hessischer Bildungs- und Erziehungsplan st\u00f6\u00dft Ver\u00e4nderungen auf vielen Ebenen an"},"content":{"rendered":"<p>Seit Anfang 2014 gibt es eine BEP Fachberatung beim Landkreis Fulda. Hinter den drei Buchstaben BEP verbirgt sich der Hessische Bildungs- und Erziehungsplan, der sukzessive in Kindertagesst\u00e4tten und Grundschulen umgesetzt wird. Dass BEP nicht nur ein Plan ist, sondern auch eine Haltung, wissen die Mitarbeiterinnen der Fachberatung. Im Interview ziehen Karin G\u00fcnther, Katrin Kister und Manuela Bienert eine vorl\u00e4ufige Bilanz und geben einen Ausblick auf das Jahr 2016.<\/p>\n<p>Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Wie war das Jahr aus Sicht der Kindergartenfachberatung?<br \/>\nKatrin Kister: Wir sind sehr\u00c2\u00a0 zufrieden mit dem, was wir in Zusammenarbeit mit den Kinderg\u00e4rten in 2015 umsetzen konnten. Es hat sich einiges bewegt. Im Fr\u00fchjahr 2014 haben wir damit angefangen, Kinderg\u00e4rten zum Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan(BEP)\u00c2\u00a0 zu beraten. In 2014 waren es etwa 30 Kitas, die die Beratung in Anspruch genommen haben. In diesem Jahr waren es 56.\u00c2\u00a0 Wir haben jede Einrichtung mindestens drei Mal besucht, denn unser Ziel ist es, Prozesse zu begleiten und die Kitas kontinuierlich zu beraten.<\/p>\n<p>Wie sehen denn Beratung und Begleitung aus?<br \/>\nKarin G\u00fcnther: Wir verschaffen uns einen \u00dcberblick \u00fcber die\u00c2\u00a0 Ist-Situation, h\u00f6ren uns Ideen und Visionen an und arbeiten gemeinsam mit den Teams. Dabei zeigen\u00c2\u00a0 wir den Erziehungsfachkr\u00e4ften die M\u00f6glichkeiten und Chancen, die der BEP bietet, auf. Au\u00dferdem schauen wir, was sich im Zuge des Prozesses in den Kitas bewegt. Wir nehmen Stolpersteine wahr und bieten den Erzieherinnen die M\u00f6glichkeit zur Reflektion. F\u00fcr eine zielf\u00fchrende Zusammenarbeit braucht es Zeit und auch einen Rahmen, damit es m\u00f6glich ist, tiefer in die verschiedenen Themen einzusteigen. Unsere Begleitung zielt auch darauf ab, zur Ver\u00e4nderung zu ermutigen. Weil der Ver\u00e4nderungsprozess und die Weiterentwicklung der Arbeit aber nur gemeinsam mit den Familien erfolgen kann, veranstalten\u00c2\u00a0 wir auch Fachtage und sind bei Elternabenden vertreten.<\/p>\n<p>Welche Ver\u00e4nderungen sehen oder erleben\u00c2\u00a0 sehen Sie in den Einrichtungen?<br \/>\nManuela Bienert: Man merkt deutlich,\u00c2\u00a0 wie die Kitas Schritt f\u00fcr Schritt ihr Konzept \u00fcberdenken. Die Erzieherinnen reflektieren den Alltag, hinterfragen Ziele und entwickeln Visionen mit dem BEP als Grundlage. Ein gro\u00dfes Thema ist das Bild vom Kind, aber auch wie Erzieherinnen ihre Rolle in der heutigen Zeit ausf\u00fcllen k\u00f6nnen. Dabei\u00c2\u00a0 werden p\u00e4dagogische Themen und Umsetzungsm\u00f6glichkeiten diskutiert.<br \/>\nKarin G\u00fcnther: Ich erlebe, dass sich die inhaltliche Arbeit mit den Kindern in den Einrichtungen ver\u00e4ndert. Viele Kitas haben nach sehr festen und strukturierten Pl\u00e4nen gearbeitet. Da findet jetzt vielfach eine \u00d6ffnung statt. Es wird\u00c2\u00a0 mehr danach geguckt, welches Thema ein Kind hat\u00c2\u00a0 und weniger danach, ob etwas gemacht werden muss, weil es der Jahresplan so vorgibt.<\/p>\n<p>Der BEP ist auch ein Plan, l\u00e4sst aber Gestaltungsspielr\u00e4ume?<br \/>\nKatrin Kister: Hinter dem BEP steht eine Haltung. Die Grundlage unserer Beratungen ist es, dass die Erzieherinnen eine Haltung finden, wie sie die P\u00e4dagogik im Alltag leben wollen. Und wenn diese Haltung erstmal da ist, gibt es ganz viele M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>K\u00f6nnen Sie Haltung in diesem Zusammenhang n\u00e4her beschreiben?<br \/>\nKarin G\u00fcnther: Der Hessische\u00c2\u00a0 Bildungs- und Erziehungsplan legt sehr viel Wert auf die Individualit\u00e4t des Kindes und auf das gemeinsame Lernen und Tun der Kinder untereinander, aber auch mit den Erwachsenen. Der BEP unterst\u00fctzt ein neues Selbstverst\u00e4ndnis der Erziehenden, die sich eher als diejenigen verstehen d\u00fcrfen, die einladen, beobachten und einen Rahmen schaffen.<\/p>\n<p>Wer nach dem BEP arbeitet, wird auch finanziell gef\u00f6rdert, richtig?<br \/>\nManuela Bienert: Ja. Kitas, die nach dem Bildungs- und Erziehungsplan arbeiten, werden gef\u00f6rdert. Die B\u00fcrgermeister k\u00f6nnen eine Qualit\u00e4tspauschale in H\u00f6he von bis zu 100 Euro pro Kind pro Jahr beim Land Hessen beantragen. Die Arbeit nach dem Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan muss dabei \u00fcber die Konzeption und die Zusammenarbeit\u00c2\u00a0 mit einer anerkannten Fachberatung nachgewiesen werden. Alternativ k\u00f6nnen Kitas mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der dazugeh\u00f6rigen Grundschule an einer Tandemfortbildung teilnehmen.<\/p>\n<p>Wie blicken Sie ins neue Jahr?<br \/>\nG\u00fcnther: Optimistisch. Wir freuen uns dar\u00fcber, dass schon jetzt zahlreiche Kitas zur\u00fcckgemeldet haben, auch in 2016 weiter mit uns zusammenarbeiten zu wollen.<br \/>\nKister: In diesem Jahr wurde sehr viel angesto\u00dfen. Wenn wir den Prozess im n\u00e4chsten Jahr weiter begleiten k\u00f6nnen, ist das auch ein Beitrag zur Nachhaltigkeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Seit Anfang 2014 gibt es eine BEP Fachberatung beim Landkreis Fulda. Hinter den drei Buchstaben BEP verbirgt sich der Hessische Bildungs- und Erziehungsplan, der sukzessive in Kindertagesst\u00e4tten und Grundschulen umgesetzt wird. Dass BEP nicht nur ein Plan ist, sondern auch eine Haltung, wissen die Mitarbeiterinnen der Fachberatung. 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