{"id":146794,"date":"2015-12-29T20:08:34","date_gmt":"2015-12-29T19:08:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=146794"},"modified":"2015-12-29T20:08:34","modified_gmt":"2015-12-29T19:08:34","slug":"interessante-projekte-am-forschungszentrum-neu-ulrichstein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=146794","title":{"rendered":"Interessante Projekte am Forschungszentrum Neu-Ulrichstein"},"content":{"rendered":"<p><b>Im Sommer und Herbst 2015 konnte man zwischen Homberg (Ohm) und Kirtorf am sp\u00e4ten Abend oder fr\u00fchen Morgen immer wieder Leute mit Kisten und Koffern \u00fcber verschiedene Wiesen in den Gemarkungen von Kirtorf, Lehrbach, Erbenhausen und Dannenrod laufen sehen. Tafeln an diesen Fl\u00e4chen wiesen auf das Forschungszentrum Neu-Ulrichstein (FNU) in Homberg (Ohm) hin. In der Tat waren es Mitarbeiter des FNU und der Firma tier3 solutions GmbH bei einer gro\u00df angelegten Untersuchung. Erforscht wurde das Vorkommen und die zahlenm\u00e4\u00dfige Entwicklung von Feldm\u00e4usen, die bevorzugt auf Wiesen und Brachfl\u00e4chen leben.<\/b><\/p>\n<p>Die Feldmaus ist unser h\u00e4ufigstes heimisches S\u00e4ugetier, das gelegentlich auch als landwirtschaftlicher Sch\u00e4dling auftritt. Vor allem spielt sie jedoch im Naturhaushalt eine entscheidende Rolle als Nahrung f\u00fcr viele Greifv\u00f6gel, Eulen und andere Beutegreifer. Da die Feldmaus h\u00e4ufig ist und gerade in landwirtschaftlich genutzten Bereichen vorkommt, ist sie auch bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zu ber\u00fccksichtigen. Pflanzenschutzmittel werden von unseren Landwirten ben\u00f6tigt, um z.B. Pilzerkrankungen\u00c2\u00a0 an Feldfr\u00fcchten zu kontrollieren. Obwohl diese Mittel unbestreitbar n\u00fctzlich sind und ihr Einsatz zur Sicherung der Ernteertr\u00e4ge notwendig ist, stellt der Gesetzgeber f\u00fcr ihre Zulassung strenge Anforderungen an den Umweltschutz. So muss u.a. gepr\u00fcft werden, ob heimische Wildtiere von diesen Substanzen nicht negativ betroffen werden. Das geschieht haupts\u00e4chlich im Labor, doch auch die Lebensdaten von wildlebenden Tieren werden dazu herangezogen. Die Feldmaus ist, da sie auf landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen h\u00e4ufig vorkommt, ein ideales Tier f\u00fcr kompliziertere Freilanduntersuchungen.<\/p>\n<p>Der Wissenschaftler Christian Miersch erl\u00e4utert den Versuchsaufbau: \u201eAuf insgesamt 14 Wiesen in der n\u00e4heren Umgebung wurden \u00fcber 800 Lebendfallen aufgestellt. So konnten wir den ganzen Sommer die Entwicklung der Feldmauspopulationen messen. Gefangen wurde nur nachts. Dazu stellen wir die Fallen sp\u00e4t abends f\u00e4ngig und m\u00fcssen sie dann sp\u00e4testens nach acht Stunden kontrollieren Das hie\u00df allerdings auch jeden Morgen ab 04.00 Uhr raus und die Fallen \u00fcberpr\u00fcfen.\u201c<\/p>\n<p>Die Ergebnisse sind f\u00fcr das Forscherteam sehr klar. Das gepr\u00fcfte Mittel zeigte keine versteckten, negativen Effekte und kann somit vom Hersteller in der Zulassung weiter bearbeitet werden. Aber auch die allgemeine Entwicklung der M\u00e4use war ganz aufschlussreich. Der letzte Winter war mild, die M\u00e4usepopulation bereits im Vorjahr sehr hoch. In der Regel brechen die Populationen, wenn es so hohe Best\u00e4nde gibt, nach ein bis zwei Jahren aus nat\u00fcrlichen Gr\u00fcnden komplett zusammen. Die Forscher erwarten nun eine deutliche Reduzierung der Feldmausbest\u00e4nde im kommenden Jahr. Aber auch dieser Winter beginnt sehr mild und so bleibt spannend, wie es im kommenden Jahr bei den Feldmaus-Best\u00e4nden aussehen wird.<\/p>\n<p>Abgesetzter Text zur Erg\u00e4nzung:<\/p>\n<p>Feldm\u00e4use sind die h\u00e4ufigsten Kleins\u00e4uger in unserer heimischen Landschaft. Ebenso weit verbreitet, wenn auch nicht in ganz so gro\u00dfer Anzahl findet man die Waldmaus, die trotz ihres Namens h\u00e4ufig an Feldr\u00e4ndern zu finden ist. In Geh\u00f6lzen und Hecken trifft man oft auf die nahe verwandte Gelbhalsmaus oder auch auf die R\u00f6telmaus. Neben diesen h\u00e4ufigen Arten sind im Vogelbergkreis auch seltene Kleins\u00e4uger, wie z.B. die Sumpfspitzmaus zu finden.<\/p>\n<p>Bildunterschrift:<\/p>\n<p>Die Feldmaus wurde am h\u00e4ufigsten in der auf 14 ha Wiesen angelegten Gro\u00dfuntersuchung im Sommer 2015 von Forschern am Forschungszentrum Neu-Ulrichstein festgestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Im Sommer und Herbst 2015 konnte man zwischen Homberg (Ohm) und Kirtorf am sp\u00e4ten Abend oder fr\u00fchen Morgen immer wieder Leute mit Kisten und Koffern \u00fcber verschiedene Wiesen in den Gemarkungen von Kirtorf, Lehrbach, Erbenhausen und Dannenrod laufen sehen. 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