{"id":146619,"date":"2015-12-17T20:31:11","date_gmt":"2015-12-17T19:31:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=146619"},"modified":"2015-12-17T20:31:11","modified_gmt":"2015-12-17T19:31:11","slug":"gemeinschaft-altenschlirf-individuelle-foerderung-und-begleitung-fuer-menschen-mit-behinderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=146619","title":{"rendered":"Gemeinschaft Altenschlirf: Individuelle F\u00f6rderung und Begleitung f\u00fcr Menschen mit Behinderung"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/649-Altenschlirf1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-146624\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/649-Altenschlirf1-265x176.jpg\" alt=\"649-Altenschlirf1\" width=\"265\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/649-Altenschlirf1-265x176.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/649-Altenschlirf1-600x399.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/649-Altenschlirf1.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Hinterm Haus wird Holz gehackt, im L\u00e4dchen ums Eck erledigt eine Frau ihren Einkauf und im Kuhstall packen M\u00e4nner beim Ausmisten an: Eine normale Alltagsszene in einem Dorf im Vogelsbergkreis. Normal und in diesem Fall doch besonders \u2013zumindest f\u00fcr viele Au\u00dfenstehende.<\/p>\n<p>Diese Szenen sind Momentaufnahmen in den Orten Altenschlirf, Stockhausen und Schlechtenwegen. Hier leben und arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung miteinander und das selbstverst\u00e4ndlicher als andernorts. Sie sind Teil der Gemeinschaft Altenschlirf und zugleich Teil der Dorfgemeinschaft. \u201eAn den drei Standorten bilden derzeit 360 Menschen die Gemeinschaft \u2013 145 davon haben einen Hilfebedarf\u201c, erl\u00e4utert Ulrike H\u00e4rtel. Sie ist zust\u00e4ndig f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeitsarbeit. Grundlage der Gemeinschaft ist das anthroposophische Menschenbild. Dass hier der Ausdruck \u201eMensch mit Behinderung\u201c nicht im Sprachgebrauch vorkommt, ist das eine. Das andere ist die Gestaltung des Alltags, die dieses Menschenbild konkret werden l\u00e4sst: \u201eJeder soll hier die Unterst\u00fctzung, F\u00f6rderung und Begleitung erhalten, die er braucht, um sich individuell weiterentwickeln zu k\u00f6nnen\u201c, gibt H\u00e4rtel einen Einblick. Die Erwachsenen sollen trotz Begleitung selbstbestimmt leben k\u00f6nnen. Dies wird m\u00f6glich durch das sogenannte Lebensgemeinschaftsmodell.<\/p>\n<p>\u201eIn Altenschlirf, Stockhausen und Schlechtenwegen gibt es 16 Hausgemeinschaften\u201c, erl\u00e4utert Ulrike H\u00e4rtel und f\u00fcgt an: \u201eDas Besondere ist, dass sogenannte Hausverantwortliche, die sozial- oder heilerziehungspflegerisch qualifiziert sind, mit den Menschen mit Hilfebedarf st\u00e4ndig zusammenleben.\u201c Gemeinsam bestreiten sie den Alltag nach den individuellen Bed\u00fcrfnissen, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr \u2013 das Leben der Hausverantwortlichen ist mit dem Leben der Menschen mit Handikap eng verwoben, wie in einer Art Gro\u00dffamilie.<\/p>\n<p>Ein weiterer Baustein des selbstbestimmten Daseins als Erwachsener ist eine sinnvolle Arbeit in Werkst\u00e4tten wie K\u00e4serei, Kerzenwerkstatt, B\u00e4ckerei, Schreinerei oder einer Demeter-zertifizierten Landwirtschaft. Jeder soll sich dort einbringen k\u00f6nnen, wo seine individuellen St\u00e4rken und Interessen liegen. Ungef\u00e4hr alle zwei Jahre gibt es ein sogenanntes Standortgespr\u00e4ch, um gemeinsam anzuschauen, welche Entwicklungen der Mensch genommen hat, welche Ziele er hat und welche Unterst\u00fctzung er daf\u00fcr ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>\u201eMit der Arbeit erbringt jeder zugleich auch einen Beitrag zum Gemeinschaftsleben\u201c, erz\u00e4hlt Ulrike H\u00e4rtel. Denn die Produkte wie der selbstgemachte K\u00e4se oder die selbstangebauten R\u00fcben kommen auch beim eigenen Mittagessen auf den Tisch. Zugleich werden sie im Hofladen\u00c2\u00a0 an Dorfbewohner verkauft. Produkte aus der Schreinerei werden \u00fcber Zweitanbieter vertrieben oder als Auftragsarbeiten angefertigt. Dar\u00fcber hinaus betreibt die Gemeinschaft Altenschlirf in der Ortsmitte von Stockhausen das \u201etegut-L\u00e4dchen f\u00fcr alles\u201c. Die Gemeinschaft ist eben mittendrin in der Dorfgemeinschaft. Dazu tr\u00e4gt auch ein vielf\u00e4ltiges kulturelles Angebot bei. K\u00fcnstler werden regelm\u00e4\u00dfig eingeladen, oder wie beim j\u00fcngsten Theaterprojekt \u201eFaust\u201c, das in Altenschlirf und Fulda im 33. Jubil\u00e4umsjahr der Gemeinschaft aufgef\u00fchrt wurde, stehen die eigenen K\u00fcnstler auf der B\u00fchne. Auch hier agieren dann Menschen mit und ohne Handikap Seite an Seite &#8211; ganz normal also.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Hinterm Haus wird Holz gehackt, im L\u00e4dchen ums Eck erledigt eine Frau ihren Einkauf und im Kuhstall packen M\u00e4nner beim Ausmisten an: Eine normale Alltagsszene in einem Dorf im Vogelsbergkreis. Normal und in diesem Fall doch besonders \u2013zumindest f\u00fcr viele Au\u00dfenstehende. Diese Szenen sind Momentaufnahmen in den Orten Altenschlirf, Stockhausen und Schlechtenwegen. 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