{"id":146548,"date":"2015-12-17T09:31:55","date_gmt":"2015-12-17T08:31:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=146548"},"modified":"2015-12-17T09:31:55","modified_gmt":"2015-12-17T08:31:55","slug":"mentorenprogramm-zur-integration-von-fluechtlingen-vorgestellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=146548","title":{"rendered":"Mentorenprogramm zur Integration von Fl\u00fcchtlingen vorgestellt"},"content":{"rendered":"<p>Eine breite Initiative aus namhaften Unternehmen und Institutionen will in Hessen ankommende Fl\u00fcchtlinge fit f\u00fcr den Arbeitsmarkt machen. Bei dem am Mittwoch in Wiesbaden vorgestellten INCHARGE Programm \u00fcbernehmen Mitarbeiter aus gro\u00dfen Unternehmen wie Opel, Kienbaum, der Gesellschaft f\u00fcr Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Sixt oder K+S eine Mentorenrolle f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge und helfen diesen beim Spracherwerb, dem Schreiben von Bewerbungen oder dem Gang zu \u00c4mtern und Beh\u00f6rden. Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner, Dr. Karl-Thomas Neumann, Vorsitzender der Initiative INCHARGE und Dr. Frank Martin, Vorsitzender der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit, gaben heute im Hessischen Landtag den offiziellen Startschuss f\u00fcr die Initiative \u201eINCHARGE \u2013 for the next generation in charge\u201c.<\/p>\n<p>\u201eWir wollen ein deutliches Zeichen der Solidarit\u00e4t setzen und einen Beitrag zur Integration leisten. INCHARGE hilft arbeitslosen Jugendlichen und Fl\u00fcchtlingen, Job-Barrieren zu \u00fcberwinden\u201c, sagte der Vorsitzende der INCHARGE Initiative und Vorsitzende der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Opel Group GmbH Dr. Neumann, bei der Vorstellung des Projekts.<\/p>\n<p>Die hessische Landesregierung unterst\u00fctzt das Programm. Die zust\u00e4ndigen Minister Al-Wazir und Gr\u00fcttner k\u00fcndigten an, aktiv auf weitere Unternehmen zuzugehen und f\u00fcr eine Teilnahme zu werben. \u201eINCHARGE ist ein Beispiel daf\u00fcr, wie Integration gelingen kann. Wirtschaft, Politik und Privatpersonen engagieren sich gemeinsam f\u00fcr die beruflichen Chancen der Fl\u00fcchtlinge. Fl\u00fcchtlinge erfahren so fr\u00fch wie m\u00f6glich, wie sie ihre F\u00e4higkeiten in Deutschland einbringen und ihre berufliche Zukunft aufbauen k\u00f6nnen. \u00dcber das Mentoring werden pers\u00f6nliche Beziehungen aufgebaut, die im besten Fall auch nach dem Projekt noch bestehen bleiben\u201c, so Al-Wazir.<\/p>\n<p>Gr\u00fcttner betonte: \u201eWir haben in diesem Jahr eine Herkulesaufgabe bei der Unterbringung der Fl\u00fcchtlinge in Hessen gestemmt. Das ist ein erster Schritt. Aber es muss weitergehen f\u00fcr die Menschen, die hier Schutz suchen und der Erwerb unserer Sprache wie auch die Teilhabe am Arbeitsmarkt, sind elementare S\u00e4ulen f\u00fcr echte Integration. Deshalb sind Programme wie INCHARGE so wichtig. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unternehmen, die im Projekt mitmachen, f\u00fchren die ihnen anvertrauten Menschen an unser Land, die Sprache und die Arbeit heran.\u201c<\/p>\n<p>Das Programm richtet sich an Fl\u00fcchtlinge mit Aufenthaltserlaubnis oder einer entsprechend guten Perspektive. Die Auswahl und erste Kontaktaufnahme erfolgt durch die Agenturen f\u00fcr Arbeit und Jobcenter. Aktuell sind hessenweit rund 9.600 Menschen aus Syrien, Afghanistan, Irak, Iran, Pakistan, Somalia, Eritrea und Nigeria als arbeitslos erfasst. Mehr als zwei Drittel von ihnen lebt im Rhein-Main-Gebiet. \u201eDas Interesse bei den Fl\u00fcchtlingen, sich so schnell wie m\u00f6glich auf dem Arbeitsmarkt zu Recht zu finden, ist gro\u00df. Und die M\u00f6glichkeit einen Einblick in die an dem Programm beteiligten Betriebe zu bekommen, wird von den Teilnehmern des Mentorenprogramms als Chance gesehen\u201c, so Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen. \u201eDas Programm geht weit \u00fcber das \u00fcbliche Engagement hinaus. Es zeigt nicht nur ein gro\u00dfes Ma\u00df an Hilfsbereitschaft und Engagement der Wirtschaft, sondern ist auch ein beispielhafter Weg, mit dem eigenen Wissen Fl\u00fcchtlinge zu unterst\u00fctzen, die sich erst in unserer Gesellschaft und Arbeitswelt zurechtfinden m\u00fcssen. F\u00fcr uns als Bundesagentur ist \u201eINCHARGE\u201c ein zus\u00e4tzliches Instrument der Eingliederung.\u201c<\/p>\n<p>Bei zwei Veranstaltungen in der vorangegangenen Woche wurden bereits die ersten 80 Tandems aus Mentoren (Mitarbeiter\/innen der INCHARGE Partnerunternehmen) und Mentees (Kundinnen und Kunden der Arbeitsagenturen und Jobcenter Frankfurt und Darmstadt) in Darmstadt und in Frankfurt gebildet. Sie wurden anhand gr\u00f6\u00dftm\u00f6glicher \u00dcbereinstimmungen von Geschlecht, Alter, Wohnort und beruflichem Hintergrund ausgew\u00e4hlt. Die Bandbreite der Mentoren reicht dabei vom Vorsitzenden der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung bis zum Produktionsmitarbeiter oder Koch.