{"id":146825,"date":"2015-12-29T20:15:28","date_gmt":"2015-12-29T19:15:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=146825"},"modified":"2015-12-29T20:15:28","modified_gmt":"2015-12-29T19:15:28","slug":"farbenfroher-finkenvogel-erntet-von-ueber150-pflanzenarten-die-samen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=146825","title":{"rendered":"Farbenfroher Finkenvogel erntet von \u00fcber150 Pflanzenarten die Samen"},"content":{"rendered":"<p><b>Der Stieglitz oder Distelfink (Carduelis carduelis) geh\u00f6rt mit einer K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe von zirka zw\u00f6lf Zentimetern zu den kleinsten Finkenv\u00f6geln. Sein Gefieder ist besonders farbenfroh. Markant sind die rote, wei\u00df und schwarz umrandete Gesichtsmaske und die gelbe Fl\u00fcgelbinde. Er wiegt zirka 16 Gramm und hat in der freien Natur eine Lebenserwartung von f\u00fcnf bis acht Jahren.\u00c2\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Wegen seiner Sch\u00f6nheit wird er auch in Volieren gehalten, wo er \u00fcber 15 Jahre alt werden kann.<\/p>\n<p>Der Stieglitz ist in Deutschland als Brutvogel weit verbreitet. Seine gr\u00f6\u00dften Vorkommen befinden sich in wintermilden Teilen des westlichen und s\u00fcdlichen Europa, wo er Standvogel ist und wohin ein Teil unserer Brutv\u00f6gel im Winter zieht. Zu seinem Lebensraum geh\u00f6ren parkartige, geh\u00f6lzreiche Kulturlandschaften mit Hochstaudenfluren, Brachen, G\u00e4rten und Obstwiesen. In der Rh\u00f6n kommt er an Waldr\u00e4ndern, in Feldgeh\u00f6lzen und an dicht mit Geh\u00f6lzen und Staudens\u00e4umen ausgestatteten Bachl\u00e4ufen vor.<\/p>\n<p>Zur Brut- und Mauserzeit ist der Anteil tierischer Nahrung deutlich erh\u00f6ht. Er frisst verschiedene Insekten und sammelt Blattl\u00e4use von Pflanzenst\u00e4ngeln ab. Samen von Kr\u00e4utern wie Wegerich, Ampfer, Vogelmiere oder Beifu\u00df sind f\u00fcr den Stieglitz im Sommer leicht zu erreichen und nahrhaft. Von \u00fcber 150 Pflanzenarten erntet er die Samen mit unterschiedlichen Techniken. Er pickt seine Nahrung entweder vom Boden auf oder erklettert geschickt d\u00fcnne Pflanzenst\u00e4ngel, um an die Samenk\u00f6pfe zu gelangen. Mithilfe seines schlanken und sehr spitzen Schnabels kann er pinzettenartig auch aus stachelbewehrten Fruchtst\u00e4nden Samen herausholen. An der Pflanze bleiben immer gen\u00fcgend Samen \u00fcbrig, so dass ihre Vermehrung auch im n\u00e4chsten Jahr gesichert ist.<\/p>\n<p>Im Winter schlie\u00dfen sich Stieglitze immer wieder mit anderen Finkenv\u00f6geln wie Erlenzeisig oder Gr\u00fcnfink zu gr\u00f6\u00dferen Trupps zusammen. Dann bilden f\u00fcr sein \u00dcberleben Samen von Disteln, Gr\u00e4sern, B\u00e4umen und Str\u00e4uchern eine wichtige Grundlage. Da unsere Kulturlandschaft im Winter oft nicht mehr gen\u00fcgend nat\u00fcrliche Nahrungsquellen bietet, tauchen Stieglitze auch an Futterh\u00e4usern im Siedlungsbereich auf.<\/p>\n<p>Ein Stieglitzpaar bleibt im g\u00fcnstigen Fall zeitlebens zusammen und br\u00fctet in jeder Saison zwischen April bis Juli durchschnittlich zweimal. Das Nest wird gerne in erh\u00f6hten Astgabeln von Str\u00e4uchern aus kleinen Zweigen, Moos und Flechten gebaut. Arttypisch ist die Auskleidung der Nestmulde mit Federn, Haaren und Distelwolle. Das Weibchen erbr\u00fctet in 14 Tagen meist vier bis sechs Eier alleine. In dieser Zeit wird es vom M\u00e4nnchen mit Futter versorgt. Nach 28 Tagen werden die Jungv\u00f6gel selbst\u00e4ndig. Stieglitze werden von Katzen und Mardern, Sperber oder Turmfalke erbeutet. Im Mittelmeergebiet werden zahlreiche V\u00f6gel gefangen. Ihre Eier fallen Eichh\u00f6rnchen, Waschb\u00e4ren oder Mardern zum Opfer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Der Stieglitz oder Distelfink (Carduelis carduelis) geh\u00f6rt mit einer K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe von zirka zw\u00f6lf Zentimetern zu den kleinsten Finkenv\u00f6geln. Sein Gefieder ist besonders farbenfroh. Markant sind die rote, wei\u00df und schwarz umrandete Gesichtsmaske und die gelbe Fl\u00fcgelbinde. 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