<\/p>\n<p>Gemeinsam durchlaufen die Tandems nun auf freiwilliger Basis ein zw\u00f6lfw\u00f6chiges Programm, das den Fl\u00fcchtlingen Einblicke in die Arbeitswelt ihrer Mentoren erm\u00f6glichen soll. Unter Einbeziehung eines online Sprachlern-Tools lernen die Mentees interaktiv die deutsche Sprache und k\u00f6nnen das Erlernte gemeinsam mit Ihren Mentoren im Alltag anwenden. Hilfe bei der Wohnungssuche und dem Alltagsleben stehen ebenso im Fokus wie die Suche nach Weiterbildungs- und Joboptionen. Zu diesem Zweck werden gemeinsam Lebensl\u00e4ufe und Bewerbungsunterlagen erstellt und Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern sowie Aus- und Weiterbildungseinrichtungen aufgenommen. Durch den intensiven Austausch und die individuelle Betreuung werden die bestehenden Ma\u00dfnahmen und Initiativen von Arbeitsagenturen und Jobcentern sinnvoll flankiert. An der Vorbereitung der Mentoren auf Ihre verantwortungsvolle Rolle hat sich auch die Initiative Joblinge gAG beteiligt, die bei der Auflage von Mentorenprogrammen \u00fcber eine jahrelange Expertise verf\u00fcgt. Begleitet und evaluiert wird das Programm bereits im Pilotprojekt von der Gesellschaft f\u00fcr Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Johannes Gutenberg Universit\u00e4t Mainz.<\/p>\n<p>Al-Wazir lobte das ehrenamtliche Engagement der Mentoren. \u201eKlar ist aber auch: Neben den freiwilligen Helfern ist auch der Staat gefragt. Deshalb wird die hessische Landesregierung im kommenden Jahr rund 90 Millionen Euro f\u00fcr die Sprach- und Ausbildungsf\u00f6rderung bereitstellen&#8221;, so der Minister. \u201eZentraler Baustein f\u00fcr die Integration junger Fl\u00fcchtlinge ist eine gelingende berufliche Erstausbildung. Das Wirtschaftsministerium wird deshalb unter anderem im Rahmen eines neuen Landesprogramms jungen Erwachsenen eine intensive Berufsorientierung erm\u00f6glichen und den berufsbezogenen Spracherwerb f\u00f6rdern. Und Unternehmen, die einen Ausbildungsvertrag mit einem Jugendlichen mit Sprachf\u00f6rderungsbedarf schlie\u00dfen, erhalten daf\u00fcr eine finanzielle Ausbildungsplatzf\u00f6rderung.\u201c<\/p>\n<p>Gr\u00fcttner begr\u00fc\u00dfte das Programm dar\u00fcber hinaus als einen \u201eBaustein\u201c bei der anstehenden Fachkr\u00e4fterekrutierung. Bis zum Jahr 2030 stehe Hessen vor der Herausforderung, einen Fachkr\u00e4ftebedarf von bis zu 600.000 decken zu m\u00fcssen. \u201eF\u00fcr die hessische Gesellschaft ist Zuwanderung\u00c2\u00a0 und gelingende Integration eine gro\u00dfe Chance zur Sicherung des Fachkr\u00e4ftebedarfs und zum Ausgleich des R\u00fcckgangs und der Alterung der hessischen Bev\u00f6lkerung. Zuwanderung und Integration sind eng miteinander verbunden. Das Mentorenprogramm INCHARGE erg\u00e4nzt sehr gut die in Hessen bestehenden Aktivit\u00e4ten. Im Bereich des Hessischen Ministeriums f\u00fcr Soziales und Integration beispielsweise wird die berufsspezifische Sprach- und Arbeitsmarktf\u00f6rderung inklusive der fr\u00fchzeitigen Erfassung der Kompetenzen bzw. Bildungsvoraussetzungen und -anforderungen f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge im Rahmen der Ausbildungs- und Qualifizierungsbudgets eingef\u00fchrt und mit Landesmitteln deutlich aufgestockt.\u201c<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 2016 soll das Mentorenprogramm INCHARGE bundesweit ausgerollt werden. \u201eWir arbeiten Hand in Hand mit der Arbeitsagentur, denn jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, Ma\u00dfnahmen zu b\u00fcndeln und auf den Arbeitsmarkt auszurichten\u201c, so Dr. Neumann abschlie\u00dfend.<\/p>\n<p>Hintergrundinformation<br \/>\nUrspr\u00fcnglich wurde die Initiative zur Bek\u00e4mpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa gegr\u00fcndet. Schnell wurde aber klar, dass sich die grundlegende Philosophie von INCHARGE auch auf das Fl\u00fcchtlingsthema \u00fcbertragen l\u00e4sst. Alle Informationen zur Initiative \u201eINCHARGE \u2013 for the next generation in charge\u201c sind online zu finden auf www.incharge.jobs. Dort k\u00f6nnen sich auch interessierte potenzielle Mentoren melden. Die zentrale E-Mail-Adresse der Organisatoren lautet mentor@inhcharge.jobs.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Eine breite Initiative aus namhaften Unternehmen und Institutionen will in Hessen ankommende Fl\u00fcchtlinge fit f\u00fcr den Arbeitsmarkt machen. 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